Special Olympics im Saarland: Läufer aus Schmelz überrascht
- Fynn Thome (18, vorne) trainiert gemeinsam mit den Läuferinnen und Läufern der Lauf- und Triathlonfreunde Lebach (LTF Theeltal) auf einer Waldstrecke bei Lebach.
- Foto: Laszlo Pinter/dpa/Laszlo Pinter
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Schmelz. Die Special Olympics zeigen im Saarland, wie stark Sport das Leben verändern kann. Ein Beispiel ist der 18 Jahre alte Läufer Fynn Thome aus Schmelz Limbach, der sich innerhalb eines Jahres vom Laufanfänger zum Medaillengewinner entwickelt hat.
Der junge Saarländer gehört zu den 215 Athletinnen und Athleten aus dem Bundesland, die bei den nationalen Spielen von Montag, 15. Juni, bis Samstag, 20. Juni antreten. Für Thome ist die Teilnahme der bisherige Höhepunkt seiner noch jungen Laufkarriere.
Der Einstieg begann mit der Anmeldung zu den Special Olympics Landesspielen. Die ersten Trainingseinheiten waren für ihn und seinen Vater Martin schwierig. Für fünf Kilometer brauchte er zunächst rund 38 Minuten und musste immer wieder Gehpausen einlegen. Thome ist Autist.
Training in der Gruppe bringt Fortschritte
Schnell zeigte sich jedoch, dass ihm das Training in einer Gemeinschaft besonders hilft. Vater und Sohn engagieren sich im Kultur und Sportverein für Menschen mit Beeinträchtigungen und traten zusätzlich den Lauf und Triathlonfreunden Lebach bei. Seitdem trainiert der 18 Jährige regelmäßig im Wald und auf der Laufbahn.
Der Einsatz zahlte sich aus. Bei den Landesspielen auf dem Sportcampus Saar in Saarbrücken gewann Thome über 5000 Meter die Silbermedaille. Die Strecke lief er in 25 Minuten und 39 Sekunden. Für seinen Vater stand weniger die Platzierung im Mittelpunkt als der persönliche Fortschritt.
„Unser Ziel war, dass Fynn die Strecke komplett läuft und nicht in ein Gehmuster fällt. Die Zeit war zweitrangig“, sagt Martin Thome. „Er war unglaublich glücklich, als er ins Ziel kam.“
Goldmedaille über 1500 Meter
Neben dem sportlichen Erfolg prägten vor allem neue Kontakte die Erfahrung. Während der Landesspiele knüpfte Thome Freundschaften mit anderen Athletinnen und Athleten.
Der Aufwärtstrend setzte sich fort. Im November wurde der Läufer für die nationalen Wettbewerbe im Sportzentrum Coque in Luxemburg nominiert. Dort gelang ihm sein bislang größter Erfolg.
Nach einem schwierigen Start arbeitete sich Thome vom letzten Platz nach vorn, überholte acht Konkurrenten und gewann über 1500 Meter die Goldmedaille. Seine persönliche Bestzeit lag bei 6 Minuten und 17 Sekunden.
Größtes inklusives Sportevent Deutschlands
Bei den nationalen Spielen im Saarland gehen rund 4300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung an den Start. Wettbewerbe gibt es in so vielen Sportarten wie noch nie.
- etwa 4300 Teilnehmende aus ganz Deutschland
- 215 Athletinnen und Athleten aus dem Saarland
- Wettkämpfe in 27 Sportarten
Für Fynn Thome stehen bei den Wettkämpfen nicht nur Zeiten und Medaillen im Mittelpunkt. Besonders wichtig sind für ihn Begegnungen mit anderen Sportlerinnen und Sportlern.
„Ich freue mich schon auf die Special Olympics. Auf die Eröffnungsfeier und auf das Laufen“, sagt der 18 Jährige. Viele Verabredungen mit Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland stehen bereits fest. dpa/red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |