Großeinsatz in St. Ingbert: Radioaktive Steine in Wohnung

Eine Gefährdung für die Bevölkerung bestand nicht. (Archivbild) | Foto: Harald Tittel/dpa
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St. Ingbert. Für Anwohner in einem Mehrfamilienhaus in St. Ingbert bestand nach Angaben der Behörden keine Gesundheitsgefahr, obwohl ein 24-Jähriger dort radioaktive Mineralien gelagert und verarbeitet haben soll.

Auslöser des Einsatzes waren Hinweise aus dem näheren Umfeld des Mannes. Polizei, Feuerwehr und Strahlenschutzexperten rückten daraufhin zu einem größeren Einsatz an. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es laut Landespolizeidirektion keine Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund. Die Ermittler gehen vielmehr von einem aus dem Ruder gelaufenen Hobby aus.

Der 24-Jährige sammelt den Angaben zufolge radioaktive Gesteine aus alten Steinbrüchen und teilt seine Funde als Influencer über soziale Medien. Nach Einschätzung der Ermittler gehört er zu einer Community, die sich europaweit für alte Grubenanlagen und radioaktives Gestein interessiert.

Keine Gefahr für Hausbewohner und Nachbarn

In der Wohnung wurden bei den Mineralien zwar erhöhte Strahlungswerte gemessen. Eine gesundheitsgefährdende Strahlung lag nach Angaben der Einsatzkräfte aber nicht vor. Auch für Hausbewohner und Nachbarn habe keine Gefahr bestanden, betonte das saarländische Innenministerium.

Grundsätzlich ist das Sammeln solcher Mineralien nach Angaben des Umweltministeriums nicht automatisch strafbar. Entscheidend kann demnach sein, in welcher Menge radioaktive Stoffe gelagert werden und ob bei der Verarbeitung Stoffe freigesetzt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann das Material in seiner Wohnung unter anderem geschliffen oder zerkleinert haben.

Ermittlungen zu möglicher Weitergabe

Die Wohnung des 24-Jährigen blieb wegen der laufenden Ermittlungen zunächst versiegelt. Dort fanden die Beamten auch drei Schreckschusswaffen. Der Mann war zuvor nicht polizeibekannt und kooperiert nach Angaben der Ermittler mit den Behörden.

Im Zuge der Ermittlungen wurden zwei weitere Objekte durchsucht. In einer weiteren Wohnung entdeckten Strahlenschutzexperten eine geringe Menge radioaktiver Mineralien.

Noch ist offen, ob der Fall als Ordnungswidrigkeit eingeordnet wird oder ob sich der 24-Jährige strafbar gemacht hat. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben auch, ob Gesteinsmaterial weitergegeben wurde und ob dies als Handel mit radioaktivem Material zu bewerten ist. dpa/red

Autor:

Anja Stemler aus Kusel-Altenglan

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