Sieg in Gladbach: SV Elversberg dreht 1:3 vor Bayern-Spiel
- Liga-Neuling Elversberg bot beim 4:3-Sieg in Gladbach ein Spektakel.
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Mönchengladbach. Der SV Elversberg geht mit maximalem Rückenwind ins Bayern-Spiel: Der Bundesliga-Aufsteiger drehte am 5. September bei Borussia Mönchengladbach ein 1:3 und gewann 4:3. Für die Fans im Saarland ist der Start historisch: zwei Spiele, zwei Siege und sieben Tore.
Wagner sieht Rot und jubelt von der Tribüne
Trainer Vincent Wagner erlebte die spektakuläre Schlussphase weit weg von seiner Mannschaft. Nach dem zweiten Gladbacher Treffer wollte der 40-Jährige eine Erklärung vom Schiedsrichter, weil dem Tor ein fälschlicherweise zugesprochener Einwurf vorausgegangen war. Statt einer Erklärung sah Wagner Gelb-Rot und musste auf die Pressetribüne.
Zunächst sah alles nach der ersten Bundesliga-Niederlage der Elversberger Vereinsgeschichte aus. Hugo Bolin hatte Gladbach in der 11. Minute in Führung gebracht, David Mokwa glich in der 29. Minute aus. Kurz vor der Pause traf Bolin erneut. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Joe Scally auf 3:1.
Krattenmacher entscheidet die Partie
Elversberg kam trotzdem zurück. Der eingewechselte Maurice Krattenmacher verkürzte in der 66. Minute. Felix Keidel glich in der 80. Minute aus. In der Nachspielzeit traf Krattenmacher erneut und machte den 4:3-Auswärtssieg perfekt.
Wagner sprang auf der Tribüne auf, riss die Arme hoch und klatschte mit den Videoanalysten ab. Nach dem Abpfiff lief er hinunter auf den Rasen. „Das Spiel war so geil“, sagte der Trainer später. Kapitän Lukas Pinckert sagte: „Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Wir liegen auswärts vor über 50.000 Zuschauern 1:3 hinten und drehen als Aufsteiger das Spiel.“
Warum der Start des Aufsteigers auffällt
Schon am 29. August hatte Elversberg mit einem 3:2 gegen Bayer Leverkusen überrascht. Der Liga-Neuling löste beide Aufgaben auf unterschiedliche Weise. Gegen Leverkusen gelang ein furioser Beginn mit leidenschaftlicher Verteidigung. In Gladbach musste die Mannschaft Rückschläge, den Platzverweis des Trainers und ein 1:3 verarbeiten.
Pinckert fasste die Haltung der Mannschaft so zusammen: „Wir sind eine Einheit, wir geben uns niemals auf.“ Genau diese Widerstandskraft macht den Saisonstart für den Aufsteiger so bemerkenswert.
Bayern kommt an die Kaiserlinde
Nun wartet die größte Aufgabe: Am Sonntag, 6. September, um 17.30 Uhr empfängt der SV Elversberg den FC Bayern München an der Kaiserlinde. Übertragen wird die Partie bei DAZN. In der Tabelle liegt Elversberg vor dem Rekordmeister, trotzdem ordnet Pinckert das Spiel nüchtern ein: „Das ist einfach nur ein Bonus-Spiel.“
Ob Wagner gegen Bayern an der Seitenlinie stehen darf, ist nach seinem Platzverweis offen. Falls Elversberg keinen erfolgreichen Einspruch einlegt, fehlt der Trainer ausgerechnet in diesem Heimspiel. Im ZDF-Sportstudio sagte Wagner, die Chancen stünden „wahrscheinlich 80:20 dagegen“.
Für die mitgereisten Fans war die Freude in Gladbach schon nach dem Abpfiff groß. In der Kabine lief „Der Zug hat keine Bremse“, auf den Rängen sangen die Anhänger humorvoll: „Deutscher Meister wird nur der SVE!“ dpa/red
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |