Mehr Adipositas-Diagnosen – Kasse warnt zum Aktionstag
- Jahr um Jahr steigt die Zahl an Übergewichtigen, sagt die Krankenkasse IKK Südwest. (Symbolbild)
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Saarbrücken. In Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland gibt es bei der IKK Südwest deutlich mehr Diagnosen rund um starkes Übergewicht – das erhöht auch in der Region das Risiko für Folgekrankheiten wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Von 2019 bis 2024 stieg die Zahl der Diagnosen bei Versicherten der Krankenkasse um knapp elf Prozent auf rund 67.000. Anlass der Bilanz ist der Welt-Adipositas-Tag am Mittwoch, 4. März.
Im Saarland wuchs die Zahl der diagnostizierten Fälle nach Angaben der IKK Südwest um 17,3 Prozent. In Hessen lag das Plus bei 12,1 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 7,9 Prozent. Die Kasse hat nach eigenen Angaben in den drei Ländern insgesamt gut 600.000 Versicherte.
Warnung: Bei Älteren steigen die Diagnosen besonders stark
Besonders deutlich steigen laut IKK Südwest die Diagnosen bei Menschen ab 65 Jahren. Über alle drei Länder zusammen lag der Zuwachs in dieser Altersgruppe bei 39 Prozent. Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes treten bei Adipositas-Erkrankten aller Altersgruppen demnach häufiger auf.
IKK-Chef fordert Zuckerreduktion – und Herstellerabgabe
«Die Jahr für Jahr steigende Zahl an Übergewichtigen gehört zu den größten Hypotheken in unserem Gesundheitssystem», sagte Kassenchef Jörg Loth. «Ohne die Einführung und Durchsetzung strenger Adipositasprävention, die das Ernährungsumfeld neu aufstellt und Anreize zur Zuckerreduktion liefert, wird die rasante Entwicklung dieser gefährlichen Erkrankung nicht aufzuhalten sein.»
Er sieht einen zentralen Hebel bei der Zusammensetzung der Lebensmittel. «Wir müssen den Zucker in Lebensmitteln reduzieren, damit weniger Menschen überhaupt erst in diese Risiko-Spirale geraten. Eine Herstellerabgabe wäre hierzu nur konsequent», sagte Loth.
Warnung vor Zuckerwerbung: Kasse will Regeln wie in Großbritannien
Loth fordert Prävention, die früh greift und verbindlich im schulischen Kontext verankert ist. Gleichzeitig brauche es klare Leitplanken bei der Vermarktung stark zuckerhaltiger Lebensmittel. Ein Werbeverbot, wie es Großbritannien bereits eingeführt hat, sieht Loth als konsequenten Schritt.
In Großbritannien ist seit Anfang Januar Werbung für stark fett-, salz- oder zuckerhaltige Lebensmittel im Tagesfernsehen sowie online verboten. dpa.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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