BriMel trifft
Timo Braun – Pop-Art und Expressionismus
- Christina Lehmann und Künstler Timo Braun
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Dudenhofen. Am 10. März traf ich mich mit dem Otterstädter Künstler Timo Braun zu seiner umfassenden Ausstellung in der Senioren-Residenz Sankt Sebastian, die ich gerne mit ihm zusammen besichtigte.
??? Wie viele Kunstwerke haben Sie hier aufgehängt?
Timo Braun: Es sind ca. 40 Werke, überwiegend im Pop-Art-Stil, aber auch fünf kubistisch-expressionistische Arbeiten und eine Landschaft. Ursprünglich wollte ich eher rote Abstrakte oder Otterstädter Altrheinauen zeigen, aber die jetzige Auswahl kommt bei den Bewohnern der Residenz hervorragend an. Das freut mich sehr.
??? Wie lange können die Bilder besichtigt werden?
Timo Braun: Die Ausstellung läuft noch etwa drei Wochen. Das Ganze entstand sehr spontan: Christina Lehmann (Betreuungsdienstleitende des Hauses) sprach mich erst letzte Woche Mittwoch an, ob ich nicht Lust hätte, die Wände hier zu verschönern. Da ich gerade viele Pop-Art-Bilder fertig hatte haben wir es einfach gewagt.
??? Erzählen Sie uns von Ihrer Vorliebe für Pop-Art!
Timo Braun: Das ist eine spannende Geschichte. Durch Arbeitsunfälle bedingte Pausen lernte ich einen italienischen Künstler kennen, der mich für die Welt der Pop-Art begeisterte. Ich fing an, mit Mickey Mouse und Donald Duck zu experimentieren. Mein früherer Diplom-Professor war zwar skeptisch gegenüber dem Trend, aber ich finde, Pop-Art ist echte Kunst. Es geht mir um die positive Botschaft: Man darf nie aufgeben, es geht immer weiter.
??? Ist die Malerei Ihr Hauptberuf?
Timo Braun: Ich mache das momentan nebenberuflich. Als Künstler mit Familie ist es oft schwer, allein von der Kunst zu leben. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem in einer Polsterei, mache ich nun eine Umschulung zum Arbeitserzieher. Mein Ziel ist es, später auch mit meinem Klientel künstlerisch zu arbeiten und sie so wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen.
??? Ihre Bilder sprühen vor Energie. War Ihr Stil schon immer so farbenfroh?
Timo Braun: Nicht immer. Während meines Studiums in Stuttgart habe ich unter der Leitung namhafter Dozenten viel über das Bauhaus-Prinzip und kubistische Sichtweisen gelernt. Mein Abschlussdiplom hatte jedoch das eher düstere Thema „Nahtoderfahrung“. Seit ich in Rheinland-Pfalz lebe und durch meine neue Beziehung zu Sabrina ist mein Stil viel bunter und lebensbejahender geworden. Ich genieße diese Farbenfreude sehr.
??? Welche Comicfiguren liegen Ihnen besonders am Herzen?
Timo Braun: Donald Duck und Mickey Mouse sind meine Favoriten, ich habe mich aber auch schon an Tweety versucht. In Zukunft reizen mich auch französische Comics wie Asterix und Obelix. Wichtig ist mir der handwerkliche Aspekt: Während viele heute im Siebdruckverfahren arbeiten, ist bei mir jedes Bild ein Unikat. Dieses Handwerk, zum Beispiel den Umgang mit der Sprühdose, möchte ich später auch an mein Klientel oder meinen Sohn weitergeben.
??? Haben Sie künstlerische Vorbilder?
Timo Braun: Angefangen hat alles mit Franz Marc. Danach faszinierte mich Edvard Munch, weil seine Kunst sehr tiefgründig und mysteriös ist. Auch August Macke, der „Lichtmaler“, hat mich stark geprägt. Ich orientiere mich gerne an Künstlern, die aus der Region kommen oder eine besondere Ausdruckskraft besitzen.
??? Wo haben Sie bisher ausgestellt und was ist Ihr größter Traum?
Timo Braun: Ich hatte bereits unzählige Ausstellungen, etwa im Stuttgarter Rathaus oder an Hochschulen. Mein größter Wunsch ist es, meine künstlerische Energie fest in meinen künftigen Beruf zu integrieren und weiterhin Galerien zu finden, die meinen Werken einen Raum geben.
(mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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