Donnersberger Integrationsinitiative e.V.
„Angekommen in der Nordpfalz“ – Ausstellung macht Vielfalt und Lebensgeschichten erlebbar
- Foto: M. Faller
- hochgeladen von Mirco Faller
Mit berührenden Stimmen, bewegenden Geschichten und einer warmen Atmosphäre wurde am Samstag, den 15. November 2025 ab 17.00 Uhr, in der Stadtbibliothek Rockenhausen die Ausstellung „Angekommen in der Nordpfalz – Lebenswege von Menschen mit Fluchterfahrung“ eröffnet. Rund 40 Besucher mit ukrainischen, albanischen und deutschen Wurzeln kamen zusammen, um mehr über die persönlichen Wege des Ankommens in der Region zu erfahren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Den musikalischen Auftakt gestaltete die Kindermusikgruppe Musik*Sterne unter der Leitung der Sopranistin Anna Yeroshkina, die mit ihren Liedbeiträgen sofort eine einladende Stimmung schuf.
Erst im Anschluss traten die Gastgeber*innen offiziell in den Vordergrund. Für die Stadtbibliothek begrüßte Luise Busch die Gäste und hieß sie herzlich willkommen. Christian Rupp (CDU) vertrat den Stadtbürgermeister Michael Vettermann und schloss sich der Begrüßung an. Beide dankten der Donnersberger Integrationsinitiative (DII) für deren Engagement im Interkulturellen Café, das zur Ausstellungseröffnung in die Räume der Stadtbibliothek verlegt war. Danach sprach Erika Steinert für die DII. Sie machte deutlich, wie wichtig solche Momente der Begegnung gerade jetzt seien – in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen zunehmen und Integration zunehmend unter Druck steht. Die Ausstellung setze daher ein bewusstes Zeichen: Zugewanderte Menschen bereichern die Region. Vielfalt sei kein Störfaktor, sondern eine Stärke. In einem eindrücklichen Bild verglich Steinert die Gesellschaft mit einer Pizza: Der Boden stehe für die gemeinsamen demokratischen Werte, während der bunte Belag für die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, Sprachen und Talente der Menschen stehe. Genau diese Vielfalt zeige die Ausstellung – Geschichten vom Ankommen, Mitgestalten und Gelingen.
Rudolf Schweikart, ebenfalls von der DII, zog ein Fazit der jahrelangen Arbeit insbesondere mit aus Syrien und später aus der Ukraine geflohene Menschen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stünden Porträts von Menschen aus Syrien und der Ukraine, darunter auch Familien und Kinder. Viele der porträtierten Personen haben die deutsche Staatsangehörigkeit bereits erworben oder befinden sich auf dem Weg dorthin. Schweikart hob hervor, dass sich die Syrer sehr gut integriert hätten. Einige hätten bereits eigene Häuser gekauft, manche befänden sich erfolgreich in Ausbildung oder Studium.
Im Gespräch erzählte die ukrainische Pädagogin Natalia Solyakova, die seit einem Jahr mit ihren beiden Söhnen in Deutschland lebt, von ihrem Ankommen in der Region. Sie hob hervor, wie gut ihre Kinder sich integrieren und wie viele Freundschaften sie bereits geschlossen habe. Sie zeigte sich dankbar für die Unterstützung, die ukrainische Geflüchtete in Deutschland erhalten und erwähnte, dass sie sich mit ihren zwei Söhnen im Teenageralter ein kleines Zimmer teile, ohne dass es ihr bisher trotz intensiver Suche gelangen sei, eine angemessene Wohnung zu finden.
Nach einem weiteren musikalischen Zwischenspiel der Musik*Sterne nutzten die Gäste die Gelegenheit zum offenen Austausch und zum gemeinsamen Erleben der Ausstellung. Ein abschließender musikalischer Beitrag rundete den Abend ab.
Am Ende dankte Erika Steinert allen Unterstützerinnen und Beteiligten herzlich: dem House of Resources Kaiserslautern, der Stadtbibliothek Rockenhausen mit Luise Busch, Anna Yeroshkina und der Musikgruppe Musik*Sterne, dem Organisationsteam des Interkulturellen Café um Oksana Voloshchuk, Mirco Faller für die Pressearbeit, Valentina Kempf fürs Dolmetschen sowie Rudolf Schweikart für die Erstellung der Ausstellung und seine Unterstützung im Hintergrund. Die Veranstalterinnen zeigten sich erfreut über das rege Interesse und über ein gelungenes Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und gelingende Integration.
Donnersberger Integrationsinitiative e.V.
Vorständin Erika Steinert
erika.steinert@gmail.com
Autor:Mirco Faller aus Rockenhausen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.