Iran-Krieg verunsichert Urlauber: Reiseexperte aus Ramstein erklärt die Folgen für den Urlaub
- Leere Straßen, leere Hotels: Die Eskalation im Nahen Osten schreckt Urlauber ab – viele verschieben ihre Reisepläne.
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Viele Urlaubspläne geraten ins Wanken. Reiseexperte Hans-Georg Portner erklärt, welche Ziele jetzt überhaupt noch infrage kommen und worauf Kunden achten sollten.
Von Erik Stegner
Ramstein-Miesenbach. Der Krieg im Nahen Osten und die Spannungen rund um den Iran setzen die Reisebranche in Deutschland unter Druck. Besonders betroffen sind Urlaubsziele in der Golfregion – allen voran Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das in den vergangenen Jahren zu den beliebtesten Fernreisezielen deutscher Urlauber zählte. Die Unsicherheit bei den Verbrauchern ist groß, viele Menschen warten ab, wie sich die geopolitische Lage entwickelt – mit direkten Folgen für die Reisebranche.
Buchungen brechen ein
„Wir erleben gerade den schlechtesten Monat seit Corona. Die Buchungszahlen sind rückläufig“, berichtet Hans-Georg Portner, Geschäftsführer des Reisebüros Idee-Reisen in Ramstein. Portner kennt die Branche seit Jahrzehnten. Mit seinem Reisebüro ist er seit über 30 Jahren in Ramstein aktiv und betreut eine große Stammkundschaft.
- Hans-Georg Portner führt seit über 30 Jahren das Reisebüro Idee-Reisen in Ramstein und beobachtet derzeit einen deutlichen Rückgang bei Buchungen.
- Foto: Frank Schäfer
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Während zu Jahresbeginn normalerweise viele Frühbuchungen für den Sommer eingehen, sei die Nachfrage derzeit „quasi im Keller“. Besonders stark betroffen sind Reisen in den Nahen Osten. Ziele wie Dubai, Doha oder Oman, die in den vergangenen Jahren als sichere und beliebte Reiseziele galten, werden aktuell kaum noch gebucht. „Vor wenigen Wochen war Dubai für viele Urlauber ein Traumziel – jetzt ist die Verunsicherung groß“, sagt Portner.
Reisewarnungen entscheiden über Stornierungen
Entscheidend ist für Urlaubswillige die Einschätzung des Auswärtigen Amtes, das regelmäßig Sicherheitshinweise und Reisewarnungen veröffentlicht. Wird eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen, können Kunden meist kostenfrei von einer Reise zurücktreten. Ohne eine solche Warnung greifen die normalen Stornobedingungen der Veranstalter. Vor allem große Veranstalter ermöglichen zwar Kulanzlösungen wie Terminverschiebungen oder ein anderes Reiseziel, mögliche Preisunterschiede müssen Kunden aber dann doch selbst tragen.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in weite Teile des Nahen Ostens – darunter unter anderem Israel, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Saudi-Arabien. Die Warnung gilt auch für Transitaufenthalte. Hintergrund sind anhaltende Luftangriffe zwischen Israel, den USA und Iran sowie die Gefahr weiterer Eskalationen. Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen in die Region eingeschränkt oder ganz eingestellt.
Ägypten, Türkei und Griechenland als Alternativen
Wer aktuell nicht in die Golfregion reisen möchte, entscheidet sich häufig für klassische Alternativen wie Ägypten, Griechenland oder die Türkei. Andere Ziele bleiben dagegen deutlich weniger gefragt. Insgesamt spürt die Branche vor allem eines: Zurückhaltung. „Die Leute verfolgen jeden Tag die Nachrichten und warten ab, wie sich die Lage entwickelt“, berichtet Portner. Selbst Fernreisen in die Karibik oder Urlaube im Mittelmeerraum werden kritischer betrachtet.
Viel Beratung – wenig Umsatz
Für die Reisebranche bedeutet die Situation viel Beratungsaufwand bei gleichzeitig sinkenden Umsätzen. „Wir prüfen regelmäßig die Sicherheitslage, um unsere Kunden zu informieren“, sagt Portner. Seine Hoffnung: Sollte sich die politische Lage entspannen, könnte die Nachfrage schnell zurückkehren und zumindest ein Teil der Verluste in den kommenden Monaten wieder aufgeholt werden. Sein Rat an Menschen mit Reiseplänen: Panik ist nicht angebracht. Aber Urlauber sollten jetzt genau prüfen, wohin sie reisen, bei welchem Veranstalter sie buchen und wie sich die Sicherheitslage im Allgemeinen entwickelt. Ein Ansprechpartner vor Ort kann im persönlichen Gespräch Unklarheiten klären und direkt beim Anbieter helfen.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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