Bürgerinformation Saatkrähen
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Saatkrähen sorgt seit einigen Monaten für Unmut am Kindergarten St. Nikolaus in Weiher und bei angrenzenden Anwohnern. In den großen Platanen am Außengelände hat sich eine Kolonie aus 17 Nestern und entsprechend vielen Brutpaaren angesiedelt.
Saatkrähen fallen zunächst vor allem dadurch auf, dass sie untereinander laut kommunizieren. In den Morgen- und Abendstunden, wenn Dutzende Krähen gemeinsam zur Futtersuche aufbrechen oder zu ihren Nestern zurückkehren, entsteht ein gehöriger Geräuschpegel. Dementsprechend berichten Anwohner im Bereich Pfarrer-Vogel- und Burgstraße von akuter Lärmbelastung. Zweifelsfrei unangenehm sind Ausscheidungen der Vögel sowie Tierkadaver im Umfeld der Nester. Und weil Saatkrähen extrem anpassungsfähige Allesfresser sind, scheuen sie nicht davor zurück, sich aus offenen Abfallbehältern oder von schlecht behüteten Vesperbroten zu ernähren. In einem sensiblen Bereich wie dem Kindergartengelände stellen diese Umstände durchaus ein hygienisches Problem dar. In der Landwirtschaft kann es durch Krähenfraß zu deutlichen Saatausfällen kommen. Andererseits nimmt die Saatkrähe wegen ihrer starken Anpassungsfähigkeit eine wichtige Position im Naturhaushalt ein, indem sie beispielsweise zur Kontrolle von Schädlingspopulationen beiträgt. Das ist ein Grund, warum die Art durch europäische und nationale Gesetze als besonders schützenswert anerkannt ist. Nester, Eier und Jungvögel dürfen daher nicht beschädigt oder entfernt werden. Maßnahmen zur Vergrämung sind nur im Rahmen der geltenden strengen gesetzlichen Bestimmungen zulässig.
Was tut die Gemeinde?
Gemeinsam mit Kindergartenleitung und–träger stellt die Gemeindeverwaltung zunächst einen Antrag auf Erlaubnis für Maßnahmen, die geeignet sein können, die Kolonie am Kindergartengelände zu stören und bestenfalls in einen Außenbereich der Gemarkung zu vergrämen. Dies können akustische und optische Störungen sein oder gezielte Schnittmaßnahmen an den Bäumen, in denen sich die Nester befinden. Auch der Einsatz eines Falkners wird in Erwägung gezogen. Über die tatsächlich anzuwendenden Maßnahmen hat die zuständige Naturschutzbehörde zu entscheiden.
Für die öffentlichen Abfallbehälter am Pfarrberg und im weiteren Umfeld des Kindergartens haben Bauhofmitarbeiter Abdeckungen angefertigt, die den Vögeln den Zugang zu Essensresten im Mülleimer erschweren.
Was können SIE tun?
Jede Bürgerin und jeder Bürger kann dazu beitragen, dass sich die Saatkrähen nicht weiter vermehren. Dabei sind folgende Schritte zu beachten:
• Füttern Sie Saatkrähen nicht.
• Entsorgen Sie Müll und Speisereste ausschließlich in geschlossenen Abfallbehältern.
• Stellen Sie Müllbehälter erst kurz vor der Abholung bereit und verschließen Sie diese sorgfältig.
• Lassen Sie keine Essensreste, Tierfutter oder Kompost offen zugänglich liegen.
• Halten Sie öffentliche Grünanlagen und Privatgrundstücke sauber.
Die Gemeindeverwaltung ist bestrebt, in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde die erforderlichen Genehmigungen für geeignete und rechtlich zulässige Vergrämungsmaßnahmen zu erhalten. Oberstes Ziel ist es, die Belastungen für die Bevölkerung und im vorliegenden Fall insbesondere für Kindergartenkinder und –personal zu reduzieren.
Wir bitten die Bürgerschaft, die Bemühungen der Gemeinde durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Müll, Speiseresten und anderen potenziellen Nahrungsquellen zu unterstützen.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Autor:Nicole Batschauer aus Ubstadt-Weiher |
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