Übung: Feuerausbruch auf Motorschiff Olga hat weitreichende Folgen
Großübung am Yachthafen in Neuburgweier

Großübung am Yachthafen in Neuburgweier
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Rheinstetten. Wer das Idyll am Altrhein in Neuburgweier kennt, der weiß, wie dort üblicherweise die Wochenenden im Frühjahr ablaufen. Während die ersten Sonnenhungrigen den Biergarten im Zollhaus bevölkern, beginnen im Yachtclub Oberrhein die Bootseigner damit, ihre Yachten aus dem Winterschlaf zu holen. Ein Schwan zieht gemächlich seine Bahnen während ein Barsch sich im flachen Wasser auf die Jagd nach Beute begibt. Doch halt! Nicht so am vergangenen Samstag.

Auf Einladung des Vorsitzenden des Yachtclubs Oberrhein nutzten die beiden Feuerwehrabteilungen aus Rheinstetten, die Feuerwehr Au am Rhein sowie die DRK Bereitschaften aus Ettlingen, Forchheim, Neuburgweier und Hardt das Areal für eine großangelegte Übung. Um die im Rheinwald lebenden Tiere nicht zu sehr zu stören entschied die Übungsleitung sich für eine „stille“ Anfahrt, ohne Sondersignal.
Folgendes Übungsszenario wurde angenommen: Ein vorbeifahrendes Frachtschiff meldete der Integrierten Leitstelle Karlsruhe aufsteigenden Rauch aus dem Bereich des Yachthafens. Zeitgleich gingen weitere Notrufe von Spaziergängern ein.

Die Meldungen veranlassten den Disponenten in der Leitstelle umfangreiche Kräfte zu alarmieren. Was war geschehen? Nach einer Motorreparatur befand sich das Motorschiff „Olga“ auf einer Testfahrt im Hafenareal. Als plötzlich im Motorraum ein Feuer ausbrach retteten sich die drei Personen der Bootsbesatzung in den hinteren Bereich des Schiffes.

Das Schiff fuhr ungebremst in einen Bootsschuppen, der als Werkstatt und Lagerraum genutzt wird. Dort tätige Mechaniker wurden von Feuer und Rauch eingeschlossen. Ebenso gab es unter der Pergola des angrenzenden Clubhauses weitere Verletzte durch die Verpuffung und dem daraus resultierenden Brand. Im Clubhaus fand zu dieser Zeit eine Kindergeburtstagsfeier statt. Die Kinder konnten aufgrund des Rauches die Räumlichkeiten zwar nicht verlassen, waren aber grundsätzlich nicht unmittelbar gefährdet. Die Räume waren nicht verraucht.

Der Gruppenführer des ersteintreffenden Löschfahrzeuges verschaffte sich ein Bild der Lage. Daraufhin entschied er, das mitgeführte Mehrzweckboot der Abteilung Neuburgweier zu Wasser zu lassen. Während das zeitgleich eintreffende Boot der Feuerwehr Au am Rhein die Brandbekämpfung auf der „Olga“ übernahm, kümmerten sich die Kameraden aus Neuburgweier unter Atemschutz um die Rettung der verletzten Personen. Nach und nach wurde es auf dem Parkplatz oberhalb des Yachtclubs ziemlich eng. Die eintreffenden Kräfte der Abteilung Rheinstetten sowie das Löschfahrzeug der FF Au am Rhein kümmerten sich um die Wasserversorgung, die Brandbekämpfung von Landseite und um die Rettung der vermissten Mechaniker im Werkstattbereich.

Zeitgleich entwickelten sich die medizinischen Hilfsstrukturen durch die eintreffenden Rettungskräfte des DRK oberhalb des Yachtclubs. Hier wurden die an Land verbrachten Verletzten fachgerecht versorgt und fiktiv in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die Kameraden des DRK hatten es mit vielen unterschiedlichen Verletzungsmustern zu tun. Neben Patienten, die reanimiert werden mussten, gab es Verletzte mit Platzwunden, Verbrennungen und Knochenbrüchen. Hier gilt unser Dank dem Team des DRK, welches die Verletzten absolut realistisch geschminkt und vorbereitet hatte. Als für die Feuerwehr die Brandbekämpfung sowie die Rettung der schwerverletzten Personen abgeschlossen war und man sich gerade um die eingeschlossenen Kinder im Clubhaus kümmern wollte, hatte die Übungsleitung noch eine Erschwerung der Lage in petto.

Man nahm an, dass der inzwischen rauchfreie Steg durch die Hitze des Brandes instabil geworden wäre. Somit entschied sich der verantwortliche Zugführer, die Rettung der Kinder mittels der beiden Mehrzweckboote vorzunehmen. Die Kinder wurden bei ihrer Ankunft von den Rettungskräften des DRK in Empfang genommen und betreut. Die besonderen Herausforderungen dieser Übung bestanden in der Kommunikation der unterschiedlichen Hilfsorganisationen der aneinander angrenzenden Landkreise, der Vielzahl der betroffenen Personen und das relativ große Areal.

Das DRK richtete ein besonderes Augenmerk auf die Übergabe der Patienten durch die Feuerwehr, die Bewältigung der anfänglich immer entstehenden Chaosphase im Einsatz sowie der Aufbau der Führungsstruktur und der strukturierten Patientenablage. Alle gestellten Aufgaben wurden von DRK und Feuerwehr durch enge Kooperation vorbildlich gemeistert. An der Übung war das DRK mit vier Fahrzeugen, 15 eingesetzten Kräften sowie drei Übungsbeobachtern aus den Ortsvereinen Ettlingen, Forchheim, Hardt und Neuburgweier beteiligt. Die Feuerwehr Au am Rhein war mit dem Mehrzweckboot, zwei Fahrzeugen und 18 Feuerwehrleuten im Einsatz. Die beiden Abteilungen der Feuerwehr Rheinstetten waren mit sechs Fahrzeugen und 43 Einsatzkräften sowie fünf Übungsbeobachtern vor Ort. Zur Rettung und Versorgung standen uns 24 Mimen zur Verfügung.

Infos: Die Organisatoren danken allen beteiligten Helfern, Verletzten, Organisatoren und der Übungsleitung sowie vor allem dem Yachtclub Oberrhein, der diese Übung überhaupt ermöglichte, www.rheinstetten.de

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