Schockanrufe im Saarland: Über 100.000 Euro Schaden
- Die Polizei warnt vor einer neuen Welle von Schockanrufen im Saarland. Betrüger erbeuteten in mehreren Fällen Bargeld, der Gesamtschaden liegt bei über 100.000 Euro.
- Foto: tippapatt/stock.adobe.com/Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
- hochgeladen von Jens Vollmer
Saarland. Seit Donnerstag, 17. September, registriert die Landespolizeidirektion Saarland erneut eine Welle von Schockanrufen im gesamten Saarland. Neben mehr als 20 Versuchstaten kam es in vier Fällen zu Geldübergaben; der Schaden liegt insgesamt bei über 100.000 Euro, wie die Landespolizeidirektion Saarland berichtet.
Bei der Masche geben sich Betrüger am Telefon als enge Verwandte, Kinder, Enkelkinder oder Polizeibeamte aus. Sie täuschen eine Notsituation vor, etwa einen schweren Verkehrsunfall mit schwer verletzten oder getöteten Personen. Der angebliche Unfallverursacher soll ein naher Angehöriger der Angerufenen sein. Damit dieser nicht sofort verhaftet werde, fordern die Täter eine Kaution. Diese lassen sie durch Geldboten, meist falsche Polizeibeamte, an der Haustür oder an neutralen Orten abholen.
In den Landkreisen Saarlouis, Merzig-Wadern und St. Wendel sowie im Regionalverband Saarbrücken übergaben Betroffene Bargeld an der Haustür. Die Beträge lagen jeweils mindestens im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. Die verhinderte Übergabe sollte auf dem Parkplatz eines Krankenhauses stattfinden. Betroffen waren ausschließlich Frauen im Alter von 61 bis 90 Jahren.
Die Polizei warnt eindringlich: Sie nimmt weder Wertgegenstände noch Bargeld entgegen. Wer am Telefon Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände fordert, sollte sofort auflegen und weitere Anrufversuche nicht annehmen. Wer unsicher ist oder unter Druck gerät, sollte ebenfalls auflegen, die Angaben über Angehörige oder eine Vertrauensperson prüfen und die Polizei unter einer bekannten Nummer oder über 110 informieren; die Rückruffunktion sollte nicht genutzt werden. Persönliche und finanzielle Verhältnisse gehören nicht ans Telefon. Geld darf nie an unbekannte Personen oder auf unbekannte Konten übergeben oder überwiesen werden. Zudem bittet die Polizei darum, auf verdächtige Fahrzeuge und Personen in der Nachbarschaft zu achten und Angehörige sowie direkte Nachbarn für Schockanrufe zu sensibilisieren. Weitere Informationen zu Enkeltrick, Schockanrufen und anderen Betrugsmaschen gibt es unter www.polizei.saarland.de.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |