Truppenprüfung bei Ramstein: USA erwägen Abzug aus Deutschland
- US-Präsident Trump erwägt eine Reduzierung der Truppen in Deutschland.
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Droht ein Einschnitt mit Folgen für die Westpfalz? Neue Aussagen aus Washington bringen Bewegung in die Debatte um die Zukunft der US-Truppen – auch rund um Air Base Ramstein wächst die Unsicherheit. Wie konkret sind die Pläne – und was würde ein Abzug für die Region bedeuten?
Ramstein. Eine mögliche Verringerung der US Truppen in Deutschland könnte auch die Regionen rund um große Militärstützpunkte wie die Air Base Ramstein betreffen. Präsident Donald Trump erklärte, die USA prüften derzeit eine Reduzierung ihres Kontingents. Eine Entscheidung solle in Kürze fallen.
Trump schrieb am Dienstag, 28. April, auf seiner Plattform „Truth Social“, dass über einen möglichen Abzug nachgedacht werde. Hintergrund ist ein politischer Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Der US Präsident reagierte damit auf dessen Kritik an der amerikanischen Offensive gegen den Iran. Trump griff den Kanzler scharf an und erklärte, dieser habe „keine Ahnung, wovon er spricht“. Zugleich warf er Merz vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.
Deutschland bleibt zentraler Standort für US Militär
Nach Angaben des US Militärs waren Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert. Etwa 39.000 davon befinden sich in Deutschland. Die Zahl schwankt regelmäßig durch Übungen und Truppenrotationen. Deutschland ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Standort für die amerikanischen Streitkräfte. Besonders bedeutend ist der Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern. Dort befindet sich die größte US Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten. Die Präsenz der Truppen ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Tausende zivile Beschäftigte arbeiten für das US Militär. Zusätzlich profitieren lokale Unternehmen von Aufträgen, Mieten und Dienstleistungen. Schätzungen zufolge fließen allein durch die Air Base Ramstein jedes Jahr Hunderte Millionen Euro in die regionale Wirtschaft. In der Nähe entsteht derzeit zudem das größte US Militärkrankenhaus außerhalb der USA.
Frühere Abzugspläne sorgten bereits für Debatten
Bereits während seiner ersten Amtszeit plante Trump einen Abzug von etwa 12.000 Soldaten aus Deutschland. Damals waren rund 35.000 US Soldaten im Land stationiert. Ein Teil sollte in andere europäische Länder verlegt werden. Andere sollten in die USA zurückkehren. Trump begründete die Pläne damals mit aus seiner Sicht zu geringen deutschen Verteidigungsausgaben. Nach seinem Amtsantritt stoppte Präsident Joe Biden das Vorhaben. Der US Kongress beschloss Ende 2025 zudem einen Sicherheitsmechanismus. Danach darf die Zahl der dauerhaft im Bereich des Europa Kommandos stationierten Soldaten nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Andernfalls sind besondere Berichtspflichten vorgesehen.
Streit zwischen Trump und Merz
Noch im März hatte Merz nach einem Treffen in Washington erklärt, Trump habe zugesichert, an der amerikanischen Truppenpräsenz in Deutschland festhalten zu wollen. Ob damit auch die aktuelle Truppenstärke gemeint war, blieb offen. Zuletzt verschärfte sich jedoch der Ton zwischen beiden Politikern. Merz kritisierte die US Regierung öffentlich und warf ihr vor, im Iran Konflikt keine klare Exit Strategie zu verfolgen. Der Kanzler wies zugleich Spekulationen über ein angespanntes persönliches Verhältnis zurück. Aus seiner Sicht sei der Austausch mit dem US Präsidenten weiterhin gut und die Gespräche liefen weiter. dpa/red
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |