US-Truppenabzug nahe Ramstein: Studie sieht Jobverluste
- Ein Truppenabzug aus Deutschland könnte Tausende Jobs kosten.
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Ramstein. Ein möglicher Abzug von US-Soldaten aus Deutschland könnte in Regionen rund um große Militärstandorte spürbare Jobverluste auslösen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ZEW Mannheim und der Universität zu Köln. Demnach geht im Umfeld betroffener Stützpunkte im Schnitt eine halbe Vollzeitstelle verloren für jeden Soldaten, der abgezogen wird.
Ausgangspunkt der Analyse ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, rund 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Besonders betroffen wären Regionen mit großen US-Basen wie in Rheinland-Pfalz rund um die Ramstein Air Base. Dort hängen viele Arbeitsplätze indirekt vom Militärstandort ab.
Erfahrungen aus dem Abzug nach dem Kalten Krieg
Die Forschenden stützen sich auf Daten aus den 1990er-Jahren. Nach dem Ende des Kalten Krieges verließen damals etwa 200.000 US-Soldaten Deutschland. Laut Studie löste der Rückzug in vielen Regionen deutliche wirtschaftliche Schocks aus. Studienautor Jakob Schmidhäuser vom ZEW erklärt: „Die Effekte durch den Truppenabzug gingen weit über direkte Entlassungen an US-Militärbasen hinaus. Rund 61 Prozent der abgebauten Arbeitsplätze betrafen regionale Unternehmen.“ Grund seien vor allem sinkende Konsumausgaben der Soldaten und ihrer Familien gewesen.
Kommunen verlieren Einnahmen
Auch Städte und Gemeinden spürten laut Untersuchung die Folgen. Durch den Rückgang von Kaufkraft und Wirtschaftskraft fehlten Einnahmen in den kommunalen Haushalten. „Die betroffenen Standorte und deren Nachbargemeinden reagierten auf Einnahmeausfälle von rund neun Prozent ihrer Haushalte mit Konsolidierungen“, sagt Co-Autor Johannes Kochems von der Universität zu Köln. Viele Kommunen kürzten Ausgaben und erhöhten Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer. Langfristig habe sich der Rückgang der Einnahmen bei etwa drei Prozent eingependelt.
Langfristige Folgen für Beschäftigte
Die Studie zeigt zudem langfristige Auswirkungen auf Arbeitnehmer. Menschen, die im Zuge von Kasernenschließungen ihren Job verloren, hatten auch 15 Jahre später geringere Beschäftigungschancen. Ihr Einkommen lag im Durchschnitt dauerhaft rund neun Prozent unter dem früheren Niveau. Besonders stark trafen solche Entwicklungen Regionen mit ohnehin schwächeren Arbeitsmärkten. Genau dort könnten mögliche neue Truppenabzüge erneut deutliche wirtschaftliche Folgen auslösen. dpa/red
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |