Interessantes von und mit Volker Schläfer
Heinrich Eyselein: Pädagoge, Heimatforscher, Ortshistoriker
- Foto: Gemeinde Mutterstadt
- hochgeladen von Michael Hemberger
Ein für die Ortsgeschichte Mutterstadts bedeutender Heimatforscher ist vor 125 Jahren geboren.
Vor 125 Jahren, am 27. Januar 1901, ist Heinrich Eyselein in Seubersdorf in Mittelfranken geboren. Ortschronist Volker Schläfer hat aus diesem Anlass die Bedeutung Eyseleins als Mutterstadter Heimatforscher recherchiert.
Nach Abitur und Lehrerausbildung studierte Eyselein Philosophie, Pädagogik und Kunstgeschichte und promovierte 1929 zum Dr. phil. In den pfälzischen Volksschuldienst übernommen, kam er 1927 dann als Lehrer nach Mutterstadt an die damalige protestantische Volksschule im Alten Schulhaus (heute Haus der Vereine), wo er von 1932 bis 1945 als Rektor tätig war Unterbrochen durch Kriegsteilnahme und Kriegsgefangenschaft unterrichtete er dann wieder an der protestantischen Volksschule Pestalozzischule, von 1951 bis 1953 auch hier als Rektor. Nach einer kurzen Tätigkeit als Oberregierungsschulrat in Neustadt übernahm er 1957 die Leitung der Pädagogischen Hochschule in Worms, wo er 1961 zum Professor ernannt wurde. Eyselein war ein Pädagoge, der aus dem privaten, beruflichen Bereich heraustrat und hervorragendes für die Allgemeinheit geleistet hat. Als „Zugezogener“ befasste er sich nämlich intensiv mit der Geschichte seines neuen Heimatortes Mutterstadt und der Pädagoge wurde ein wissenschaftlich anerkannter Heimatforscher und Ortshistoriker. 1938 gab er als Beiheft zu den Saarpfälzischen Abhandlungen zur Landes- und Volksforschung die „Geschichte des Dorfes Mutterstadt“ heraus. Dieses 300 Seiten umfassende Werk im Selbstverlag des Verfassers war die erste zusammenfassende Geschichtsbeschreibung des erstmals 767 erwähnten Dorfes Mutterstadt. Die in dem Buch auch zu lesenden politischen und ideologischen Ausführungen in der NS-Zeit, heute selbstverständlich kritisch zu bewerten, schmälern seine wissenschaftliche Leistung keineswegs. Aus Anlass der 1200-Jahrfeier 1967 überarbeitete Prof. Eyselein dann diese Erstausgabe und brachte mit der 416 Seiten umfassenden Orts-Chronik „Mutterstadt in Vergangenheit und Gegenwart“ ein Buch heraus, das für den gesamten Rhein-Neckar-Raum von geschichtlicher Bedeutung war und ist. Eyselein hielt auch die Festrede anlässlich der 1200-Jahrfeier der Gemeinde. Mit der Chronik von 1967 wurden die „alten“ Mutterstadter noch vertrauter mit ihrer Heimat; die vielen Neubürger, die gerade in den Jahren danach zuzogen, konnten sich mit ihrem neuen Wohnort vertraut machen. Der Heimatforscher Eyselein veröffentlichte auch viele seiner Forschungsergebnisse in Fachbüchern und einschlägigen Publikationen, die auch heute noch bei Veröffentlichungen über den Ort als Fundstelle angegeben werden, so auch in der Ortschronik Mutterstadt (1.250 Jahre) von 2017. Darüber hinaus interessierte ihn auch die Erforschung und der Erhalt vorderpfälzischer Flurnamen. Mit der umfassenden Geschichtsforschung des Dorfes hat sich Heinrich Eyselein hervorragende bleibende Verdienste für Mutterstadt erworben. Der Pädagoge und Heimatforscher starb am 07. April 1980 und wurde auf dem neuen Friedhof in Mutterstadt beerdigt.
Text Volker Schläfer
Autor:Michael Hemberger aus Mutterstadt |
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