Stadtrat beschließt Förderantrag für die Zukunft der Frankenthaler Bäder
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Frankenthal. Der Stadtrat der Stadt Frankenthal hat in einer Sondersitzung am Mittwoch, 28. Januar, einstimmig beschlossen, Förderanträge für die Sanierung des Ostparkbades und des Strandbades zu stellen. Auf Empfehlung der Stadtverwaltung schafft die Stadt damit die formalen Voraussetzungen, um sich mit beiden Projekten für das Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ zu bewerben.
Enge Fristen machten Sondersitzung erforderlich
Hintergrund des Beschlusses ist eine enge Fristsetzung des Bundes. Die erforderlichen Projektskizzen mussten bis zum 15. Januar 2026 eingereicht werden, der förmliche Stadtratsbeschluss ist spätestens bis zum 30. Januar 2026 nachzureichen. Um diese Förderchance nicht zu verlieren, wurde der Beschluss kurzfristig in einer Sondersitzung gefasst.
Förderantrag als formale Voraussetzung – keine Vorentscheidung
Mit der Antragstellung verfolgt die Stadt Frankenthal das Ziel, sich Fördermöglichkeiten von Land und Bund offen zu halten und eine belastbare Grundlage für die künftige Ausrichtung der Frankenthaler Bäderlandschaft zu schaffen. Die Stadt betont ausdrücklich, dass es sich dabei um einen notwendigen formalen Schritt handelt – nicht um eine Vorfestlegung auf eine konkrete bauliche Lösung. Weder eine Sanierung im Bestand noch der mögliche Neubau eines Kombibades werden dadurch ausgeschlossen.
Oberbürgermeister: Förderchancen jetzt nutzen
Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Bäder und Parken GmbH, unterstreicht die Bedeutung der Entscheidung: „Unsere Bäder sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig haben sich über viele Jahre erhebliche technische und bauliche Sanierungsbedarfe aufgebaut, die mit punktuellen Maßnahmen nicht mehr zu bewältigen sind. Gerade weil Ostparkbad und Strandbad für Schulen, Vereine und die Bürgerschaft insgesamt unverzichtbar sind, müssen wir jetzt die Förderchancen nutzen. Angesichts der größten kommunalen Finanzkrise seit der Nachkriegszeit sind solche Investitionen aus eigener Kraft kaum darstellbar.“
Was konkret saniert werden soll
Die Förderanträge basieren auf umfassenden technischen und wirtschaftlichen Prüfungen der Bäder und Parken GmbH. Vorgesehen sind insbesondere Maßnahmen zur Sicherung der Betriebssicherheit, zur Modernisierung der technischen Infrastruktur, zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie zur Stärkung von Barrierefreiheit und Inklusion. Im Ostparkbad liegen die Schwerpunkte unter anderem auf der Erneuerung der Badewasser- und Lüftungstechnik, der Gebäudeleittechnik, von Pumpen, Filtern und wasserführenden Leitungen sowie auf baulichen Maßnahmen in stark beanspruchten Bereichen. Ergänzt werden diese Investitionen durch Maßnahmen zur Inklusion, etwa durch Liftsysteme für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
Im Strandbad sind unter anderem die Sanierung und Modernisierung der Sanitär- und Umkleidebereiche, umfangreiche technische Erneuerungen, der Umbau von Beckenbereichen sowie Maßnahmen zur Energieversorgung vorgesehen. Dazu zählen unter anderem Photovoltaik-Anlagen und Wärmepumpen. Auch hier soll die Barrierefreiheit deutlich verbessert werden. Ziel ist es, beide Standorte dauerhaft sicher, wirtschaftlich, energieeffizient und für alle Alters- und Nutzergruppen nutzbar zu erhalten.
Geschäftsführung: Betrieb langfristig sichern
Karmen Strahonja, Geschäftsführerin der Bäder und Parken GmbH, erklärt: „Unser Anspruch ist es, Ostparkbad und Strandbad langfristig für alle Menschen offen zu halten – für Schulen und Vereine ebenso wie für Familien, Seniorinnen und Senioren und alle Bürgerinnen und Bürger. Die beantragten Maßnahmen sind notwendig, um den Betrieb technisch abzusichern, Energieverbräuche zu senken und die Anlagen wirtschaftlich tragfähig weiterzuführen.“ Geschäftsführer Volkmar Langefeld ergänzt: „Die Sanierungsbedarfe sind fachlich eindeutig belegt. Ohne grundlegende Erneuerungen steigen sowohl die Betriebsrisiken als auch die laufenden Kosten. Das Bundesprogramm eröffnet die Chance, notwendige Investitionen umzusetzen und gleichzeitig die Belastung des städtischen Haushalts deutlich zu reduzieren.“
Investitionsvolumen und Förderhöhe
Das Gesamtinvestitionsvolumen für beide Bäder beläuft sich nach aktuellem Stand auf rund 10,6 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 6,35 Millionen Euro auf das Strandbad und rund 4,21 Millionen Euro auf das Ostparkbad. Die beantragte Bundesförderung beträgt bis zu 75 Prozent, insgesamt rund 7,9 Millionen Euro. Der kommunale Eigenanteil der Stadt Frankenthal würde sich damit auf etwa 2,7 Millionen Euro belaufen. Über die Aufnahme der Projekte in das Förderprogramm entscheidet im weiteren Verfahren der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages.
Sanierung und Kombibad kein Widerspruch
Die Stadt stellt klar, dass die Förderanträge keine Entscheidung gegen ein mögliches Kombibad darstellen. Die Frage der langfristigen Bäderstruktur bleibt eine eigenständige, komplexe Entscheidung mit erheblichen finanziellen, betrieblichen und städtebaulichen Auswirkungen und wird weiterhin fachlich vorbereitet.
Bäder als Teil von Stadtmarketing und Tourismusstrategie
Die Weiterentwicklung des Ostparkbades und des Strandbades ist zugleich Bestandteil einer übergeordneten strategischen Ausrichtung der Stadt Frankenthal. Ab 2026 soll ein partizipativer Prozess zur Entwicklung einer städtischen Dachmarke starten, ergänzt durch eine Tourismus- und Stadtmarketingstrategie. In diesem Zusammenhang spielen beide Bäder eine zentrale Rolle als Orte für Lebensqualität, Freizeit, Sport und Erholung. Sie gelten als wichtige Bausteine für die Positionierung Frankenthals als familienfreundliche Stadt in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Kurzfristige Maßnahmen zeigen Wirkung
Parallel zu den langfristigen Planungen wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung umgesetzt, insbesondere im Strandbad. Dazu zählen unter anderem eine große Wibit-Wasserattraktion, eine Beachbar, eine direkte ÖPNV-Anbindung sowie neue Sport- und Bewegungsangebote. Auch Anregungen aus Jugendworkshops wurden gezielt aufgegriffen. Begleitend wurden die Social-Media-Kanäle der Bäder neu ausgerichtet, um Angebote und Veranstaltungen stärker sichtbar zu machen. Diese Kombination aus Investitionen und Kommunikation zeigt messbare Erfolge: In der Saison 2025 verzeichnete das Strandbad rund 103.600 Besucherinnen und Besucher und überschritt damit erstmals seit mehreren Jahren wieder die Marke von 100.000 Gästen.
Ausblick auf die Saison 2026
Für die Saison 2026 sind weitere Verbesserungen geplant, darunter die Erweiterung der Wibit-Wasserattraktion, eine neue Rutsche im Kinderbereich des Ostparkbades sowie zusätzliche Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität.
Ergänzend setzt die Bäder und Parken GmbH auf ein Sponsoring- und Beteiligungskonzept. Über die Plattform www.unser-strandbad.de können sich Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger freiwillig und projektbezogen an der Weiterentwicklung beteiligen. Ziel ist es, zusätzliches Engagement aus Stadtgesellschaft und Wirtschaft zu mobilisieren und die Identifikation mit den Frankenthaler Bädern weiter zu stärken. [red/rgb]
Autor:Reiner Bohlander aus Frankenthal |
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