„Ein Vorbild für die ganze Stadt“
Landesehrennadel im Jubiläumsjahr der Schalmeien

Philippsburg. In solchen Tönen und mit solchen Attributen wird selten jemand gelobt. Doch bei Ulrich Bodmer bemühte Bürgermeister Stefan Martus viele Superlative, um seine vielfältigen Verdienste herauszustellen.
Ausführlich begründete er, warum der Spitzenmann der Badner Schalmeien zu Recht die Landesehrennadel von Baden-Württemberg und die Urkunde des Ministerpräsidenten entgegennehmen dürfe. Die Auszeichnung gelte dem ganzen Verein, erklärte der bedachte Philippsburger in seiner Bescheidenheit.
In einer Laudatio bescheinigte ihm der Rathauschef herausragende Leistungen im Ehrenamt, ein außergewöhnliches Engagement, eine aufopfernde Arbeit und eine Vorbildfunktion in und für die ganze Stadt. In seinen 23 Jahren an der Spitze der Badner Schalmeien habe sich Bodmer um den 2020er Jubiläumsverein und um das Gemeinwohl insgesamt in besonderer Weise verdient gemacht.
Seit 1997 steht Bodmer an der Spitze. Vor 25 Jahren habe er die Schalmeien mit aufgebaut, betonte Martus lobend. Zu seinen Erfolgen gehören die Übernahme, die Sanierung und der Ausbau des heutigen Vorzeige-Vereinsheims. Über 5.000 Arbeitsstunden habe der überaus fleißige Helfer geleistet.
Im Jubiläumsjahr
25 Jahre – für sie ein ganz großes Jubiläum - feiern die 1995 gegründeten Badner Schalmeien Philippsburg. Im nordbadischen Raum gelten sie als Exoten, denn im Südwesten gibt es nur wenige Schalmeienkapellen, wenn, dann hauptsächlich in der schwäbisch-alemannischen Region. Zwischen Mannheim und Pforzheim sind vermutlich zwei vorhanden. Neben Kirrlach - dort ist es eine Abteilung des Radfahrervereins - gilt Philippsburg mit über 100 Mitgliedern und etwa 20 aktiven Musikern als Hochburg.
Neue Schalmeienkapellen lassen sich kaum noch rekrutieren, heißt es. Umso mehr gilt es, die vorhandenen zu erhalten und zu stärken. Dies versuchen die Philippsburger mit besonderen Aktivitäten, doch Corona hat sie derzeit zu einem weitgehenden Stillstand verurteilt.
„Lobet ihn mit Tamburin und Reigen, lobet ihn mit Saitenspiel und Schalmei“, so steht es schon in der Bibel im Psalm 150. Doch hat die neuzeitliche Schalmei mit dem biblischen Instrument nicht mehr viel gemeinsam, nur die prinzipielle Art der Tonerzeugung. Da Kaiser Wilhelm II. seinerzeit die Klangkörper zum kaiserlichen Privileg erklärte und diese folglich nur von kaiserlichen Fanfarenspielern zu kaiserlichen Anlässen gespielt werden durften, entstanden erst ab dem Jahr 1913 die ersten Schalmeienkapellen im Land. Die einzige Martinshornfirma hat seit 1952 – wie praktisch! - ihren Sitz in Philippsburg und stellt dort Schalmeien her.
Doch sollte es nach 1952 noch 43 Jahre dauern, bis acht Musikbegeisterte die Idee entwickelten und sich schließlich 15 Gründungsmitglieder zusammenfanden, berichtet Vorsitzender Björn Bodmer. Die Schar gründete 1995 im „Hundlerheim“ mit viel Elan und Enthusiasmus den „Verein zur Pflege der Schalmeienmusik“. Im Kellerraum des Mitgliedes Birgit Behr startete die Truppe mit den ersten Proben. Das anfänglich auserkorene Provisorium diente dann sehr lange als Heimat, denn eine andere Möglichkeit gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Der erste Auftritt sollte bereits zum Jahreswechsel 1995/1996 erfolgen. Zur großen Silvestergala im „Paladin“ in Wiesloch waren die Neuen als regionale Besonderheit eingeladen. Nicht nur ein Liedrepertoire musste daher einstudiert werden, es galt auch, eine passende Kleidung zu beschaffen. Alles klappte bestens. Hochmotiviert präsentierten sich die Schalmeien zum Jahreswechsel und gleich darauf in der Philippsburger Faschingskampagne.
2019 erhielten sie die höchste Auszeichnung: die „Badner Schalmeien“ wurden Trommlerpreisträger. Der “Trommler“ geht auf das Jahr 1640 zurück. Die 51. von der traditionsreichen Karnevalsgesellschaft Narhalla auserkorenen Adressaten wurden die ersten mit der Trophäe geadelten einheimischen Stimmungsmacher.
„Wer zu uns kommt, hat die Möglichkeit, schönste Stimmungslieder und die ganze Palette der Unterhaltungsmusik zu lernen, Spaß an der Musik zu haben und vor allem zu schnellen Erfolgserlebnissen zu kommen, denn Schalmei ist eigentlich leicht zu lernen“, lassen die Vereinsverantwortlichen wissen.

Autor:

Werner Schmidhuber aus Waghäusel

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