Amerikanischer Bomber stürzt bei Herxheim ab
Luftkrieg über Herxheim

Ein B-24-Bomber wie die "Evelyn the Duchess" beim Flug über eine brennende Raffinerie, Ploiești, 1. August 1943
  • Ein B-24-Bomber wie die "Evelyn the Duchess" beim Flug über eine brennende Raffinerie, Ploiești, 1. August 1943
  • Foto: wikimedia/United States Army Center of Military History
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Herxheim. Ein Herxheimer Junge hatte den Absturz des B 24 D-Bombers der US-Luftwaffe am 25. Februar 1944 bei Herxheim beobachtet. 75 Jahre später zeigt er die Absturzstelle Erik Wieman von der IG Heimatforschung, der die Umstände des Absturzes erforscht hat.

Das Flugzeug flog über Herxheim. Die beschädigte Maschine der US-Luftwaffe stand unter Beschuss und drohte abzustürzen. Doch plötzlich zog sie wieder hoch und drehte so stark nach links ab, dass sie beinahe kopfüber dahinflog. Dann sprang die Besatzung mit dem Fallschirm aus der Maschine. Acht Mann schafften es rechtzeitig aus der Maschine zu springen. Bei einem hatte sich der Fallschirm im Leitwerk verfangen. Zwar löste sich der Fallschirm noch vor dem Einschlag, doch war er beschädigt, so dass der Soldat fast ungebremst zu Boden fiel und sofort starb. Ein weiterer Insasse hatte es nicht mehr rechtzeitig aus dem Bomber geschafft. Das Flugzeug stürzte schließlich auf ein Feld bei Herxheim und explodierte. Das hatte der damals 13-jährige Herxheimer Hermann R. am 25. Februar 1944 beobachtet und Erik Wieman von der Interessengemeinschaft Heimatforschung Rheinland Pfalz berichtet, die Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg sammelt und auf ihrer Internetseite präsentiert.

Absturz fordert zwei Menschenleben

"Evelyn the Duchess", zu deutsch: „Evelyn, die Herzogin“ hatte die Besatzung die Maschine genannt, ein Bomber vom Typ B 24 D „Liberator“ mit der Kennung 41-24147, der zur 93. Bomb Group, 330. Bomb Squadron der United States Army Air Force gehörte. Von den zehn Besatzungsmitgliedern konnten sich acht retten, zwei kamen bei dem Absturz ums Leben, so die Recherchen von Wieman. Das Flugzeug war auf dem Rückflug nach Großbritannien. Mit anderen Bombern hatte die Maschine einen Flugplatz bei Fürth bombardiert. Zwar hatte ein Motor bereits beim Hinflug etwas geraucht, der Auftrag wurde aber ordnungsgemäß ausgeführt. Auf dem Rückflug dann qualmte das Triebwerk immer stärker und die Leistung fiel ab. Die Herzogin hielt mit der Formation nicht mehr mit und musste sie verlassen – ein leichtes Ziel für die deutschen Jagdflugzeuge, die sie auch bald angriffen. Mit Maschinengewehrsalven und 20-Millimeter-Maschinenkanonen durchsiebten sie Rumpf und Cockpit und beschädigten die Maschine so stark, dass der Pilot den Befehl zum Absprung mit dem Fallschirm gab, so die Recherchen des gebürtigen Niederländers, der seit 1992 in der Pfalz lebt. Die Situation im Bomber war dramatisch: die Besatzung wurden in dem Flugzeug an die Decke geschleudert, da es fast auf dem Kopf flog und die Geschosse der Jagdflugzeuge schlugen überall im Rumpf ein, berichteten die Besatzungsmitglieder, die den Absturz überlebt hatten.
Die Herzogin war vorher bereits an der sogenannten Operation „Tidal Wave“, auf deutsch: „Operation Flutwelle“ beteiligt, die wegen des gewagten Tiefflugs legendär war. Am 1. August 1943 flogen die alliierten Bomber von Nord-Afrika aus los, um die Ölfelder in Ploesti in Rumänien zu bombardieren. Dort lagerten gut ein Drittel der kriegswichtigen deutschen Ölvorräte und wurden verarbeitet. Der Angriff war ein großer Erfolg für die Alliierten.
75 Jahre nach dem Absturz der „Evelyn the Duchess“ zeigte der Zeitzeuge die Absturzstelle dem Hobby-Archäologen Wieman, der stets eng mit der Denkmalbehörde zusammenarbeitet. Sehr schnell fand Weiman erste Kleinteile des Flugzeugs wie Plexiglas, Aluminium- Flugzeugteile und Munitionsreste, die beim Pflügen des Ackers ans Tageslicht befördert wurden. (rk)

Informationen

Diese Geschichte und andere Recherchen der Interessengemeinschaft Rheinland-Pfalz findet man im Internet unter www.ig-heimatforschung.jimdo.com .

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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