Trauer um Tagesklink und Reha im Metznerpark
Nachtrag zu Nachruf Klinik am Metznerpark
- Foto: Maiken Liefeith
- hochgeladen von Maiken Liefeith
Was den einen freut, macht den anderen traurig.
Die Stadtklinik freut sich über ihren neuen Anbau, der unter anderem eine Tagesklinik für psychisch kranke Menschen beherbergen soll.
Dafür soll die Klinik am Metznerpark dem Bagger weichen.
Es stimmt mich traurig, den Entwurf zu sehen, eines massiven Klotzes in der Wiese, der wahrscheinlich noch zum Anlass dient, den wunderschönen Teich mit Bachlauf im Park der Stadtklinik zu zerstören.
Für mich hat dieser Anbau nur mehr den gleichen Charakter, wie eine offene Station.
Erreichbar ist die Tagesklinik nur mit dem Bus.
Ämter, Behörden, und soziales Leben sind in der Stadt.
Schnell einkaufen oder ins Cafè gehen ist so nicht mehr drin.
Es fehlt die Anbindung ans normale Leben.
Abgesehen davon fehlt ganz einfach der freundlich kurmäßige Rahmen der alten Klinik am Metznerpark.
Ich bin nur traurig.
Nachtrag 2025: Der Rohbau an der Stadtklinik steht. Von außen erscheint er wie einer der modernen Zweckbauten mit verspiegelten Fenstern. Sie wirken auf mich eher beängstigend und wecken nicht den Eindruck als wären da Menschen drin. Sie erwecken Erinnerungen an die Würfel der Borg bei Raumschiff Enterprise: "Hier werden Sie assimiliert." Nein, verweilen möchte ich dort nicht. Die Weide ist tot, der Teich verschwunden. Es gilt weitergehen und sich nicht mehr umdrehen.
Nachtrag 03.04.2026:
Nun ist der Neubau hinter der Stadtklinik eröffnet worden.
Hell und offen soll er sein. Offen nach außen, um den Insassen zu zeigen, das auch sie wieder irgendwann einmal nach hause dürfen.
Davon las ich, denn ich war nicht dabei.
Mich stört die Abgeschiedenheit auf der grünen Wiese, das man von außen nicht hineinschauen kann durch diese undurchsichtige Fassade und das man kein Fenster öffnen kann. Womit man dann von innen zwar im Erdgeschoß aus Menschen sehen kann, aber nicht mehr mit denen in Kontakt treten.
Die oberen Stockwerke öffnen sich dann zum Himmel. dieser ist zwar auch schön, nur die wenigsten beachten die sich wechselnden Wolkenformationen über der Rheinebene wirklich und wissen ihre Schönheit zu schätzen. Die meisten werden die Fenster einfach nicht mehr beachten.
Da man ansonsten einen Bus braucht bis in die Stadt sehe ich im gesamten Konzept eher eine Ausgrenzung.
Ich vermisse die Weide.
Und ich bin traurig, weil ich die letzte Zeit am Foltzring dankbar in Erinnerung habe. Das war meine Zeit mit der Rose, die ich zu betreuen hatte - zum Verständnis: den kleinen Prinzen habe ich auch sehr gemocht.
Autor:Maiken Liefeith aus Frankenthal |
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