Schockanrufe im Saarland: Betrüger erbeuten über 100.000 Euro
- Eine neue Welle von Schockanrufen beschäftigt die Polizei im Saarland. Betrüger erbeuteten in vier Fällen mehr als 100.000 Euro, betroffen waren Frauen zwischen 61 und 90 Jahren.
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Saarland. Seit Donnerstag, 17. September, registriert die Landespolizeidirektion Saarland erneut eine Welle von Schockanrufen im gesamten Saarland. In vier Fällen übergaben Betroffene Bargeld an Betrüger, der Gesamtschaden liegt bei über 100.000 Euro.
Die Täter gaben sich am Telefon als enge Verwandte, Kinder, Enkelkinder oder Polizeibeamte aus. Sie täuschten eine Notsituation vor, etwa einen schweren Verkehrsunfall mit schwer verletzten oder getöteten Personen. Der angebliche Unfallverursacher sollte ein naher Angehöriger der Angerufenen sein. Damit dieser nicht sofort verhaftet werde, forderten die Betrüger eine Kaution. Diese sollte anschließend von Geldboten, meist falschen Polizeibeamten, an der Haustür oder an neutralen Orten abgeholt werden.
In den Landkreisen Saarlouis, Merzig-Wadern und St. Wendel sowie im Regionalverband Saarbrücken kam es laut Polizei in vier Fällen zu Geldübergaben. In allen Fällen übergaben die Angerufenen Bargeld an der eigenen Haustür. Eine weitere Übergabe konnte die Polizei im letzten Moment verhindern. Sie sollte auf dem Parkplatz eines Krankenhauses stattfinden.
Die übergebenen Beträge lagen jeweils mindestens im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich. Zusätzlich registrierte die Polizei mehr als 20 weitere Versuche mit derselben Masche. Betroffen waren in allen bekannten Fällen Frauen im Alter von 61 bis 90 Jahren.
Die Landespolizeidirektion warnt eindringlich: Die Polizei nimmt weder Wertgegenstände noch Bargeld entgegen. Wer am Telefon zu Geld, Schmuck oder Wertgegenständen gedrängt wird, sollte sofort auflegen und bei weiteren Anrufen nicht mehr abheben. Wer unsicher ist oder sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte das Gespräch beenden, Angaben prüfen, Angehörige oder eine Vertrauensperson kontaktieren und die Polizei über die bekannte Nummer oder die 110 anrufen. Die Rückruffunktion sollte dabei nicht genutzt werden.
Am Telefon sollten keine persönlichen oder finanziellen Verhältnisse genannt werden. Geld darf niemals an unbekannte Personen übergeben oder auf unbekannte Konten überwiesen werden. Die Polizei bittet außerdem darum, auf verdächtige Fahrzeuge und Personen in der Nachbarschaft zu achten und Angehörige sowie direkte Nachbarn für Schockanrufe zu sensibilisieren. Weitere Informationen zu Enkeltrick, Schockanrufen und anderen Betrugsmaschen gibt es unter www.polizei.saarland.de.
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |