1. Deutscher Weinlehrpfad in Schweigen- Rechtenbach
Was passiert wirklich damit?

So get es dem Traubendieb
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Schweigen-Rechtenbach. Der Weinlehrpfad am Sonnenberg in Schweigen- Rechtenbach an der deutsch-französischen Grenze zählt zu den interessanten touristischen Attraktionen, die grenzüberschreitend kulturell und wirtschaftlich eine bedeutende Rolle spielen. Er wurde früher von den Winzern das ganze Jahr über genutzt. Heute bietet er jedoch total verwahrlost und unbeschildert dar. Der heutige Zustand des ersten deutschen Weinlehrpfades lässt seitens des Betrachters einige Fragen aufkommen.

Der erste Weinlehrpfad in Deutschland befindet sich am Sonnenberg im Weindorf Schweigen- Schweigen am Weintor an der französischen Grenze. Von hier aus erstreckt sich die deutsche Weinstraße über etwa 85 Kilometer von Süden nach Norden durch die Pfalz.

Er wurde 1969 vom Schweigener Winzer Philipp Cuntz errichtet. Der Besucher fand einen befestigten Wanderweg vor, auf dem er an vielen Rebsorten vorbeikam. Nicht nur Wein wurde angeboten, sondern auch Informationen zur weltweiten Weinbau-Geschichte.

Die Kunst kam ebenfalls nicht zu kurz. Am Weg befanden sich Kunst und Kunsthandwerke, wie z. B. die Skulptur eines Traubendiebes, gefangen in einer Strafgeige, und ein Denkmal aus Eisen für die Reblaus, den Winzererzfeind. Alles in allem ist es eine sehr interessante Anlage in einer faszinierenden Landschaft mit Blick über die Weinberge auf die Rheinebene und französische Grenzorte.

Heute ist der Weinlehrpfad jedoch total heruntergekommen und verwahrlost. Vieles vom dem, was früher dort stand, wurde zerstört, verstümmelt und unkenntlich gemacht. Die Stände sind und alte Beschriftungen sind entfernt oder nicht mehr lesbar. Die Plexiglas-Schilder sind total verkrebst.

Ein Schild sagt mehr als tausend Worte.

Es ist völlig unklar, was sich hier zur Zeit abspielt. Soll Deutschlands erster Weinlehrpfad vollständig entfernt werden? Was soll hier entstehen, und wann soll das der Fall sein?
Auffallend ist, dass sich keine Schilder oder Hinweise am Weinlehrpfad befinden, denen die Besucher etwas über die tatsächliche Situation entnehmen können. Und es wird vermutlich eine Weile dauern, bis etwas Neues entsteht. Eine kurze Information wird wahrscheinlich nicht nur Einheimische und Touristen, sondern auch Fachkreise vorübergehend beruhigen. Ein Schild könnte hier mehr als tausend Worte sagen.
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Nachtrag

Lt. Internetseite des Vereins Erster Weinlehrpfad e.V. sollen die Arbeiten zur Erneuerung des ersten deutschen Weinlehrpfades bereits angelaufen worden sein. Winzer vom Sonnenberg haben in einer Gemeinschaftsaktion die alten Stationen abgeräumt. In Kürze beginnen die Neubauarbeiten, damit diese noch im Jahr 2020 zum Abschluss gebracht werden können. Aus ehemals 25 Einzelobjekten werden die Themen in 9 repräsentativen Stationen zusammengefasst, die den Besuchern die Geschichte des Weinbaus und des Sonnenberges näherbringen.
Folgende Stationen werden erneuert:
Station "Alte Kelter" am Weintor, Beginn des Weinlehrpfades, Info zum Verlauf des Weinlehrpfades
Station "Philipp Cuntz" am ehemaligen Wasserhochbehälter, Info über die Geschichte des Weinbaues und des Weinlehrpfades
Station "Schädlinge" mit Reblausdenkmal, Info über die Schädlinge und den Pflanzenschutz
Station "St. Urban", Info über die Weinheiligen
Station "Kleines Weintor", an der Rebenanlage der Deutschen Weinstraße, Info über die Geschichte der Deutschen Weinstraße und des Weintores
Station "Ehrenhain", Info über die Vita der geehrten Weinpersönlichkeiten
Station "Sonnenberg", Info über die Geologie und den Naturschutz am Sonnenberg
Station "Rebsorten in Schweigen-Rechtenbach", Info über die am Sonnenberg angebauten Rebsorten
Station "Sesel", Info über die wechselvolle Geschichte am Sonnenberg
Das Wochenblatt hatte bereits am 3.April 2019 davon berichtet, dass Schweigen-Rechtenbach einen Zuschuss in Höhe von 139.019,36 Euro für die Neugestaltung des 1. Deutschen Weinlehrpfades erhält.
Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des 1. Deutschen Weinlehrpfades belaufen sich auf rund 230.000 Euro brutto. Die Förderung der Maßnahme wird aus EU–ELER- und Landesmitteln getragen.
Mit der Neugestaltung des 1. Deutschen Weinlehrpfades wird wieder ein wichtiger Werbefaktor für Schweigen-Rechtenbach und das Bad Bergzaberner Land aktiviert werden,,,,Zitat Ende.
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01.02.2020
Der aktuelle Zustand des Weinlehrpfades ist tatsächlich erbärmlich.
Eine kurze Recherche hätte jedoch den Grund geklärt. Ein Schild kommt bald.

Vandalismus und strikte Vorgaben für die Freigabe der Fördergelder sind für die lange Vorlaufzeit verantwortlich.
Der Vorsitzende des Vereins Erster Weinlehrpfad e.V. Schweigen-Rechtenbach, Wolfgang Faber, erklärte, dass der Weinlehrpfad sich in einem erbärmlichen Zustand befinde. Diese Feststellung ist völlig zutreffend. Wir, die für den Weinlehrpfad Verantwortlichen, das Präsidium, haben das auch schon festgestellt.

Faber kritisierte die Berichterstattung über die Situation am Weinlehrpfad und verwies auf die aktuellen Informationen auf seiner Homepage. „Hätte man dort nachgesehen, hätte man unzweifelhaft den Schluss ziehen müssen, dass sich der Weinlehrpfad dank unserer gemeinsamen Initiative mit der Ortsgemeinde Schweigen-Rechtenbach in Kürze völlig erneuert präsentieren wird. Die Planungen hierfür laufen schon seit 2013“, so Faber.

Warum die Vorlaufzeit so lange ist? Nach Wolfgang Faber ist die Situation dem Umstand geschuldet, dass öffentliche Mittel eben nicht auf Zuruf bereitstehen und ein Zuschuss von vornherein verwirkt ist.
Warum noch kein Schild steht?

Der Schweigen-Rechtenbacher Winzer und Industriemechaniker Alexander Grimm macht Nebensaison und Vandalismus dafür verantwortlich. Vor genau 14 Tagen wurde der Rückbau in Angriff genommen. En Hinweisschild wird in den nächsten Wochen aufgestellt.

Wieso es bisher noch nicht steht?
„Weil Nebensaison ist und es leider immer wieder zu Vandalismus auf und um den Weinlehrpfad gekommen ist“, so Grimm in einem Kommentar auf der Facebook-Seite „Wenn du Bad Bergzaberner bist“ letzte Woche.
Die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern hat den Zuschuss bereits beantragt.
Lt. Wochenblattbericht am 3. April 2019 hat der Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer ihn in Trier beantragt. Er freute sich über eine positive Nachricht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier und konnte die Ortsgemeinde Schweigen-Rechtenbach sowie Ortsbürgermeister Dieter Geißer über den Zuschuss informieren.

zhaggag@gmail.com

Autor:

Zenhom Haggag aus Bad Bergzaberner Land

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