Weniger Züge in Saarland ab Mittwoch bei Hitze
- Bei extremer Hitze sollen im Saarland und bundesweit vorübergehend weniger Züge fahren, damit der Bahnverkehr stabiler bleibt. Die Deutsche Bahn setzt dafür ab Mittwoch beziehungsweise Donnerstag eine neue Hitzeregel in Kraft.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Stefan Wildhirt
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Saarland. Bahnreisende im Saarland müssen sich ab Mittwoch, 29. Juli, auf einen vorsorglich ausgedünnten Fahrplan einstellen, wenn Aufgabenträger und Bahnunternehmen Züge wegen der angekündigten Extremhitze aus dem Angebot nehmen.
Neue Regel gilt schon ab Mittwoch
Die DB InfraGO will bei angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35 Grad künftig früher reagieren. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, gilt erstmals ein bundesweiter Zeitraum von Donnerstag, 30. Juli, bis vorerst Donnerstag, 6. August. In Saarland sowie in NRW, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz startet die Regelung wegen der dort erwarteten Temperaturen bereits am Mittwoch, 29. Juli.
Die neue Vorgabe ermöglicht es Aufgabenträgern im Nahverkehr sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen, zur Stabilisierung des Systems vorübergehend weniger Züge fahren zu lassen. Dafür setzt die DB InfraGO in festgelegten Zeiträumen einzelne Regelungen aus dem Trassennutzungsvertrag aus. Dazu gehören etwa Stornokosten. Die Regelung gilt nicht nur im Nahverkehr, sondern auch im Personenfernverkehr und im Güterverkehr.
Was das für Reisende bedeutet
Aus Sicht der Bahn soll ein kleineres Angebot den Betrieb robuster machen. Wenn weniger Züge im Netz unterwegs sind, bleiben mehr Reserven für Fahrzeuge, Personal und Infrastruktur. Für Fahrgäste bedeutet das vor allem früher Klarheit darüber, ob ein Zug fährt oder ob eine andere Verbindung nötig wird.
- Fahrplanänderungen können schon vor Beginn der Hitzewelle feststehen.
- Verbleibende Züge sollen verlässlicher unterwegs sein.
- Bahnunternehmen können Personal und Fahrzeuge gezielter einsetzen.
- Auch im Güterverkehr soll die Planung stabiler werden.
Erfahrung aus der Hitzewelle Ende Juni
Hintergrund sind die Probleme während der Hitzewelle Ende Juni. Hohe Temperaturen belasteten damals Infrastruktur, Züge und Mitarbeitende stark. Technische Störungen und Einschränkungen nahmen deutlich zu. Die Folge waren Verspätungen, kurzfristige Ausfälle und unterbrochene Reisen. Auch Güter kamen teils nicht rechtzeitig an.
DB-InfraGO-Chef Philipp Nagl kündigte an, das Unternehmen wolle aus diesen Erfahrungen Konsequenzen ziehen und bei angekündigten Hitzewellen vorausschauender handeln. Die Entscheidung über konkrete Kürzungen liegt aber weiterhin bei den Aufgabenträgern des Nahverkehrs und den Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |