Recherchen im Landratsamt über belastetes Bodenmaterial
Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Philippsburg“ ist jetzt Verein

Philippsburg (ber). Die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Philippsburg“ hat sich jetzt als Verein konstituiert und eine Vorstandschaft gewählt. Sprecherin ist Brigitte Liebel, ihre Stellvertreter sind Rolf König und Thomas Liebel. Zum Schatzmeister wurde Bertold Keller gewählt. Mit dabei sind Wolfgang Habedank und Gert Immel. Dass, wie es hieß, „ruckzuck“ über 50 Mitglieder beigetreten sind, zeige den großen Zuspruch. „So viele haben nicht einmal alteingesessene etablierte Parteien in Philippsburg“, freut sich die BI.
In der Gründungsversammlung spielte die Gefahrstofflagerung auf dem ehemaligen Salmkasernengelände eine zentrale Rolle. Mit dem Erwerb des Areals war der Firma Gredler seinerzeit erlaubt worden, Bauschuttauffüllungen vorzunehmen. Doch dabei handle es sich nicht nur um Abfallmaterial der abgerissenen Kasernengebäude, sondern um Zulieferungen auch außerhalb des Landkreises, so die BI. Nach ihren Erkenntnissen wurden in den vergangenen Jahren mehrere 100.000 Tonnen Erdaushub und Bauschuttmaterial verarbeitet und eingebaut.
Im Landratsamt, beim Amt für Umwelt und Arbeitsschutz, recherchierten BI-Mitglieder über die Menge und Art der Abfallprodukte und fand heraus, dass von der Firma Gredler Z0- bis Z2-Material abgelagert wurde. Z2-Material sei, wie die Logistikzentrumgegner hervorheben, so stark belastet, dass eine Versiegelung durch eine Betondecke vorgeschrieben ist.
„Nach unseren Erkenntnissen ist in der Deponie kein ausreichender Schutz der näheren Umwelt und des Grundwassers gegeben. Wir vermuten, dass die erforderliche Deckschicht aus Ton, Lehm und Schluffen in dem betroffenen Areal nicht vorhanden ist. Eine entsprechende Versiegelung der Deponie wurde bisher nicht vorgenommen“, betonten die BI-Umweltbeauftragten.
Von einer „Vorstellung mit vielen Versprechungen“ im Gemeinderat durch die Firma Seifert Logistik als künftiger Mieter der Dietz-Immobilie sprach Brigitte Liebel. Der Unternehmer habe nur vage Aussagen, eher Vermutungen und Spekulationen zu Arbeitsplätzen, LKW-Verkehr, Schichtbetrieb und Gewerbesteuer gemacht. „Wir haben recherchiert und herausgefunden: Laut eigenem Internetauftritt beschäftigt die Firma etwa 1.900 Arbeiter an 43 Standorten, also durchschnittlich gerade 44 Arbeiter pro Standort. Diese Zahl bestätigt den Vorwurf der BI: Für nichts opfert man unser jetziges Leben und die Zukunft unserer Stadt.“
Auch gab es in der Veranstaltung neue Informationen über nach Philippsburg gemeldete Erfahrungen von Malscher Bürgern, wo die Firma Seifert einen Betrieb unterhält und wo es zu Bürgerbeschwerden zum dortigen starken Verkehr heiße: „Das sind nicht unsere LKW.“ In einer speziellen Untersuchung wies Wolfgang Habedank nach, dass das Logistikzentrum auch „schwerwiegende gesundheitliche Gefahren“ mit sich bringe.
Bild (von links): Rolf König, Gert Immel, Thomas Liebel, Brigitte Liebel, Bertold Keller, Wolfgang Habedank

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