Rofu in der Krise: Bleibt das Zentrallager in Ramstein bestehen?

Die Spielwarenkette Rofu Kinderland befindet sich derzeit in einer Sanierungsphase. In der Westpfalz sind vier Filialen sowie eines der Zentrallager in Ramstein betroffen. | Foto: Erik Stegner
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Zentrallager Ramstein im Fokus – vier Filialen in der Westpfalz betroffen.

Rofu streicht 60 Jobs in Ramstein – Lager wird geschlossen

Von Erik Stegner
Ramstein-Miesenbach. Die Rofu-Insolvenz sorgt in der Westpfalz für wachsende Unsicherheit. Während der Verkauf in den Filialen der Spielwarenkette Rofu Kinderland vorerst weiterläuft, rückt ein Standort besonders in den Fokus: das große Zentrallager in Ramstein. Offizielle Aussagen des Unternehmens zur Zukunft des Logistikstandorts stehen bislang aus. Wie geht es für den Standort und seine Mitarbeiter weiter?

Rofu streicht 60 Jobs in Ramstein – Lager wird geschlossen

25.000 Quadratmeter Logistikfläche in Ramstein

Nach Angaben von Bürgermeister Ralf Hechler handelt es sich beim Ramsteiner Lager um eine angemietete Logistikfläche von rund 25.000 Quadratmetern. Aktuelle Beschäftigtenzahlen liegen der Verbandsgemeinde nicht vor. In früheren Jahren sei bei offiziellen Anlässen von 70 bis 80 Mitarbeitern die Rede gewesen. Ob diese Größenordnung noch gilt, ist unklar. Eigentümer des ehemaligen Teppichbodenwerks und heutigen Logistikzentrums ist nicht Rofu selbst, sondern die Firma Gutperle. Rofu gilt dort als größter Mieter.

Eröffnung des Rofu-Zentrallagers im Industriezentrum Westrich in Ramstein im Jahr 2006: Bereits damals wurde der Standort als logistisches Herzstück des Unternehmens eingeordnet. | Foto: Erik Stegner
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Historisch als Zentrallager aufgebaut

Die besondere Rolle des Standorts lässt sich historisch belegen. Zur Eröffnung im Jahr 2006 wurde Ramstein als logistisches Herzstück des Unternehmens beschrieben. Damals war von Investitionen in Millionenhöhe, rund 60 Vollzeitarbeitsplätzen und einer geplanten Erweiterung auf bis zu 100 Stellen die Rede. Mehrere Außenlager in Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurden in Ramstein zusammengeführt. Die Nähe zur Autobahn sowie die zentrale Lage im Industriezentrum Westrich galten als entscheidende Standortvorteile. Schon damals wurde das Lager nicht als Regionaldepot, sondern als überregionaler Verteilerpunkt eingeordnet.

Archivaufnahme von 2006: Bei der Eröffnung des Rofu-Zentrallagers in Ramstein spricht ein Unternehmensvertreter vor den Hochregalen der Logistikhalle. | Foto: Erik Stegner
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Konsolidierung statt Expansion

Hechler bewertet die aktuelle Lage bei Rofu Kinderland als Phase der Konsolidierung. Der Standort sei ursprünglich klar auf Wachstum ausgelegt gewesen, nun gehe es eher um Stabilisierung. Nach seinem Eindruck würden sowohl die Unternehmenszentrale in Hopfstädten-Weiersbach als auch das Logistikzentrum Ramstein weiterhin eine wichtige Rolle innerhalb der Struktur spielen. In beide Einrichtungen sei in den vergangenen Jahren investiert worden. Verbindliche Aussagen könnten jedoch ausschließlich das Unternehmen selbst oder die Insolvenzverwaltung treffen. Entsprechende Presseanfragen blieben bislang unbeantwortet.

Eingangsbereich der Rofu-Filiale in Pirmasens: Der Verkauf läuft in allen Filialen nach Unternehmensangaben vorerst weiter. | Foto: Erik Stegner
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Vier Filialen in der Westpfalz betroffen

In der Westpfalz betreibt Rofu Kinderland Filialen in Kaiserslautern, Landstuhl, Pirmasens und Zweibrücken. Nach Unternehmensangaben soll der Betrieb zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Der Online-Shop ist seit Dienstag zeitweise nicht erreichbar; auf der Internetseite wird auf Wartungsarbeiten hingewiesen. Durch staatliche Insolvenzhilfen sind die Löhne der Mitarbeiter vorerst gesichert. Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen unter anderem Kaufzurückhaltung und ein schwaches Weihnachtsgeschäft. Nach Informationen des Wochenblattes werden derzeit Gespräche mit möglichen Investoren geführt, die mit frischem Kapital und neuen Konzepten den Fortbestand sichern sollen.

Insolvenz in Eigenverwaltung – was bedeutet das?

Die Rofu-Insolvenz läuft in Eigenverwaltung. Das bedeutet: Nicht ein externer Insolvenzverwalter übernimmt die Führung, sondern die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht das Verfahren. Ziel dieser Form der Insolvenz ist es, den Geschäftsbetrieb möglichst normal fortzuführen und das Unternehmen unter gerichtlicher Aufsicht zu sanieren statt abzuwickeln. Für Kunden wirkt der Betrieb daher oft unverändert, intern werden jedoch Kosten, Standorte und Strukturen intensiv geprüft. Deutschlandweit beschäftigt Rofu Kinderland rund 2000 Mitarbeiter in etwa 100 Filialen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Nach bisherigen Unternehmensangaben soll der Verkauf in den Filialen in Kaiserslautern, Landstuhl, Pirmasens und Zweibrücken zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Eine langfristige Standortgarantie gibt es jedoch nicht. Entscheidungen zur künftigen Struktur stehen noch aus.
Das Zentrallager umfasst rund 25 000 Quadratmeter Logistikfläche und gilt seit Jahren als wichtiger Verteilerpunkt für die Region. Historisch wurde der Standort als logistisches Herzstück aufgebaut und mehrere Außenlager wurden dort zusammengeführt.
Aktuelle Zahlen liegen der Verbandsgemeinde nicht vor. In früheren Jahren war bei offiziellen Anlässen von etwa 70 bis 80 Beschäftigten die Rede. Ob diese Größenordnung heute noch gilt, ist unklar.
Das Gebäude gehört nicht Rofu selbst, sondern der Firma Gutperle. Rofu ist dort Mieter und gilt als größter Nutzer der Logistikhalle.
Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert die Sanierung selbst, überwacht von einem gerichtlich bestellten Sachwalter. Ziel ist es, den Betrieb möglichst normal fortzuführen und das Unternehmen zu stabilisieren, statt es sofort abzuwickeln. Intern werden dabei Kosten, Standorte und Strukturen intensiv geprüft.

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Die Spielwarenkette Rofu Kinderland befindet sich derzeit in einer Sanierungsphase. In der Westpfalz sind vier Filialen sowie eines der Zentrallager in Ramstein betroffen. | Foto: Erik Stegner
Eröffnung des Rofu-Zentrallagers im Industriezentrum Westrich in Ramstein im Jahr 2006: Bereits damals wurde der Standort als logistisches Herzstück des Unternehmens eingeordnet. | Foto: Erik Stegner
Markanter Schriftzug am Rofu-Gebäude – das Unternehmen prüft aktuell seine Standortstruktur. | Foto: Erik Stegner
Archivaufnahme von 2006: Bei der Eröffnung des Rofu-Zentrallagers in Ramstein spricht ein Unternehmensvertreter vor den Hochregalen der Logistikhalle. | Foto: Erik Stegner
Eingangsbereich der Rofu-Filiale in Pirmasens: Der Verkauf läuft in allen Filialen nach Unternehmensangaben vorerst weiter. | Foto: Erik Stegner
Außenwerbung eines Rofu-Standorts – das Unternehmen beschäftigt bundesweit rund 2.000 Mitarbeiter. | Foto: Erik Stegner
Autor:

Erik Stegner aus Landstuhl

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