Saarbrücken: Festnahme nach Polizistenmord mit heftiger Gegenwehr
- Der Angeklagte soll vor einem halben Jahr einen Polizisten im saarländischen Völklingen erschossen haben.
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Saarland. Der Mord an einem Polizisten aus dem Saarland beschäftigt weiter das Landgericht Saarbrücken – mit direkten Folgen für Polizei, Justiz und Sicherheitsdebatten in der Region. Im laufenden Prozess hat eine Polizistin detailliert geschildert, wie der mutmaßliche Täter nach massiver Gegenwehr festgenommen wurde.
Die Beamtin sagte vor Gericht aus, sie sei mit ihrem Streifenpartner zur Fahndung nach einem mutmaßlichen Tankstellenräuber nach Völklingen gerufen worden. In den ersten Funkmeldungen habe es geheißen, der Gesuchte sei mit einem Messer bewaffnet.
Gewalt bei der Festnahme in Völklingen
«Als wir im Rahmen der Fahndung in Völklingen am Markt eintrafen, konnten wir eine männliche Person feststellen, auf die die Personenbeschreibung zutraf», sagte die Polizistin. Der Mann habe erheblichen Widerstand geleistet. Erst mehreren Einsatzkräften sei es gelungen, ihn zu überwältigen und zu fixieren.
Neben dem Festgenommenen habe eine Pistole gelegen. «Ich kickte mit meinem Fuß die Tatwaffe zur Seite», sagte die Beamtin. Der Verschlussriegel der Waffe sei nach hinten arretiert gewesen – ein Hinweis darauf, dass das Magazin leer geschossen war.
Ermittler warnen vor psychischer Auffälligkeit
Ein Ermittler schilderte vor dem Landgericht Erkenntnisse zum Angeklagten aus der Zeit vor der Tat. Lehrkräfte aus dem Umfeld seiner Schule hätten den 19-Jährigen als psychisch auffällig beschrieben. «Er habe seltsam gegrinst – ähnlich wie eine Figur aus dem Kinofilm "Joker"», sagte der Ermittler.
Bei einer oberflächlichen Durchsuchung des Verdächtigen fanden die Beamten zudem Bargeld. «Wir fanden noch einige hundert Euro, versteckt in der Unterhose», sagte die Polizistin.
Anklage: 17 Schüsse nach Raubüberfall
Dem Angeklagten mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit werden Mord, versuchter Mord und besonders schwerer Raub vorgeworfen. Laut Anklage soll er am Donnerstag, 21. August, nach einem Tankstellenüberfall in Völklingen einem Polizeianwärter die Dienstwaffe entrissen und 17 Schüsse abgegeben haben.
Sechs Kugeln trafen den 34-jährigen Polizeioberkommissar Simon Bohr. Er starb später an seinen schweren Verletzungen. Im weiteren Verlauf des Prozesstages sollte ein Sachverständiger die Funktionsweise eines Polizei-Holsters erläutern. dpa.
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Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |