Erstmals vereint die Lebenshilfe Südliche Weinstraße beim diesjährigen Rheinpfalz Firmenlauf Südpfalz ihre Einrichtungen in einem gemeinsamen, mehr als 130 Teilnehmer starken Team.
„Beim Laufen gibt es keine Unterschiede“

Bei dem Lauf ist nicht entscheidend, besonders schnell ins Ziel zu kommen. Im Vordergrund steht die Gemeinschaft.
  • Bei dem Lauf ist nicht entscheidend, besonders schnell ins Ziel zu kommen. Im Vordergrund steht die Gemeinschaft.
  • Foto: Lebenshilfe SÜW
  • hochgeladen von Dennis Christmann

Die Spannung steigt. Eine Woche vor dem Rheinpfalz Firmenlauf Südpfalz fiebert Silke Rettinger dem Startschuss entgegen. Die Offenbacherin nimmt zum ersten Mal an der Veranstaltung teil. Um ihre Vorbereitung macht sie sich keine Sorgen. „Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit im Werk 2 der Südpfalzwerkstatt“, sagt Rettinger, die auch in ihrer Freizeit viel auf zwei Rädern unterwegs ist. Jeden Donnerstag ist sie beim Therapeutischen Reiten in Herxheim. Neben der Offenbacherin streifen sich am 16. Mai rund 130 Mitarbeiter der Lebenshilfe Südliche Weinstraße ein Trikot über. Das Besondere: Nachdem im vergangenen Jahr die Südpfalzwerkstatt noch mit etwa 50 Teilnehmern eine eigene Mannschaft auf die fünf Kilometer lange Strecke durch die Landauer Innenstadt und entlang der Reiterwiesen geschickt hatte, gibt es nun ein gemeinsames Team.

„Die Einrichtungen der Lebenshilfe Südliche Weinstraße gehören untrennbar zusammen“, betont Geschäftsführerin Marina Hoffmann. Sie ist stolz darauf, beim diesjährigen Firmenlauf eines der größten Teams zu stellen. „Diese Veranstaltung hat einen besonderen inklusiven Charakter“, ergänzt Alexander Rupp. Etwa jeder dritte Teilnehmer der Lebenshilfe SÜW sei ein Mensch mit Behinderung, erläutert der Prokurist und Geschäftsbereichsleiter Wohnen und Familie. „Beim Laufen gibt es keine Unterschiede“, weiß Team-Captain Rainer Mandel, Vorsitzender des Betriebsrates und Gruppenleiter im Berufsbildungsbereich der Südpfalzwerkstatt gGmbH, aus Erfahrung. „Für so manchen Mitarbeiter ohne Behinderung ist es sogar schwer, mitzuhalten. Schließlich treiben viele ihrer Mitstreiter regelmäßig in der Werkstatt Sport oder beteiligen sich an einer wöchentlichen Laufgruppe.“

Natürlich ist eine gute Vorbereitung wichtig. Doch am Ende zählt nicht, wer zuerst ins Ziel kommt. „Vielmehr geht es darum, sich als Einheit zu empfinden und gemeinsam Spaß zu haben“, unterstreicht Marina Hoffmann. Und dieses Konzept kommt an: Wie Alexander Rupp berichtet, begeistern sich bei der Lebenshilfe SÜW Jahr für Jahr mehr Menschen für den Lauf, der am 16. Mai in die vierte Runde geht. Erstmals mit dabei ist auch Nico Kneifeld, der wie Silke Rettinger im Offenbacher Werk 2 im Bereich Verpackungen arbeitet. „Schon im vergangenen Jahr habe ich überlegt, mitzulaufen. Ich freue mich, nun endlich Teil einer so besonderen Veranstaltung zu sein“, sagt Kneifeld. Schnell rennen kann er wegen seiner Wirbelsäule nicht. Aber das stört ihn nicht: „Es ist einfach schön, zusammen mit den anderen die gemütliche Atmosphäre zu genießen.“ Sylvia Ullrich, die in der gleichen Gruppe wie Silke Rettinger arbeitet, sieht das ähnlich. Sport treibt sie selten, hat aber gerne Bewegung an der frischen Luft. „Ob andere schneller oder langsamer sind, interessiert mich nicht“, sagt Sylvia Ullrich. „Am Ende sind wir alle Sieger."

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