Kirchheimbolanden
Beirat für Migration und Integration beriet über Einbürgerung, Ausländerbehörde, Integrationsleitfaden und Ehrenamt

Kirchheimbolanden, 09. Juni 2026. Der Beirat für Migration und Integration des Donnersbergkreises kam am Dienstag, 9. Juni 2026, zu seiner vierten Sitzung in der Wahlperiode 2024/2029 zusammen. Die Vorsitzende Silvia König eröffnete die Sitzung, begrüßte die Anwesenden und stellte die ordnungsgemäße Einladung sowie die Beschlussfähigkeit fest.

Ein Schwerpunkt der Sitzung war die Vorstellung der Einbürgerungsbehörde. Kiara Mager und Margarete Kaldi informierten über die Aufgaben und Abläufe im Bereich Einbürgerung und gaben den Beiratsmitgliedern einen Einblick in die praktische Arbeit der Behörde.

Judith Mattern-Denzer berichtete anschließend über die aktuelle Situation in der Ausländerbehörde. Sie informierte über Änderungen im Zusammenhang mit dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem, das am 12. Juni 2026 startet. Thematisiert wurden unter anderem das Screening an den Außengrenzen, die Altersfeststellung bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern, der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Arbeitsmarkt sowie der Schulzugang für schulpflichtige Asylbewerbende.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Integrationsleitfaden des Donnersbergkreises. Dieser war vor rund zweieinhalb Jahren in Workshops erarbeitet worden und umfasst sieben Handlungsfelder. Da eine Umsetzung aufgrund enger Fördervoraussetzungen des Landes Rheinland-Pfalz bislang nicht wie geplant erfolgen konnte, wurden alternative Wege gesucht. Inzwischen hat Carolin Bayer, Leiterin des Referates Sozialplanung, Betreuungsbehörde und Flüchtlingshilfe, die Fortschreibung des Leitfadens anteilig übernommen. Gemeinsam mit dem Beirat und weiteren Akteuren soll der Leitfaden nun weiterentwickelt und mit konkreten Inhalten gefüllt werden.

Für die nächsten Schritte sollen insbesondere Rückmeldungen von Menschen mit Migrationsgeschichte eingeholt werden. Von Interesse ist dabei, welche Handlungsfelder aus ihrer Sicht rückblickend für die eigene Integration besonders wichtig waren und daher künftig prioritär behandelt werden sollten. Eine entsprechende Abfrage über die Plattform INTEGREAT ist vorgesehen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte Dr. Erika Steinert die Donnersberger Integrationsinitiative e.V. vor. Der Verein engagiert sich seit Jahren für den sozialen Zusammenhalt und die Integration im Donnersbergkreis und in der Nordpfalz. Zu seinen Aufgaben und Projekten gehören unter anderem die Unterstützung von Geflüchteten, die Förderung von Begegnung und Austausch, Bildungs- und Lernangebote, kulturelle Projekte sowie die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.

Besondere Bedeutung haben dabei niedrigschwellige Begegnungsangebote wie das Interkulturelle Café, bei dem Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch kommen können. Dort werden Austausch, gegenseitiges Kennenlernen und ein respektvolles Zusammenleben gefördert. Auch Gesprächsformate mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Zivilgesellschaft gehören dazu, um Fragen rund um Aufenthalt, Integration und Alltag im Donnersbergkreis direkt und verständlich zu besprechen.

Darüber hinaus war und ist die Donnersberger Integrationsinitiative in verschiedenen Projekten aktiv: Dazu zählen unter anderem Nachbarschaftshilfe, Lernpatenschaften und außerschulische Lernangebote, Unterstützung für geflüchtete Menschen, Kultur- und Ausstellungsprojekte sowie Beiträge im Rahmen der Interkulturellen Wochen. Ziel des Vereins ist es, Menschen zusammenzubringen, Teilhabe zu ermöglichen und Integration als gemeinsamen Prozess von Zugewanderten und Aufnahmegesellschaft sichtbar zu machen.

Außerdem berichtete Anneliese Ecker-Henn, Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration der Stadt Eisenberg, über ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe. Seit 2015 unterstützt sie Migrantinnen und Migranten unter anderem beim Ausfüllen von Formularen, bei Kontakten mit Behörden, bei der Arbeitssuche, bei Arztbesuchen sowie bei Fragen rund um Schule und Bildung. Seit 2016 bietet sie zudem regelmäßig Deutschkurse an. Auch Familien auf dem Weg zur Härtefallkommission hat sie bereits erfolgreich begleitet.

Natalija Wald informierte über die letzte Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz, die am 18. April 2026 in Koblenz stattfand. Themen waren unter anderem die Wahlen in Rheinland-Pfalz, das Projekt „Beiräte vor Ort“, ein Antrag zur Durchführung eines gemeinsamen Wahltages sowie Integrations- und Sprachkurse.

Zum Abschluss richtete der Beirat den Blick auf die Interkulturelle Woche, die vom 27. September bis 4. Oktober 2026 stattfindet. Silvia König warb um die Mitarbeit der Mitglieder sowie um weitere Angebote und Veranstaltungen. Ziel ist es, die Interkulturelle Woche im Donnersbergkreis mit vielfältigen Beiträgen zu gestalten.

Die Sitzung endete um 17:35 Uhr. Silvia König dankte allen Anwesenden für ihre Mitarbeit und ihr Engagement.

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Autor:

Mirco Faller aus Rockenhausen

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