Neues von Mutterstadter Vereinen
Tag des offenen Denkmals: Mutterstadt war auch dabei
- Foto: Historischer Verein Mutterstadt
- hochgeladen von Michael Hemberger
Am bundesweiten Aktionstag „Tag des offenen Denkmals“ am 14. September 2025, es ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands, beteiligte sich auch der Historische Verein der Pfalz, Ortsgruppe Mutterstadt. Vier Objekte waren für die Öffentlichkeit jeweils für zwei Stunden geöffnet.
Im „Herzen von Mutterstadt“, dem 1738 errichteten alten Rathaus, erläuterten die Leiterin des Gemeindearchivs, Dr. Christina Wolf und Harry Ledig, Vorstandsmitglied im Histor. Verein, den Gästen die Konzeption des Museums für Ortsgeschichte, informierten über die Exponatpräsentation mit Fundstücken aus der Vor- und Frühgeschichte, im „Römerraum“ über die römische Vergangenheit Mutterstadts und auch über neueste Forschungsergebnisse, von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Bayernzeit.
Mutterstadt hat zwar keine klassischen Denkmäler, aber, wie Klaus Metzner bei der Führung in der protestantischen Kirche bemerkte, ist Kirche mehr als nur ein Denkmal. In seinem historischen Exkurs, beginnend mit der Reformation und deren kirchlichen Folgen, informierte Metzner über den Wehrturm (mit 500 Jahren das älteste Gebäude des Ortes), die Glocken, den Altar, die Deckengemälde und Ornamentmalereien in dem, dem Spätbarock zugeordneten Kircheninnere, in dem aber auch kleine Muschelrahmen des Rokoko zu sehen sind. Die von Franz Wilhelm Rabaliatti gebaute Kirche hat aber noch eine weitere Besonderheit. Organist Stefan Franz stellte auf der Orgelempore das von der berühmten Orgelbaufamilie Stumm gefertigte Musikinstrument vor und erläuterte die verschiedensten Orgelbauteile und Bedientasten. Zum Abschied spielte er natürlich auch einige Musikstücke und zeigte den Besuchern sein Können an diesem Kleinod der pfälzischen Orgelbaukunst.
Kirchenführer Leo Sebastian erläuterte in der 800 Sitzplätze umfassenden katholischen Kirche die wichtigsten geschichtlichen und baulichen Eckdaten des 1936 eingeweihten Gotteshauses von „St. Medardum Mutterstadt“ und des 1958 fertiggestellten Glockenturms. Zu den Besonderheiten im Kircheninnern, wie das Taufbecken mit der Jahreszahl 1629, dem Hochaltar und der künstlerisch gestalteten Seitenaltäre, wo von besonderer Schönheit die Immakulata ist, aus der Schule des Künstlers Paul Egell stammend, hatte Sebastian weitere interessante Details zu erzählen.
Bei jedem Tag des offenen Denkmals ist der Wasserturm als Industrie-Denkmal immer wieder der beliebteste Anlaufpunkt, so auch in diesem Jahr. Die Besonderheit des, das Ortsbild prägenden Turms, ist seine Bauweise als Stahlbeton-Skelett auf rechteckigem Grundriss mit innerem Ringbehälter. Mit seiner original technischen Einrichtung dient er heute noch zur Vermeidung von Druckschwankungen und im Bedarfsfall als Wasserspeicher. Werkleiter Wolfgang Engler und Wassermeister Stefan Wieandt vom Wasserzweckverband versorgten die Besucher mit Informationen über die Technik des Turms und mit Infos über die Wassergewinnung und Verteilung vom Brunnen bis zum Hahn; dazu gab es natürlich ein Glas frisches Leitungswasser. Die Besteigung des Wasserturms, hoch über 180 Stufen zu einem der Balkone in 37 Meter Höhe mit dem Rundblick auf Mutterstadt (mit der Frage „wo steht denn unser Haus?), auf die Gemarkung und die Umgebung vom Pfälzer- bis zum Odenwald, war wieder für die meisten ein „muss“ an diesem Tag, darunter auch eine rüstige 89-jährige.
Ausgewählte historische und kulturelle Höhepunkte von Mutterstadt kann man jetzt in digitaler Form entdecken. Dieses Projekt KuLaDig wurde am Tag des offenen Denkmals an den vier Gebäuden von Robert Liebhardt vom Historischen Verein vorgestellt. Damit können Interessenten mittels PC, Tablet oder Smartphone Mutterstadt aus anderen Perspektiven kennenlernen.
Fazit von Organisator Volker Schläfer vom Historischen Verein zu dem Tag des offenen Denkmals: „Wir haben uns über jede Besucherin, jeden Besucher gefreut, sind ins Gespräch gekommen, konnten nicht so bekanntes weitergeben und haben hoffentlich bei Einzelnen ein Interesse für die Ortsgeschichte geweckt. Die Besucherzahlen hätten etwas besser sein können, aber wichtig war uns, dass wir das Anliegen dieses Tages, die Denkmalpflege öffentlich zu machen, unterstützen konnten. Mein Dank gilt den Beteiligten vor Ort, die sich freiwillig und ehrenamtlich an diesem Sonntag in den Dienst dieser Sache gestellt haben“.
Text: Volker Schläfer
Autor:Michael Hemberger aus Mutterstadt |
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