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Grandiose Kunstausstellung „Liselotte von der Pfalz“

Historische Kleidung zur Vernissage "Liselotte von der Pfalz" | Foto: Johann-Peter Melder
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  • Historische Kleidung zur Vernissage "Liselotte von der Pfalz"
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Altrip. Das Römerhaus in Altrip lud in Kooperation mit dem Kulturforum Altrip, Barbara Regelein und dem Heimat- und Geschichtsverein Altrip e.V. zu einer Vernissage ein und alle kamen. So oder so ähnlich könnte man den Besuch beschreiben, denn es war rappelvoll „Open Air“ im Hof unter der Linde. Musikalisch wurde der Abend 2,5 Stunden lang begleitet von „ELSA & DER VIERTEL TON“. Es sollten die drei Säulen der Altriper Kunstszene sein: Lesung, Kunstausstellung und Musik und so ganz nebenbei gab es tolle Gespräche und leckere Flammkuchen (vom Flammkuchen-Profi aus Offenbach bei Landau), Brezel sowie Getränke. Nicht nur Fans aus Altrip und der Vorderpfalz waren Gäste, sondern auch aus Berlin war man angereist. Im schattigen Hof fühlten sich die Gäste sichtlich wohl.

Regina von Bodisco, Cathérine Borja, Sigrid Harmgart, Katharina Kuczinski, Ingrid Kussmaul, Anita Meckel, Sieglinge Pfeifer und Angelika Wahl-Roblot sind allesamt ausstellende Künstlerinnen und firmieren unter dem Begriff „Kunstfaser“ (siehe auch Bericht aus Waldsee https://www.wochenblatt-reporter.de/waldsee/c-ausgehen-geniessen/kunstfaser-gruppenausstellung-25-jahre-mit-blick-zurueck_a634708). Eine kleine Auswahl ihrer Werke befand sie nun im Ältesten Haus in Altrip in der Römerstraße 1. So beeindruckten die beiden großformatigen Gemälde aus getrockneten Pflanzen (von Anita Meckel), genauso wie die mit Schallacktusche gemalten Gemälde von Sigrid Harmgard, die heute als Hofdame fungierte. Ein 3,88 Meter langes Banner im und am Haus als Kaligrafie hat die aus Berlin stammende Regina von Bodisco angefertigt. Sie wohnt jetzt allerdings in Mutterstadt und musste nicht mehr so weit fahren. Sie erzählte, dass die Bodiscos vor 400 Jahren aus Venedig kamen.

Als lesende Literatinnen zu der Person „Liselotte von der Pfalz“ fungierten Katrin Kirchner als Erste, Margot Hella Scherr und Marija Schmidt. Das Thema der „Kunstfaser“ basierte auf der Liebe zu Liselotte, weil sie eine so faszinierende Person war.

Liselotte von der Pfalz war eine besondere Frau. Sie wurde am 27. Mai 1652 als Prinzessin Elisabeth Charlotte im Schloss zu Heidelberg geboren. Später erinnert sie sich in einem ihrer ca. 60.000 Briefe „Ich war schon ein schlimmes Kind!“ Glückliche Jugendjahre verbrachte sie teilweise in Hannover, bei der Schwester ihres Vaters, Kurfürst Karl-Ludwig von der Pfalz. Liselotte liebte Tante Sophie, die eigenwillige Herzogin von Hannover, sehr. Von Kind an waren Hunde ihre liebsten Gefährten. Sie hielt sie immer für die besseren Menschen. Jedoch Pferde und die Jagd blieben ihre Leidenschaft, von Heidelberg über Hannover nach Versailles.
Früh wurde aus Liselotte Madame von Orléans aus taktischen Gründen des Vaters mit dem Witwer Philipp I., Herzog von Orléans, vermählt. Es war der Bruder von König Ludwig XIV., dem unberechenbaren Sonnenkönig von Frankreich. Am 8. Dezember 1722 verstarb Madame von Orléans in Saint-Cloud ohne ihre Kurpfälzer Heimat jemals wiedergesehen zu haben.

„Elsa & Der Viertelton“: Mit einem Spaziergang durch die Heimat der Musiker schafften sie eine Verbindung zwischen Volk, Klassik und Weltmusik. Der aus Syrien stammende Oud-Virtuose Samer Alhalabi (seine Tochter hatte ausgerechnet heute Geburtstag), die improvisationsfreudige Cellistin Isabel Eichenlaub und der Folkmusiker und Gitarrist Peter Braun schafften es sowohl mit ihren Instrumenten als auch mit ihren Stimmen eine neue Poesie aus Klängen, Rhythmen und Worten zu kreieren. Es waren alle drei exzellente Musiker, die von Mozart über Volkslieder wie „Kein schöner Land in dieser Zeit“ passend zu den Textzeilen zu der Linde sangen und wer wollte, konnte in den Gesang mit einstimmen. Zu dem Refrain „Parapapa, Parapapa …:“ gab es beim Publikum kein Halten mehr und sang beherzt mit, auch wenn es immer schneller und schneller wurde Die Stimmen von Isabel Eichenlaub und Samer Alhalabi passten wundervoll zum Lied. „Es saß ein kleins wilds Vögelein“. Zugabe und nochmal Zugabe verlangten die Zuschauer. Also gab es noch obendrein „Im Märzen der Bauer“ und ein Potpourri mit Vivaldi und „Ein Prosit der Gemütlichkeit“. Um 20.45 Uhr war dann endgültig Schluss und Barbara Regelein meinte zum Abschluss „Wenn ich Liselotte einen Brief schreiben sollte, würde ich mich bei ihr für diesen wunderschönen Abend, den ich durch sie erfahren durfte, bei ihr bedanken“.

Zu erwähnen wäre noch der perfekte Service, den die fleißigen Bienchen in ihren feschen Dirndln lieferten. Der Hausherr Eckhard Bachert hatte sich ebenfalls für diesen Abend ordentlich als Edelmann herausgeputzt von den Schuhen bis zum Spitzbart und die Kopfbedeckung. Eigentlich wollte er als König Ludwig erscheinen. Auch Barbara Regelein glänzte in Tracht und einer opulenten Haarpracht. Der Mann am Holzofen stand 2,5 Stunden und schob einen Flammkuchen nach dem anderen hinein und kam ganz schön ins Schwitzen.

Wer die Ausstellungseröffnung verpasst hat, darf am 01.06., 08.06. und 09.06. jeweils von 10 bis 18 Uhr vorbeischauen. Auftrittshinweis: Die Musiker spielen auch beim Inselsommer in Ludwigshafen. (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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