US-Truppenabzug bei Ramstein: Trump nennt deutlich höhere Zahl
- Trump bekräftigt: Die Truppenstärke in Deutschland soll deutlich reduziert werden.
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Ramstein. Für Regionen mit US-Stützpunkten in Deutschland könnte sich die Militärpräsenz deutlich verändern. US-Präsident Donald Trump hat einen stärkeren Abzug amerikanischer Soldaten angekündigt als zunächst vom Pentagon genannt.
Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, 1. Mai, zunächst, dass in den kommenden sechs bis zwölf Monaten rund 5000 Soldaten aus Deutschland abgezogen werden sollen. Kurz darauf stellte Trump diese Zahl infrage. Auf dem Flughafen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida sagte er auf eine Reporterfrage. „Wir werden stark reduzieren. Und zwar um weit mehr als 5000.“
Nach Angaben des US-Militärs waren Mitte April rund 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert. Die Zahl schwankt regelmäßig wegen Übungen und Rotationen. Welche Standorte konkret betroffen sein könnten, ist bislang offen.
Wichtige US-Stützpunkte in Deutschland
Deutschland gilt seit Jahrzehnten als zentraler Standort für das US-Militär in Europa. Von hier aus werden auch Einsätze im Nahen Osten unterstützt.
Zu den wichtigsten Einrichtungen zählen unter anderem
- die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz als großes Drehkreuz der US-Luftwaffe
- das US-Europakommando in Stuttgart
- weitere Militärstandorte und Logistikzentren in mehreren Bundesländern
Berlin setzt auf Deeskalation
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte am Samstag, 2. Mai, die gemeinsamen Interessen beider Länder. „Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Auch die Nato versucht nach eigenen Angaben, Details der Entscheidung zu klären. Eine Sprecherin erklärte auf der Plattform X, man arbeite mit den USA zusammen, um die geplanten Änderungen bei der Truppenpräsenz besser zu verstehen.
Skepsis auch in den USA
Selbst in Trumps Republikanischer Partei gibt es kritische Stimmen. Der republikanische Senator Roger Wicker und der Abgeordnete Mike Rogers warnten, der Abzug einer US-Brigade aus Deutschland könne die Abschreckung gegenüber Russland schwächen.
Zugleich verwiesen sie darauf, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben zuletzt deutlich erhöht habe und bei militärischen Operationen der USA kooperativ gewesen sei.
Unklare Zukunft für Raketenstationierung
Zusätzliche Fragen gibt es bei der geplanten Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland. Die Vorgängerregierung von Präsident Joe Biden hatte beim Nato-Gipfel 2024 zugesagt, entsprechende konventionelle Systeme zu stationieren.
Sollte dieses Vorhaben gestoppt werden, hätte das aus Sicht von Sicherheitspolitikern größere Folgen als der angekündigte Teilabzug von Soldaten.
Reaktionen aus Deutschland
Die politischen Reaktionen in Deutschland fallen gemischt aus. In Rheinland-Pfalz wird neben sicherheitspolitischen Fragen auch die wirtschaftliche Bedeutung der US-Truppen betont. Viele Regionen profitieren seit Jahrzehnten von Arbeitsplätzen und Aufträgen rund um die Militärstandorte.
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, sprach von „keinem Grund zur Panik“. Gleichzeitig sei die Entwicklung ein weiterer Weckruf für Europa, mehr Verantwortung in der Verteidigung zu übernehmen.
Andere Stimmen kritisieren die Entscheidung deutlich. Vertreter der Grünen sehen darin ein Risiko für die europäische Sicherheit. Die Linke begrüßte dagegen jeden Abzug von Soldaten aus Deutschland.
Beobachter verweisen außerdem auf politische Spannungen zwischen Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte sich zuletzt kritisch zum US-Vorgehen im Iran-Krieg geäußert. Trump reagierte darauf öffentlich mit scharfer Kritik. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |