Fest gemauert in der Erde
Neue Glocke wird durchs Dorf getragen

Zuerst wird der Gussform aus Lehm ordentlich eingeheizt.
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  • Zuerst wird der Gussform aus Lehm ordentlich eingeheizt.
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Meckenheim. „Fest gemauert in der Erde, steht die Form aus Lehm gebrannt“, dichtete einst vor über 200 Jahren Friedrich Schiller in seinem Lied von der Glocke. Miterleben konnten viele Neugierige die alte Handwerkskunst des Glockengießens am 8. Juni auf dem Rathausplatz.

Bereits in den frühen Morgenstunden traf das tüchtige Glockengießer-Team aus Straßburg (Firma André Voegele) in Meckenheim am Rathaus ein, um anlässlich der 1.250 Jahrfeier ein unvergessliches spektakuläres Schauspiel einzuleiten. Zahlreiche Meckenheimer und mehreren Schulklassen verfolgte das von Bürgermeister Heiner Dopp moderierte Geschehen. Für die Planung zeichnete Birgit Müller verantwortlich. Sie ist unter anderem Glockensachverständige der der Diözese Speyer und lebt in Meckenheim. Die Glockenform besteht aus drei Teilen - dem Kern, der sogenannten falschen Glocke und dem Mantel. Sie wurde, wie Schmelztiegel, Backsteine und weitere Utensilien, mit einem Lastwagen fristgerecht geliefert und aufgebaut. Zunächst wurde die Erde in die Gießgrube eingelassen und festgestampft, danach die Form in die Grube befördert, schließlich der Mantel der Glocke abgehoben und die falsche Glocke in Stücke geschlagen. Mit großem Interesse verfolgten die Kinder den Erläuterungen von Birgit Müller. In kindgerechter und spielerischeWeise erklärte die Glockenexpertin die aufwändige Kunst des Glockengießens. In den Abendstunden war es dann endlich soweit: Mit Schöpfkellen wurde die Bronze für die Glocke in die vorbereitete Form hineingegossen. Um die erforderliche Temperatur von 1.100 Grad Celsius zu erzielen, musste der Ofen bereits Stunden zuvor angeheizt werden. Der zweiter Akt der ungewöhnlichen Aktion fand mit der Ausgrabung der Glocke nach einem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag unter Begleitung des Blasorchesters Meckenheim statt. Noch mit schwarzem Ruß überzogen, wurde das wertvolle Stück erstmals mit einem Klöppel angeschlagen, bevor es zum Säubern zurück in die Gießerei befördert wurde. Beim Festumzug am 2. September wird die neue Glocke durchs Dorf gefahren, bevor sie am 3. Oktober an ihren Platz auf dem Friedhof kommt und geweiht wird. pac

Zuerst wird der Gussform aus Lehm ordentlich eingeheizt.
MIt einer Stimmgabel prüft die Glockensachverständige Birgit Müller die Tonhöhe der 129 Kilogramm schweren Glocke.

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