Großeinsatz in St. Ingbert: Wohnung nach Strahlungsfund gesperrt
- Zahlreiche Einsatzkräfte waren beteiligt, die Straße vor dem Mehrfamilienhaus war über Stunden gesperrt.
- Foto: Harald Tittel/dpa
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St. Ingbert. Für Anwohner eines Mehrfamilienhauses in St. Ingbert gibt es nach Polizeiangaben trotz eines stundenlangen Großeinsatzes keine akute Gefahr. Auslöser war am Dienstag, 4. August, der Verdacht auf radioaktive Mineralien in der Wohnung eines 24 Jahre alten Mannes. In dem Objekt wurden später Strahlungswerte festgestellt. Die Wohnung wurde gesperrt.
Was bislang bekannt ist
Die Polizei war Hinweisen nachgegangen, wonach der 24-Jährige Mineralien lagern und unsachgemäß mit ihnen umgegangen sein könnte. Der Mann wurde am Morgen zunächst in seinem Auto kontrolliert. Dabei wurde geprüft, ob er selbst oder sein Fahrzeug kontaminiert sind. Nach Angaben der Polizei war das nicht der Fall. Später überprüften Einsatzkräfte noch ein weiteres Fahrzeug in der Nähe der Wohnung.
Welche Stoffe im Fokus stehen
Um welche Mineralien es sich genau handelt, ist bisher unklar. Die Ermittler sprechen von natürlich vorkommendem Gesteinsmaterial mit natürlicher Radioaktivität, das zusätzlich mit Schwermetallen verunreinigt sein könnte. Nach Angaben der Polizei können bei einer mechanischen Verarbeitung radioaktive Partikel und Schwermetalle freigesetzt werden. Der dabei entstehende Staub kann bei direktem und ungeschütztem Kontakt ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Was das für Anwohner bedeutet
Die Straße vor dem Wohnhaus war zeitweise gesperrt. Die Stadt St. Ingbert riet dazu, den Bereich weiträumig zu umfahren. Am Nachmittag teilte ein Polizeisprecher vor Ort mit, der Einsatz in der Wohnung sei beendet. Für Nachbarn bestehe kein Risiko.
- Die betroffene Wohnung bleibt gesperrt.
- Für Anwohner sieht die Polizei derzeit keine Gefahr.
- Bürger können sich mit Fragen an das Umweltministerium in Saarbrücken wenden.
Ermittlungen gehen weiter
An dem Einsatz waren auch Strahlenschutzbehörden und CBRN-Einheiten beteiligt. Das sind Spezialkräfte für Gefahrenlagen mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Stoffen. Nach Polizeiangaben gibt es zudem ein weiteres Objekt, in dem solches Material gelagert worden sein könnte. Dabei handelt es sich um ein Anwesen Dritter. Wo es liegt, wurde nicht mitgeteilt.
Weitere Einzelheiten wollen Innenministerium und Strahlenschutz-Experten am Mittwoch, 5. August, um 12 Uhr in Saarbrücken bekanntgeben. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |