Verheiratet mit den Verlobten durch Italien
Lecco: Manzonis Sommerresidenz
- Foto: Alberti
- hochgeladen von Stephan Alberti-Riedl
Quel ramo del lago di Como… (Jener Arm des Comer Sees…)
Mit diesen berühmten Worten, die die meisten Italiener so oft gehört haben wie Weimarer den Anfang von Faust, beginnt Alessandro Manzoni seinen berühmten Roman I Promessi Sposi, mit dem er den Seeabschnitt bei Lecco beschreibt. Wer von der Villa Manzoni aus auf den Comer See blickt, sieht, wovon Manzoni unmittelbar inspiriert wurde.
Nach Bergamo (wo Lucia und Renzo ihr Glück fanden), Monza (wohin Lucia flüchtete) und Milano (wo sich die beiden nach vielen Jahre endlich wiedersahen), verschlug es uns nun nach Lecco (wo Lucia und Renzo aufwuchsen und heiraten wollten). Obwohl die Stadt vergleichsweise klein ist, hat sie aufgrund von Manzoni und seinem Roman einen Sonderstatus: Manzoni lebte zwar den Großteil seines Lebens in Milano und Paris, aber den Großteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er hier auf dem Familiensitz und ließ sich von der Landschaft inspirieren.
Mit der Villa selbst angefangen: Diese befand sich bis 1818 im Besitz der Manzonis, bis sie an den Seidenunternehmer Giuseppe Scola verkauft wurde. Die Scolas gingen sehr sorgsam mit dem Haus um, sodass viele Räume und Originalgegenstände erhalten blieben. 1940 wurde die Villa dann zum Nationaldenkmal erklärt und ging in kommunalen Besitz über: Heute ist sie ein Museum, welches während unseres Aufenthalts renoviert wurde, sodass wir es nicht besichtigen konnten.
Glücklicherweise bot die Stadt genügend weitere kulturelle Angebote, die sich um Manzoni und sein literarisches Erbe drehten: So gab es literarische Rundwege, die zu Orten führten, die Manzoni inspirierten, sowie Aufsteller von den Hauptfiguren aus dem Roman, wenn sie in der heutigen Zeit leben würden. Kurzum: ein literarisches Freiluftmuseum, das zum Erkunden und Verweilen einlädt.
Aber auch für Naturfreunde bietet Lecco neben dem schönen Fluss Adda auch noch eine wunderbare Berglandschaft, die zum Wandern und Klettern verführt.
Mehr dazu in den kommenden Artikeln.
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