BriMel unterwegs
Premiere im Schlosspark gelungen
- EhrenamtspreisträgerInnen mit Volker Knörr und Paul Platz
- Foto: Brigitte Melder
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Fußgönheim. Man hat den Eindruck, dass sich Fußgönheim immer mehr zum Vorzeigeort für Kunst und Kultur mausert. Am 14. August fand erstmals der Kreisempfang im wundervollen Ambiente des Fußgönheimer Schlossparkes statt. Und noch eine Novität war, dass es nicht Herbst, sondern im Hochsommer gefeiert wurde. Die zahlreich angereiste Prominenz kam aus dem Händeschütteln nicht mehr heraus. Es wurde ein lauschiger Sommerabend mit Musik, Preisverleihungen und gemütlichem Beisammensein. Vom Rhein-Pfalz-Kreis gestaltete der Kulturpate Paul Platz als Moderator den Abend, ihm zur Seite stand Landrat Volker Knörr, der mit seiner ganzen Familie gekommen war. Es sollten über den Abend etliche Auszeichnungen für Ehrenämter und Weinpaten übergeben werden. Gespannt durfte man auch über den Preisträger des neuen Mundartpreises sein. Auflösung später im Bericht! Der Cäcilienverein kümmerte sich wiederum um leckere Speisen und kühle Getränke. Das Orchester GMB Lambsheim zeigte auf der großen Schlossterrasse sein Können und DJ Kai Winnemann sorgte für den Sound dazwischen. Und auch die Kreismusikschule leistete ihren musikalischen Beitrag. Je ein Infostand der Stiftung „Hospizbegleitung im Rhein-Pfalz-Kreis ZU GUTER LETZT“ und „Pfälzische Mundart-Stiftung“ war gerne für Gespräche bereit.
Nach etlichen Begrüßungen und Gesprächen begann der offizielle Teil um 19 Uhr und die zahlreichen Gäste nahmen ihre Plätze ein, wobei auch heute wieder Schattenplätze heiß begehrt waren. Die Bürgermeister aus dem ganzen Rhein-Pfalz-Kreis waren vor Ort. Das Orchester, das gleich zu Beginn performte, habe die Ehre und Pflicht musikalisch das Programm aufzulockern. „Das Hallbergsche Schloss wurde 1720 von Hofkanzler Hallberg erbaut und diente einst als Residenz eines kurpfälzischen Kanzlers“ ließ Paul Platz das Publikum wissen, der heute leger gekleidet mit seiner lockeren Art das Programm kurzweilig gestaltete. Der kleine Namensversprecher „Knörr und Körner“ sorgte denn auch gleich zu Beginn für etliche Lacher. Volker Knörr nahms in gewohnter Weise locker und verwies auf die Namensgleichheit seines Vorgängers Clemens Körner. Der folgende Redeblock gehörte ihm, der zunächst einmal alle Promis begrüßte und sich freute, dass so viele Gäste gekommen waren. Über den Besuch von Christine Schneider, Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, freute sich Volker Knörr besonders. Dass letztmals in seiner Amtszeit Paul Platz als Kulturattaché die Moderation übernahm fand nicht nur Knörr lobenswert, sondern auch die applaudierenden Gäste. Die Rhein-Pfalz ist großartig aufgestellt für Familien, Unternehmen, ältere und jüngere Menschen. Er ging auf seine bisherigen und zukünftigen Aktionen als Jahresrückblick ein, aber das neue Kreishaus stehe an erster Stelle. Immer nach vorne blicken! Es gibt viel zu tun! Gemeinsam schaffen wir das! Dies war die Überleitung zum Ehrenamtspreis. Aber zuerst einmal war „No Roots“ von Alice Merton heute in der Orchesterversion zu hören.
Der Rhein-Pfalz-Kreis vergibt seit 2001 den Ehrenamtspreis, der mit insgesamt 2.500 Euro dotiert ist. Auf den 3. Platz kam das Bürgerfest Limburgerhof mit dem Skiclub Limburgerhof, TG Limburgerhof und 1. KV Limburgerhof. Das Bürgerfest ist eine Initiative der Vereine und Gruppen und in Eigenregie durchgeführt. Das Bürgerfest findet dieses Jahr am 15.08.26 bereits zum 7. Mal statt und die Begünstigten der letzten Jahre waren die Tafel Limburgerhof, Arbeiterwohlfahrt und ein Sandtisch für einen Spielplatz. Marion Fischer und Dr. Bernd Lohe durften den obligatorischen Scheck über 375 Euro entgegennehmen.
Der nächste dritte Platz ging an das Netzwerk Otterstadt, wo aus einer Idee der Nachbarschaftshilfe in kürzester Zeit ein Netzwerk für Angebote wie Sitzyoga, Strickkreis, Krabbelgruppe, Fahrten zur Aqua-Gymnastik, Selbstverteidigungskurse, Repair-Café, Bürgerbus und ein Café entstand. Mittlerweile helfen ca. 40 Ehrenämtler in und um Otterstadt. Maren Schneider (Gemeindeschwester plus) und Kreisbeigeordnete Bianca Staßen bekamen den Scheck überreicht.
Der Caritasausschuss Dudenhofen war durch Pfarrer Henning und Ludwig Ofer vertreten, die den dritten 3. Platz belegten. In der Pfarrei kümmert man sich um Bedürftige, Kranke, Migranten und Saisonarbeiter aus Rumänien und seit 7 Jahren besteht eine Weihnachtsaktion, bei der bedürftigen Familien/Jugendlichen und in den beiden Waisenhäusern in Speyer Lebensmittelgutscheine und Gemüse gespendet wird.
Der seit 50 Jahren agierende Waldseer Chorleiter des MGV Concordia 1861 Stefan Spindler sollte einen der 2. Plätze bekommen. Er und sein anwesender Bruder waren Paul Platz heute noch dankbar, dass er in Coronazeiten dem Chor eine Plattform gegeben hat. Man konnte auf zahlreiche Konzerte mit 300 öffentlichen Auftritten und Konzertreisen ins europäische Ausland zurückblicken. Für 30 Jahre Leiter der TG Singfrauen und 25 Jahre Leiter der Singgruppe des OGV Waldsee erhielt er denn auch einen Scheck über 500 Euro.
Vom ASV Birkenheide wurde der seit 2021 amtierende Jugendleiter Uwe Hofmann mit einem 2. Platz geehrt. Er gründete u.a. einen Förderverein für die Jugend und setzt sich sehr für Mädchen- und Frauenfußball ein. Er bekam auch schon eine Auszeichnung vom Deutschen Fußball-Bund für herausragende ehrenamtliche Leistungen im Fußball mit dem DFB-Ehrenamtspreis 2023 und einer Ehrung vom Club 100. Er erzählte, dass es mittlerweile schon 150 Kinder im Verein gibt und der Förderverein in die „Hall of fame“ aufgenommen wurde.
Platz 1 für den Schifferstadter Pilzsachverständigen Dr. Bernhard Otto, der seit fast 30 Jahren ehrenamtlich für die Giftnotrufzentrale tätig ist und bereits zahlreiche Menschenleben gerettet hat. Er ist anerkannter Pilzsachverständiger für die gesamte Vorderpfalz bzw. den Landkreis. „Die Guten ins Kröpfchen und die Schlechten ins Kompöstchen“ so handhabt er es und erzählte stolz, dass es noch keinen Pilz-Todesfall bei ihm kam. Immer vor dem Essen begutachten lassen und nicht auf eine App verlassen. Er gibt Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene und ist ehrenamtlicher Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Für diesen ersten Platz gab es einen 750-Euro-Scheck. Das gemeinsame Gruppenfoto war dann das Ende des ersten Parts und ein Musikstück.
Die Weinpatenschaft gibt es seit 2012 und wurde durch den ehemaligen Landrat Clemens Körner ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es über 250 Patenschaften. „Der Pate“ Volker Knörr durfte dann auch den Weinpaten Marcus Förster aus Rödersheim-Gronau auf die Bühne holen. Zuvor begrüßte er aber noch schnell die anwesende 87. Pfälzische Weinkönigin Anna Antonia Cölsch, die sich hoheitlich erhob. Auch wenn der Weinkonsum zurückgeht, will man am Weinpaten festhalten. Der ehemalige Handballspieler Marcus Förster ist Chef der Firma PfalzFly und lässt unter anderem Drohnen über Gemüsefelder fliegen. Er erzählte ein bisschen über seine Drohnenerfahrungen und dass es oftmals schwierig sei, Genehmigungen für die Flüge zu bekommen.
Sebastian Dietz aus Lambsheim ist Gründer der Rehkitzrettung Vorderpfalz. Bei einem Drohnenflug über 110 Hektar konnte er 75 Kitze retten, von den vielen Katzen und Hasen in den Kornfeldern einmal abgesehen. Ganz wichtig seien Einweghandschuhe beim Anfassen der Kitze. Mit dem kleinen Netzwerk zwischen Worms und Speyer navigiert er Bodenpersonal.
Von der im Jahre 2022 ins Leben gerufenen Stiftung „Zu guter Letzt“ wurde Frau Dr. Ulrike Frieß aus Maxdorf geehrt. Momentan nimmt das Hospiz in Maxdorf in Waldrandlage Gestalt an. Oberstes Ziel der Stiftung ist es die Hospiztätigkeit in der Region auszubauen und mittelfristig ein eigenes, stationäres Hospiz zu errichten.
Sebastian Götz aus Schifferstadt hat ein Dokumentations-KI-Tool für Kitas entwickelt. Aber der Erzieher ist und bleibt der Chef, betonte er. Rudolf Raab aus Heßheim ist mehrfach preisgekrönter Backmeister, der ein wenig aus dem Nähkästchen zum Geheimnis eines guten Brotes plauderte. Nur vier Zutaten sind die Basis. Brotreste werden zu Semmelbröseln vorbereitet und geröstet, damit es ein besonderes Aroma bekommt und dazu ein teures gutes Olivenöl. Marcus Lohr aus Großniedesheim hat die Amokbremse erfunden durch Erkennen von Parametern. Das sei eine Erweiterung vom Bordcomputer. Der gebürtige Niederländer Erik Wiemann aus Waldsee organisiert für 2027 einen 100 km langen Marsch in Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges Richtung Frankreich. Volker Knörr selbst lief im letzten Jahr einmal 10 km mit. Bürgermeisterin Claudia Klein aus Waldsee ist einmal 24 Stunden mitgelaufen. Lena Grabenauer aus Römerberg betreibt einen syntropischen Agroforts, wobei es darum geht, dass sich verschiedene Pflanzen miteinander ergänzen und unterstützen. Das kann eine Hilfe bei dem grassierenden Wassermangel sein. Der 90-jährige Lothar Fischer aus Waldsee schrieb Sportgeschichte im Weitsprung und Dreisprung in der Leichtathletik und ist immer noch fit. Heike und Heiko Schwerdel sowie Stefanie und Karl Gerhard Jung vom KTZV Kleinniedesheim haben 16 Jahre lang bis jetzt die Patenweinverleihungen in ihrem Vereinsheim organisiert. Es war eine schöne Zeit!
Von der Kreismusikschule kamen vier junge Drummer von „SchlagArt“ mit einem Musikstück zum Zuge bevor die Veranstaltung dem Höhepunkt der Vergabe des Mundartpreises zusteuerte. „Trommelwirbel!“ Paul Platz erzählte, dass der Preis alle zwei Jahre vergeben wird und es unzählige Vorschläge gab. Letztendlich zierte das Podest ein „Paraplü“, ein Regenschirm, unter dem sich alle versammeln und vereint fühlen. „Mundart verbindet Menschen auf emotionaler Ebene und schafft soziale Nähe!“ Die bronzene Skulptur wurde von Prof. Thomas Duttenhoefer geschaffen und mit einem Geldpreis verbunden. Mit dem Paraplü verbunden ist die Verpflichtung des Preisträgers, im folgenden Jahr im Landkreis mit seiner Arbeit und seinem Können aufzutreten. Der Erlös kommt einem sozialen Zweck zugute. Der Preisträger wurde in Ludwigshafen am Rhein geboren, ist 38 Jahre alt und verbrachte mehrere Jahre in Freiburg und entschloss sich dort, Liedtexte in Pfälzisch zu dichten anstatt wie bisher auf Hochdeutsch oder Englisch. „And the winner is … Gringo Mayer!“ Für Volker Knörr war es „ein inneres Blumenpflücken“. Gringo Mayer bedankte sich für die Ehrung. In Ludwigshafen-Gartenstadt geboren wusste er bereits im Alter von 12 Jahren, dass er Rockstar wird. Er weiß, dass er nun verpflichtet ist etwas Gutes zu tun. Eine Versteigerung eines Wohnzimmerkonzertes mit ihm wäre doch was. Er kommt bei Jung und Alt gut an und weiß das zu schätzen, dass er diesen Preis bekam. Mit zwei „offiziellen“ und einem Zugabe-Song natürlich in Mundart ging der Abend dann offiziell zu Ende. Volker Knörr sang sogar eine Textzeile mit. Dankesworte an alle Helferinnen und Helfer, die diesen Abend ermöglicht hatten. Standing Ovations für den Musiker und Mundart-Preisträger und viele viele Selfies und Gespräche anschließend. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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