Obduktion nach Polizeischüssen in Saarbrücken: Vier Treffer
- Der getötete 22-Jährige erlitt insgesamt vier Verletzungen durch die Schüsse der Polizisten (Archivbild)
- Foto: Kevin Schößler/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Saarland. Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen 22 Jahre alten Autofahrer in Saarbrücken liegen nun erste Ergebnisse der Obduktion vor. Die Untersuchung zeigt mehrere Schussverletzungen. Der Mann starb an einem Treffer im Rückenbereich.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitt der 22-Jährige insgesamt vier Verletzungen durch Projektile.
- ein tödlicher Schuss in den Rückenbereich
- ein Durchschuss in der linken Schulter
- zwei weitere Verletzungen am Kopf
Nach aktuellem Ermittlungsstand wurden die Kopfverletzungen eher nicht durch direkte Treffer verursacht. Möglich seien ein abgepralltes Projektil, ein Projektilteil oder ein Streifschuss, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Acht Schüsse auf Fahrzeug abgegeben
Die Ermittlungen zu dem Polizeieinsatz dauern an. Dabei soll auch geklärt werden, welche Schüsse aus welcher Waffe abgegeben wurden.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Polizeibeamte wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. Nach bisherigen Erkenntnissen gaben sie insgesamt acht Schüsse auf das Auto des 22-Jährigen ab. Laut Ermittlern soll der Fahrer zuvor rückwärts auf die Beamten zugefahren sein.
Verfolgungsfahrt nach entzogener Kontrolle
Zu dem Einsatz war es gekommen, nachdem sich der junge Mann einer Verkehrskontrolle entzogen hatte. Es folgte eine Verfolgungsfahrt.
Ein 19 Jahre alter Mitfahrer auf der Rückbank wurde durch einen Schuss in die Schulter verletzt. Zudem wurde eine Polizistin bei einem Wendemanöver verletzt. Auch sie musste vorübergehend in einer Klinik behandelt werden. dpa/red
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |