Reisebericht Serie 5.Teil
4000 km Deutschland er"fahren" 4. Etappe

Die geänderte Route
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Von der Elbe zur Kieler Förde

Allerdings mit Umwegen. Wie schon im letzen Teil, dem Cuxhaven Spezial, erwähnt, plante ich die Route kurzerhand um. Ein befreundeter Haßlocher befand sich nahe der Dänischen Grenze in der Sommerfrische und nach nun einwöchiger Abstinenz, wäre es mal wieder an der Zeit ein paar Pfälzer Sprachlaute zu hören.
Der ursprüngliche Routenverlauf hätte mich entlang des Nord-Ostseekanals mit einem kleinen Abstecher nach Schleswig, zur Ostsee geführt. Der Abstecher sollte nun doch etwas größer werden. (Siehe Bild)
Aber der Reihe nach!
Zunächst ging es von Cuxhaven Richtung Hamburg. Allerdings nur bis zur Elbfähre Wischhafen-Glückstadt. Mit dieser machte ich dann eine kleine Elbkreuzfahrt, weil die Elbe da schon ganz schön breit ist. Fast schon sibirische Flussbreite mit ca. 4,5 km. Also kein Vergleich zur Fähre in Altrip.
Das Wetter war zunächst eher durchwachsen, bedeckt, kühl und ein paar feine Tropfen Regen gab´s auch noch. Allerdings war die Prognose laut Wetter App günstiger und so setzte ich die Fahrt gemäß Naviansage in Glückstadt fort. Wie ich schon im ersten Teil erwähnte, haben solche App´s ihre Tücken. Aber das sind in der Regel sog. RTFM-Fehler.
RTFM steht für „Read The Fucking Manual“ oder zu Deutsch: „Lies die verdammte Bedienungsanleitung“!
Dank gewisser Kenntnisse in der Geographie fiel es mir auf, dass ich mich Elmshorn zu nähern schien. Das liegt zwischen Glückstadt und Hamburg also in südlicher Richtung und Dänemark liegt ja bekanntlich eher im Norden. Da der Zeitplan für diesen Abstecher nach Norden ohnehin schon sportlich war, entschied ich mich diesen Weg über die Autobahn zu überbrücken. Fuhr dann durch Grönland nach Horst, klingt seltsam, aber so war es siehe Bild, um auf die A 23 zu kommen.
Die A 23 geht allerdings nur bis Heide in Holstein das ist gerade mal ein gutes Drittel der Strecke von ca. 130 km. Ja man täuscht sich manchmal ob der Entfernung zwischen zwei Punkten. Da das Wetter jetzt wieder gut und die nachfolgenden Bundesstraßen gut ausgebaut waren ging es dann doch zügig nach Neunkirchen in das dortige Emil Nolde Museum, der Treffpunkt welcher vereinbart war.
Die Landschaft hier ist wirklich sehr flach. Es heißt , dass man Samstags schon sieht, wer Sonntags zu Besuch kommt. Das ist aber völliger Quatsch! Man sieht es nämlich schon Freitags. Es gibt Leute die heute allen Ernstes behaupten die Erde sei ein Scheibe. Diese Sichtweise könnte allerdings hier durchaus ihren Ursprung haben. Aber schön ist es hier dennoch.
Das Museum war das Wohn und Atelierhaus Emil Noldes und wird von einem fantastischen Garten umrahmt. Für Kunst und/oder Gartenliebhaber ein lohnenswertes Ziel bei einem Aufenthalt im Norden.
Das Gelände ist sehr weitläufig und ich hatte etwas Mühe den geheimnisvollen Haßlocher zu treffen. Aber ich spanne euch nicht länger auf die Folter. Ich traf mich dort mit Werner Maischein der vielen von Euch ein Begriff ist und der mich auch angeregte, mal was im Wochenblatt Reporter zu schreiben. Ohne ihn wäre ich vielleicht eher nicht auf die Idee gekommen diese Berichte zu verfassen da ich damals schon im Facebook meine Fans immer auf dem Laufenden hielt.
So erzählten wir uns bei Kaffee und Kuchen die bisherigen Urlaubserfahrungen bis die Zeit dann schon wieder gekommen war um den Weg fortzusetzen. Ich hatte ja noch zwei Zwischenziele, die ich unbedingt sehen wollte.
Es ging weiter Richtung Flensburg um auf die A 7 Richtung Schleswig zu kommen. Wie schon erwähnt, der Zeitplan war schon sportlich.
Da wo heut die Stadt Schleswig ist, war früher eine bedeutende Wikingersiedlung mit Namen Haithabu. Auf dem Gelände befinden sich die Reste des wikingerzeitlichen Handelsplatzes mit dem Grenzbauwerk Danewerk. Auf dem Areal, welches 2018 zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt wurde befindet sich eines der bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands.
Als ich dort ankam, war leider schon zu in Haithabu. Die Bauten konnte man dennoch bewundern und auch hier lohnt es sich mal einen etwas längeren Aufenthalt einzuplanen.
Aber das Moped das rollt. Könnte man in Anlehnung an ein bekanntes Volkslied sagen und nun nach Rendsburg zur dortigen Eisenbahnhochbrücke, welche mit einer lichten Höhe von 42m auf einer Länge von 295m den Nord-Ostseekanal überspannt.
Als wäre das nicht schon Superlativ genug musste man wegen der Nähe des Bahnhofes zum Kanal eine 4 km lange Auffahrrampe in der Stadt bauen um mit einer für Adhäsionsbahnen geeigneten Steigung den Höhenunterschied zu überwinden.
Unter der Brücke, gab es eine an Tragseilen hängende Schwebefähre welche nach einer Havarie im Januar 2016 außer Betrieb genommen und später abgebaut wurde.

Mir war bekannt, dass es da mal eine Havarie gegeben hatte, ich hoffte jedoch, dass die Fähre wieder in Betrieb sei. So wurde also wieder ein Umweg fällig. Dieser war allerdings auch etwas reizvoll weil er über die B 202 durch den Kanaltunnel Rendsburg führte. Dieses Bauwerk war ebenfalls eine technische Meisterleistung. Zunächst jedoch gab es bei den Brückenterrassen einen leckeren Cappuccino und etwas Schiffsverkehr.
Der letzte Abschnitt dieser Tagesreise führte mich nach Laboe. Den Seebären unter euch ist das bestimmt ein Begriff. Für alle Landratten, dort befindet sich das Marine Ehrenmal. Unterwegs hätte ich in Schönkirchen auch noch jemand besuchen können, aber zum einen war es schon spät geworden und zu anderen haben Hebammen immer irgendwie Dienst.
Um 20:10h lief ich im Hotel ein, just nachdem die Kombüse des Restaurants dicht gemacht hatte. Man reichte mir aber dennoch eine gute Suppe und so war das Überleben für die Nacht gesichert.
Das Hotel befand sich gerade mal einen Steinwurf von dem besagten Marine Ehrenmal entfernt und so schlenderte ich am Strand entlang zu dem VII C, U-Boot der Kriegsmarine welches dort am Strand liegt. Für die Mühen des Tage wurde ich mit einem fantastischen Sonnenuntergang über der Kieler Förde belohnt.
Das Marine Ehrenmal wurde einst zum Gedenken an die gefallenen Marinesoldaten des ersten Weltkrieges errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der Deutsche Marinebund erneut das Gelände und widmete nun dieses „Denkmal“ den auf See gebliebenen aller Nationen. Finanziert wurde die umfassende Renovierung aus Spendengeldern. Das VII C, Boot gilt als technisches Museum.
Aus geplanten 245 km waren bis zum Ende dann doch ca. 460 km geworden. Aber schön wars.

Hier einige Links zu den Plätzen:
https://www.nolde-stiftung.de
https://haithabu.de/de/dauerausstellung
https://www.rendsburg.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/eisenbahnhochbruecke.html
https://deutscher-marinebund.de/marine-ehrenmal-u-995/marine-ehrenmal/

Autor:

Horst Sven Becker aus Haßloch

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