Neues Frühwarnsystem im Saarland soll Hochwasser früher melden
- Das Pfingsthochwasser 2024 im Saarland setzte viele Gebiete unter Wasser- wie hier in Kleinblittersdorf. (Archivbild)
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Saarland. Bei Starkregen und Hochwasser sollen Einsatzkräfte im Saarland künftig deutlich früher gewarnt werden. Das Land baut dafür ein neues Frühwarnsystem auf, das Überflutungen und Pegelstände möglichst realistisch vorhersagen soll.
Nach Angaben von Umweltministerin Petra Berg (SPD) entwickelt das Saarland gemeinsam mit dem Katastrophenschutz ein „neuartiges und innovatives“ System. Grundlage sind aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen aus Einsätzen und moderne Technik.
Auslöser für den Ausbau ist unter anderem das Pfingsthochwasser vor zwei Jahren. Dabei entstand an der kommunalen Infrastruktur ein Schaden von rund 46 Millionen Euro. Fachleute gehen laut Ministerium davon aus, dass solche Ereignisse künftig häufiger auftreten können.
Prognosen zu Überflutungen und Pegelständen
Das System trägt den Namen KliGAS. Es soll Einsatzkräften frühzeitig zeigen, wo Überflutungen drohen und wie sich Pegelstände entwickeln könnten. So können Kommunen, Feuerwehr und Rettungsdienste schneller reagieren und Maßnahmen vorbereiten.
Langfristig ist auch eine Bürger-App geplant. Sie soll die Gefahrenlage verständlich darstellen und Warnungen leichter zugänglich machen.
Schon jetzt stehen im Geoportal des Landes Karten zur Verfügung. Diese zeigen erstmals, welche Gebiete im schlimmsten Fall überflutet werden könnten. Künftig sollen die Daten zusätzlich in einer 3D-Darstellung visualisiert werden.
Zukunftsplan für besseren Hochwasserschutz
Nach dem Pfingsthochwasser wurde ein Zukunftsplan mit mehreren Maßnahmen aufgestellt. Dazu gehören unter anderem
- bessere Beratung und Information für Kommunen
- eine Modernisierung des Hochwassermeldedienstes
- Maßnahmen zur Entlastung von Kanalsystemen
- höhere Förderquoten für kommunale Schutzprojekte
Seit August 2025 unterstützt ein Hochwasserberater die Kommunen bei der Umsetzung. Außerdem wurde die Hochwassermeldezentrale personell, räumlich und technisch ausgebaut.
Für kommunale Schutzmaßnahmen übernimmt das Umweltministerium inzwischen bis zu 90 Prozent der Kosten. Zuvor lag die Förderung bei 70 Prozent.
Landesweites Warnsystem bis 2030 geplant
Die Arbeiten am saarlandweiten Starkregen-Frühwarnsystem laufen seit März. Erste lokale Anlagen wurden bereits entlang der Blies in den Landkreisen Sankt Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis aufgebaut. In einem nächsten Schritt sollen diese Systeme zusammengeführt werden.
Spätestens bis 2030 soll das Warnsystem im gesamten Saarland verfügbar sein. Zusätzlich investierte das Land rund 1,8 Millionen Euro in neue Fahrzeuge und Geräte für den Landesbetrieb für Straßenbau.
Viele Kommunen arbeiten inzwischen ebenfalls an Vorsorgekonzepten. 40 Städte und Gemeinden verfügen bereits über Starkregen-Gefahrenkarten. Weitere bereiten diese derzeit vor. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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