Gemeinderat in Östringen vergibt Aufträge
Die Sanierung der Keltergasse wird teurer

Der Östringer Gemeinderat hat jetzt mit Kosten von rund 3,1 Millionen Euro umfangreiche Tiefbauarbeiten in der Keltergasse vergeben. Die Baumaßnahme, bei der Wasserleitungen und Kanäle erneuert und neue Nahwärmeleitungen verlegt werden, kommt damit erheblich teurer als ursprünglich kalkuliert.
  • Der Östringer Gemeinderat hat jetzt mit Kosten von rund 3,1 Millionen Euro umfangreiche Tiefbauarbeiten in der Keltergasse vergeben. Die Baumaßnahme, bei der Wasserleitungen und Kanäle erneuert und neue Nahwärmeleitungen verlegt werden, kommt damit erheblich teurer als ursprünglich kalkuliert.
  • Foto: Braunecker
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Östringen. Wegen beträchtlicher Kostensteigerungen im Vergleich zur ursprünglichen Kalkulation hatten die Mitglieder des Östringer Gemeinderats jetzt umfänglichen Aussprachebedarf, als es bei der zurückliegenden Sitzung des Stadtparlaments um die Auftragsvergaben im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung der Keltergasse ging.

Der von der Hauptstraße zum Friedhof führende Straßenzug war zuletzt Anfang der 1990-er Jahre im Zuge der Stadtkernsanierung neu gestaltet worden, wobei die zu diesem Zeitpunkt noch gut erhaltenen Ver- und Entsorgungsröhren damals im Untergrund belassen worden waren.
Zwischenzeitlich sind allerdings beispielsweise die Kanalrohre stark ausgewaschen und müssen dringend ausgetauscht werden. Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten wird die Straßenoberfläche wieder in den aktuellen Zustand versetzt.

Wie Bürgermeister Felix Geider nun informierte, lautete bei der öffentlichen Ausschreibung der Erd-, Kanal- und Wasserversorgungsarbeiten das günstigste Gebot eines Fachunternehmens aus Waibstadt auf knapp 2,85 Millionen Euro, während das beauftragte Fachingenieurbüro bei der Vorausberechnung noch von Kosten in Höhe von 2.166.000 Euro ausgegangen war.

Auch die Lieferung und Verlegung von Stahlröhren für die kommunale Nahwärmeversorgung ist zum zunächst veranschlagten Preis von 215.000 Euro nicht mehr zu haben – die preiswerteste Offerte eines Fachbetriebs aus Dettenheim schloss aktuell bei gut 263.000 Euro.

Dass die tatsächlichen Aufwendungen für die Stadt und ihre Eigenbetriebe nun deutlich über der ersten Schätzung liegen, überraschte in Anbetracht der seit Monaten deutlich überhitzten Baukonjunktur kaum einen der Bürgervertreter – das Ausmaß der Kostensteigerung allerdings sehr wohl.

Während im Stadthaushalt und in den Wirtschaftsplänen der Eigenbetriebe bislang knapp 2,2 Millionen Euro für das Projekt finanziert sind, muss inzwischen mit Ausgaben von etwa 3,1 Millionen Euro gerechnet werden, wobei davon rund 100.000 Euro Mehrwertsteuer für Auftragsleistungen im Bereich der Wasser- und Nahwärmeversorgung wieder in die kommunalen Kassen zurückfließen.

In Anbetracht der absehbar deutlich höheren Ausgaben kündigte CDU-Fraktionschef Jürgen Lakatos schon bei der Ratsdebatte an, dass er den vorgeschlagenen Auftragsvergaben seine Zustimmung nicht geben könne. SPD-Stadträtin Ursula Wacker plädierte für eine Aufhebung der Ausschreibungen und deren Wiederholung zu einem späteren Zeitpunkt mit nach ihrer Einschätzung womöglich günstigeren Ergebnissen.

Ihr diesbezüglicher Antrag wurde indessen mit sieben gegen 15 Stimmen abgelehnt, während der Vergabevorschlag der Verwaltung mit 17 gegen sechs Stimmen angenommen wurde - wohl hauptsächlich, weil sich die Mehrheit der Ratsmitglieder der Analyse von Bürgermeister Felix Geider anschloss, dass die Baukonjunktur in absehbarer Zeit keine wesentlich günstigeren Konditionen erwarten lasse. Mit den Tiefbauarbeiten in der Keltergasse soll nun zeitnah im Herbst begonnen werden.

Zum weiteren Ausbau der kommunalen Nahwärmeversorgung in der Kernstadt berichtete die Verwaltung bei dieser Gelegenheit, dass mehrere Unternehmen ihr Interesse bekundet haben.
Die Bieteranhörungen befinden sich inzwischen in einer zweiten Phase, in der noch einmal wichtige Rahmenbedingungen wie der Baugrund der Heizzentrale, der Pachtpreis und bestimmte energetische Vorgaben betrachtet werden. Die diesbezüglichen Resultate fließen in eine erneute Aufforderung zur Abgabe eines Angebots ein, auf deren Grundlage nach der Sommerpause der künftige Betreiber des Östringer Nahwärmenetzes ausgewählt werden soll. br

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