Als Bühne diente das Bürgerhaus:
„Bänkelsänger war die Zeitung seiner Zeit“

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Philippsburg-Rheinsheim. Der 1955 erstmals präsentierte Song „Das alte Haus von Rocky Docky“ von Bruce Low passte bestens zum alten (und jetzt neuen) „Bürgerhaus Löwen“. Mit großem Talent texteten ihn die beiden Bänkelsänger Wolfgang Herberger und Werner Schneider um und trugen ihn dem versammelten Publikum vor.
Das musikalische Programm stieß bei allen auf Begeisterung. Zu den gesanglichen Köstlichkeiten gehörten die amüsanten Zwiegespräche der zwei Künstler. Der Innenhof wurde, wie schon früh angedacht, zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation, zu einem Ort der Unterhaltung und des Frohsinns, zu einem Ort der kulturellen Glückseligkeit. Dank eines guten Essens aus der Küche kam ein „wunderschöner Abend“ zustande, betonten einige Gäste.
Zwei Stunden lang sorgten die hochmotivierten Musiker für zwei vergnügliche Stunden, wozu die Ortsvorsteherin Jasmine Kirschner ein volles Haus begrüßte. Unter dem Motto „Schön war die Zeit“ durften die Gäste an Erinnerungen an frühere Jahre, an die gute alte Zeit, teilhaben.
Bänkelsänger sind dazu bestens geeignet. Bis ins 19. Jahrhundert zogen sie von Ort zu Ort, um allüberall von schauerlichen Geschichten und politischen Ereignissen (wenn sie aufregend genug waren) zu berichten. Bänkelsänger gehörten deshalb zum fahrenden Volk. Stets boten sie Unterhaltsames, manchmal auch Geflunkertes. „Ein Bänkelsänger war die Zeitung seiner Zeit“, wird überliefert.
Zum Auftakt im Löwenhof hieß es in Anlehnung an Rocky Docky im Rückblick auf die Zeit vor vier Jahren:
„Dieses Haus ist alt und hässlich. Dieses Haus ist kahl und leer. Denn seit mehr als fünfzig Jahren da bewohnt es keiner mehr. Dieses Haus ist halb verfallen. Und es knarrt und stöhnt und weint. Dieses Haus ist noch viel schlimmer als es scheint….Das alte Haus von Rocky Docky hat vieles schon erlebt.“
Ist schon eine Weile her. Wer erinnert sich daran, dass sich seinerzeit eine neugegründete Bürgergenossenschaft zum Ziel gesetzt hatte, das ortsbildprägende ehemalige Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ nutzbar zu machen und neue Versorgungs- und Begegnungsmöglichkeiten in Rheinsheim zu schaffen.
Seit langem stehe die 1848 erbaute Gaststätte leer, hieß es damals. Das markante langgestreckte Gebäude mit einer Nutzfläche von 660 Quadratmetern biete vielfältige Möglichkeiten.
Wie man den Innenhof für Kulturelles nutzen kann, zeigten die beiden mitreißenden Rheinsheimer Bänkelsänger. Ihr musikalisches Repertoire umfasste 20 Songs: ohne die geforderten Zugaben. Inhaltlich widmeten sie sich dem Ortsgeschehen und verschiedenen früheren Ereignissen in Rhonser, so dem Supermarkt, dem „Abhörskandal“, den ehemaligen problematischen Verkehrssituationen mit dem verursachten Umleitungswirrwarr, der sogar übers Ausland führte.
Die vor vielen Jahren verschwundenen Kastanienbäume in der Ortsmitte riefen die zwei Barden ebenfalls in Erinnerung, und das sogar mehrsprachig. Ihr gesanglicher Blick galt auch den lustigen Uznamen im Stadtteil. Zur Sangeskunst zeigte Werner Schneider noch seine schauspielerischen Fähigkeiten als singender Stotterer.

Autor:

Werner Schmidhuber aus Waghäusel

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