Objekt des Monats in der Stadtbücherei Frankenthal zu sehen
Tischuhr mit göttlicher Begleitung

Tischuhren hatten um 1870 ihren festen Platz.  Foto: Erkenbert-Museum
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Erkenbert-Museum. Eine Tischuhr ist das Objekt des Monats November des Erkenbert-Museums. Das figürlich gestaltete Exponat aus dem Ende des 19. Jahrhunderts ist jetzt in der Stadtbücherei zu sehen. In der bürgerlichen Wohnkultur der Zeit um 1870 hatten aufwendig gestaltete Uhren einen festen Platz auf Tischen im Salon und auf Kaminsimsen. Am Donnerstag, 7. November, um 16 Uhr stellt Museumsleiterin Dr. Maria Lucia Weigel Wissenswertes zur Gründerzeit-Uhr vor und lädt Gäste zum Mitdiskutieren ein. Die Gesprächsrunde findet im Foyer der Stadtbücherei statt.
Bei der ausgestellten Uhr aus dem Erkenbert-Museum handelt es sich um ein Objekt aus Zinn. Das Metall fand bei der Herstellung von Haushalts- und Ziergegenständen aller Art bis weit ins 19. Jahrhundert hinein häufig Verwendung. Das in einem zylindrischen Gehäuse untergebrachte Uhrwerk mit reich verziertem Zifferblatt wird von einer kauernden Atlas-Figur getragen. Auf ihrem Kopf balanciert sie ein geflügeltes Rad, Sinnbild für den Lauf der Sonne am Himmel und damit für das Verstreichen der Zeit.
Zitate aus der antiken griechischen Mythologie gehörten im späten 19. Jahrhundert zum festen Motivrepertoire jedweder kunsthandwerklichen Gestaltung von Gebrauchsgegenständen. Atlas, der eine Uhr trägt, war bereits in Renaissance und Barock ein beliebtes Motiv. Der Riese aus dem antiken Göttergeschlecht der Titanen war nach verlorenem Kampf von Zeus dazu verdammt worden, am äußersten Rand der Welt zu stehen und das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Der an den Himmelserscheinungen ablesbare Lauf der Zeit bildet die thematische Verbindung zur Umwidmung des getragenen Gegenstandes in späterer Zeit.
Das „Objekt des Monats“ ist ein gemeinsames Projekt des Erkenbert-Museums und der Stadtbücherei, bei dem im Wechsel besondere Objekte des Museums in einer Vitrine im Eingangsbereich der Stadtbücherei ausgestellt werden. In der begleitenden Gesprächsreihe stellen Mitarbeiter des Museums einmal im Monat Herkunft, Bedeutung oder Gebrauch des ausgestellten Objekts vor. Gezeigt werden Stücke aus unterschiedlichen Kontexten: Kunstobjekte, die der höfischen Repräsentation dienten, wechseln sich ab mit Alltagsgegenständen, deren Gebrauch heute in Vergessenheit geraten ist. Hintergrund ist die derzeitige Schließung des Museums aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten. Das Museum wird in dieser Zeit mit einer Reihe von Aktionen und Ausstellungen unter dem Motto „Das Museum in der Stadt“ für die Öffentlichkeit sichtbar bleiben. ps

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Autor:

Gisela Böhmer aus Frankenthal

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