Lana Eberle ist eines der größten Nachwuchstalente im Deutschen Radsport
Der Traum von Olympia und der Tour de France

Lana Eberle
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Oberhausen-Rheinhausen. Sie ist gerade mal 15 Jahre alt und schon eine der großen Radsporthoffnungen in Deutschland. Gerade ist Lana Eberle vom European Youth Olympic Festival in Baku zurückgekommen. Dort hat sie im Vergleich mit den 75 besten Radsportlerinnen Europas den zehnten Platz erreicht.
Sie fährt im U17-Nationalkader, war dieses Jahr Zweite und Dritte bei den Deutschen Meisterschaften. Silber erreichte sie Anfang August über 2.000 Meter auf der Bahn und Bronze im Juni auf der Straße.

Fragt man sie, was sie lieber fährt, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort: „Bahn“. Schneller sei es und außerdem erfordere das Bahnradfahren mehr Taktik und genau das ist es, was Lana besser als die meisten in ihrer Altersklasse beherrscht. Das bestätigt auch ihr Trainer Benjamin Essert. Von den vielen verschiedenen Disziplinen auf der Bahn bevorzugt die das Madison-Rennen, weil man es zu zweit fährt und die Ausscheidungsrennen, weil es dabei ganz besonders auf die Taktik ankommt.
Die Schülerin aus Altlußheim geht in Speyer auf das Hans Purrmann-Gymnasium und tritt für den RSV Edelweiß in Oberhausen-Rheinhausen an. Zum Radsport kam sie eigentlich per Zufall. Ihre Eltern hätten am Wochenende immer Radtouren gemacht und weil sie nicht mehr bei der Oma bleiben wollte, sei sie damals halt irgendwann mitgefahren. Als sie zum Radsport kam, war Lana fünf Jahre alt. Ihre Eltern hatten damals Karten für die Sixdays-Night in Oberhausen-Rheinhausen gewonnen, sie sei mitgenommen worden, erste Kontakte zum Verein sind entstanden. Und offensichtlich wurde schnell deutlich, dass in der kleinen Lana ordentlich Potenzial steckt. Schon die ersten U9-Rennen konnte sie gewinnen, beim Erdgas-Schülercup siegte sie in der U11. Und dann ging es eigentlich immer weiter bergauf, bis Lana letztes Jahr in den Nationalkader berufen wurde.

Hartes Training, große Ziele

Sie trainiert hart, bis zu fünf Mal pro Woche – auf der Straße, auf der Bahn, im Kraftraum und am Wochenende geht es dann meistens zu Rennen. Viel Freizeit bleibt da neben der Schule nicht, aber Lana ist zufrieden: „Das geht schon, irgendwie ist immer Zeit, sich mit Freunden außerhalb des Sports zu treffen.“ Im Sommer geht es dann meistens an den See zum Baden oder auch mal Eis essen, erzählt sie, die ansonsten am liebsten Omas Krautwickel mag. Familie und Schule stehen hinter ihr und ihrem Leistungssport, mit diesem Rückhalt träumt sie von den ganz großen Zielen: „Ich würde schon gerne mal eine WM oder EM fahren und dabei natürlich möglichst gut abschneiden“, sagt die 15-Jährige. Und selbstverständlich spiet auch das Wort Olympia eine große Rolle in ihrer Zukunftsplanung. Aber ganz oben steht der Traum, einmal Radprofi zu werden. „In einem Profiteam zu fahren, große Rennen wie die Tour de France, das wäre toll.“

Traum von der Profi-Karriere

Ihr Trainer ist davon überzeugt, dass Lana gute Chancen hat, ihre Träume zu realisieren. „Der Frauenradsport boomt, wird auch für die Medien interessanter und wenn man ganz oben mitfährt, kann man dabei auch ganz gut verdienen“, erklärt er. Aber auch wenn es erst einmal keinen Plan B neben dem Leistungssport gibt, hat Lana mit dem angestrebten Abitur eine große Sicherheit in der Tasche. „Wenn das mit dem Radsport nicht klappt, studiere ich“, sagt sie selbstbewusst. Was, das wisse sie noch nicht genau, schließlich geht sie ja auch erst in die zehnte Klasse und hat noch ausreichend Zeit, sich etwas zu überlegen. Ihre Lieblingsfächer sind Sport – wie könnte es anders sein – und Erdkunde. Die vielen Fehlstunden für Wettkämpfe oder Trainingslager seien kein Problem, sagt sie. Die Schule steht hinter dem Leistungssport des Teenagers und auch mit dem Lernen klappt das bisher ganz gut. Die rund zehn Kilometer von ihrem Wohnort zur Schule nach Speyer fährt sie gerne mit dem Rad, somit ist ihr Sportgerät ihr täglicher Begleiter. Außer im Winter, wenn es draußen kalt, dunkel und nass ist, macht ihr das Training Spaß. „Es ist besonders die Geschwindigkeit, die ich am Radsport so sehr mag“, sagt Lana. „Bis zu 50 Stundenkilometer können das in ihrer Altersklasse schon werden“, ergänzt Trainer Benjamin Essert. „Die Damen fahren dann auch schon mal 60 oder 70 km/h“, fügt er schmunzelnd an.

Als nächstes großes sportliches Event stehen für Lana Eberle die Deutschen Meisterschaften im Zeitfahren an, die finden am 14. und 15. September in Langenhagen statt. Dafür wird jetzt - auch bei der größten Hitze - noch intensiv trainiert, denn aufs Treppchen will die talentierte Radsportlerin dort auf jeden Fall.

Autor:

Heike Schwitalla aus Bruchsal

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