Vier Tage Ausnahmezustand in Frankenthal: Strohhutfest lockt 200.000 Gäste an
- Gute Stimmung, volle Plätze und zahlreiche Begegnungen prägten das Festwochenende in Frankenthal.
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Frankenthal. Vier Tage Musik, Begegnungen und Festivalstimmung liegen hinter Frankenthal: Vom Donnerstag, 4. Juni, bis Sonntag, 7. Juni, verwandelte das 51. Strohhutfest die Innenstadt erneut in eine große Open-Air-Bühne. Auf sechs Bühnen, in zahlreichen Vereinszelten und an mehr als 100 Ständen wurde gefeiert, musiziert und das größte Straßenfest der Pfalz zelebriert. Nach Angaben der Stadt kamen rund 200.000 Besucher aus Frankenthal und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar in die Innenstadt.
- Rund 200.000 Besucher feierten vier Tage lang das Strohhutfest 2026 in der Frankenthaler Innenstadt. Musik, Vereine und ein breites Familienangebot prägten das größte Straßenfest der Pfalz.
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„Das Strohhutfest steht wie kein anderes Ereignis für das besondere Lebensgefühl in Frankenthal. Auch in diesem Jahr hat sich wieder gezeigt, wie lebendig, gastfreundlich und engagiert unsere Stadtgesellschaft ist“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer in seiner Bilanz zum Fest. Sein Dank gelte den Vereinen, Ehrenamtlichen, Beschickern, Sponsoren, Einsatzkräften und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die die Veranstaltung ermöglicht hätten.
Trotz zeitweise kräftiger Regenschauer zum Auftakt am Donnerstag erwies sich das Wetter an den folgenden Tagen als nahezu ideal. Besonders der Samstag zog bei sonnigen Bedingungen zahlreiche Gäste in die Innenstadt.
- Das Wetter spielte nach dem regnerischen Donnerstag überwiegend mit und lockte zahlreiche Besucher in die Innenstadt.
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Für das musikalische Programm sorgten rund 50 Bands und Künstler. Das Angebot reichte von Rock und Pop über Schlager und Blasmusik bis hin zu Partyhits. Als Publikumsmagnet erwies sich erneut die RPR1.-Hauptbühne auf dem Rathausplatz. Dort traten unter anderem Neonlicht, NOISIC, Fine R.I.P., N*COGNITO und Acoustic Vibration auf.
Auch die Beschicker zeigten sich laut Stadtverwaltung zufrieden. Viele berichteten von hohen Besucherzahlen und guten Umsätzen. Allein an den Ständen der Freiwilligen Feuerwehr und der Mörscher Wasserhinkele in der Erkenbertruine wurden rund 14.000 Schorlen ausgeschenkt.
Neue Bühnennamen und musikalische Überraschungen
Zu den Neuerungen gehörten die neuen Namen zweier Bühnen. Die bisherige Eichbaum-Bühne wurde erstmals als MEXIA-Bühne betrieben, die bisherige Gleis4-Bühne trat erstmals als VVR Bank-Bühne auf.
- Von Rock und Pop bis Schlager und Partyhits reichte das musikalische Angebot des Strohhutfests.
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Für besondere Aufmerksamkeit sorgte am Samstag der 1. Frankenthaler Männerchor 03. Rund 40 Sänger zogen beim sogenannten Guerilla-Singen über die Festmeile und überraschten Besucher mit spontanen Auftritten an verschiedenen Standorten.
Kinderstrohhutfest erneut beliebt
Auch das Kinderstrohhutfest in der Willy-Brandt-Anlage erfreute sich großer Beliebtheit. Rund 1.000 Kinder besuchten den Familienbereich an den vier Festtagen. Tanzgruppen, Kreativangebote, Mitmachaktionen, Zaubershows und sportliche Vorführungen sorgten für Unterhaltung.
- Das Kinderstrohhutfest in der Willy-Brandt-Anlage war erneut ein beliebter Treffpunkt für Familien.
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Erstmals moderierten sechs Kinder gemeinsam mit Timo Schlüter das Bühnenprogramm. Für Schlüter war es zugleich der letzte Einsatz beim Kinderstrohhutfest nach vielen Jahren. Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer und Sozialdezernent Bernd Leidig dankten ihm persönlich.
Neu war zudem das Logo des Kinderstrohhutfestes, das von der Frankenthaler Grafikdesignerin Heike Behrend gestaltet wurde. Für die Organisation waren rund 35 Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros sowie Jugendliche aus den Frankenthaler Jugendtreffs verantwortlich.
Maja Gruber ist neue Miss Strohhut
Zur 49. Miss Strohhut wurde Maja Gruber gewählt. Die 25-jährige Frankenthalerin studiert Digitale Kommunikationsforschung im Master und spielt unter anderem Hockey bei der TG Frankenthal. Künftig wird sie die Stadt bei zahlreichen Anlässen repräsentieren.
- Die neue Miss Strohhut Maja Gruber freut sich auf ihre künftigen Aufgaben als Botschafterin der Stadt.
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Rund 800 Teilnehmer beim Strohhutfestlauf
Traditionell begann der Sonntag mit dem Strohhutfestlauf. Insgesamt gingen rund 800 Teilnehmer bei Bambini-, Schüler- und Hauptlauf an den Start.
Im Bambinilauf über 100 Meter siegten Antonia von Opel vom RC Hofgut Petersau in 15 Sekunden sowie Hezekiah König in 13,2 Sekunden.
- Mit viel Begeisterung gingen auch die Nachwuchssportler an den Start.
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Im Schülerlauf über etwa 2,8 Kilometer waren Caroline Dörr von der TG Frankenthal mit 10:11,6 Minuten und Mika Fath vom Ludwigshafener SV 07 mit 9:14 Minuten die Schnellsten.
Den Hauptlauf über etwa 5,5 Kilometer gewannen Tanja Willersinn in 20:17,1 Minuten sowie Cedric Sikorski vom Landgericht Frankenthal in 16:40,3 Minuten.
Als älteste Teilnehmer wurden Gertrud Windhaber vom TSG Maxdorf und Hans-Jürgen Bentz vom LT Rheinhessen geehrt.
Eine Ehrenurkunde für besonders sportliches Verhalten erhielt Sarah Prugovic von Bushido Frankenthal. Sie hatte einen gestürzten Läufer versorgt und dadurch ihren eigenen Lauf nicht beenden können.
Mobilität, Infrastruktur und Sicherheit
Erweitert wurden in diesem Jahr die Mobilitätsangebote. Zusätzliche Parkflächen standen in der Albertstraße zur Verfügung. Neu war außerdem ein Fahrradparkturm am Hauptbahnhof. Am Sonntag konnten Besucher die Busse im Stadtgebiet kostenlos nutzen. Zusätzliche Sonderzüge erleichterten die Heimreise.
Der Eigen- und Wirtschaftsbetrieb Frankenthal war für Auf- und Abbau, Beschilderung, Reinigung sowie die Bereitstellung von Wasser- und Stromanschlüssen zuständig.
Für Sicherheit sorgten Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienste, Kommunaler Vollzugsdienst, Sicherheitsdienst und städtische Fachbereiche. Der Kommunale Vollzugsdienst war mit insgesamt 18 Kräften vertreten. Er vernichtete rund 20 Liter mitgebrachten Alkohols, verwarnte etwa 20 Wildpinkler, sprach Platzverweise aus und unterband nicht genehmigte gewerbliche Aktivitäten. Zudem wurden rund 25 Fahrzeuge abgeschleppt.
Nach Angaben der Stadt verlief das Fest insgesamt überwiegend friedlich. Aus Sicht des Kommunalen Vollzugsdienstes kam es lediglich zu kleineren Auseinandersetzungen sowie einer größeren Schlägerei am Samstagabend.
Der Sanitätsdienst registrierte von Donnerstag bis Samstag insgesamt 121 Einsätze. In 20 Fällen wurden Personen in umliegende Krankenhäuser transportiert.
Die Feuerwehr musste im Festbereich bis Sonntagnachmittag nicht eingreifen. Außerhalb des Festgeländes wurden unter anderem Sturmschäden beseitigt und eine Türöffnung unterstützt.
Polizei registriert mehrere Straftaten
Auch die Polizei zog an allen drei bislang bilanzierten Festtagen eine überwiegend friedliche Bilanz.
Am Donnerstag registrierten die Beamten sieben Körperverletzungsdelikte, darunter eine gefährliche Körperverletzung mit Pfefferspray. Ein 22-Jähriger wurde mit 2,30 Promille in Gewahrsam genommen. Dabei leistete er Widerstand, wodurch ein Polizeibeamter leicht verletzt wurde.
Am Freitag wurden erneut sieben Körperverletzungsdelikte, darunter eine gefährliche Körperverletzung und eine Bedrohung, aufgenommen. Gegen einen 23-jährigen Beschuldigten lag ein offener Haftbefehl vor. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Zudem leistete ein 22-Jähriger Widerstand gegen Polizeikräfte und wurde anschließend in Gewahrsam genommen.
Am Samstag registrierte die Polizei wiederum sieben Körperverletzungsdelikte, darunter eine gefährliche Körperverletzung, sowie eine Bedrohung. Hinzu kamen Widerstandshandlungen gegen Kräfte des Kommunalen Vollzugsdienstes und gegen einen Polizeibeamten in Zivil. Insgesamt wurden 14 Personen per Platzverweis vom Festgelände verwiesen.
Blick auf das Jahr 2027
Mit dem Ende des 51. Strohhutfests richtet sich der Blick bereits auf die nächste Ausgabe. Das 52. Strohhutfest soll von Donnerstag, 27. Mai, bis Sonntag, 30. Mai 2027 stattfinden. Im Jubiläumsjahr „450 Jahre Stadtrechte“ wird dann auch die 50. Miss Strohhut gekürt.
Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |