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Serenade mit Kontrabass in der Kultur-Kapelle

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Limburgerhof. Am 12. April fand in der schönen Kapelle im Schlosspark von Limburgerhof wieder einmal ein musikalische Vorstellung statt. Die Kapelle gehört zu den wichtigsten Baudenkmälern der Gemeinde. Gemeinsam mit dem Schlösschen (ehemals Schule) und dem Turm (Belvedere) bildet die Kapelle das Ensemble im Park. Seit 2017 wurde die Kapelle durch den Verein Ensemble Park Limburgerhof e.V. (www.enpali.de) erworben und seither mit kulturellem Leben gefüllt. An den Wänden hängen immer noch die wundervollen Schwarz-Weiß-Fotografien von Fotograf Adonis Malamos, der im Juli 2018 ebenfalls unter anderem mit Jan-Paul Reinke und Alexis Scharff zur „Musik im Bilderrahmen“ ein Stelldichein hatte. Im Nachhinein kann ich sagen „der Eintritt von 15 Euro hat sich für diesen traumhaften Abend gelohnt“.

Im Vergleich zu den Außentemperaturen mit eisigem Wind war es in der Kapelle kuschelig warm. Begrüßt wurde das Publikum durch den Vereinsvorsitzenden Armin Moser und Vorstandsmitglied Monika Werra, die sich nochmal herzlich für die aus Mannheim geliehenen Podeste bedankte, ohne die die Platzierung des Kontrabasses schwierig bis unmöglich gewesen wäre.

Alexis Scharff am Kontrabass spielte exzellent. Er ist ein versierter Orchestermusiker und mit seinem Freund und Duo Partner Jan-Paul Reinke am Flügel nicht nur in Mannheim, sondern überregional bekannt. Beide sind zum zweiten Mal in der Kultur-Kapelle und harmonieren blind miteinander. Man merkt, dass sich die Beiden schon lange kennen. An diesem Abend hatten sie sogar eine CD von diesen Stücken im Gepäck, die Scharff dann den Zuschauern auch wärmstens ans Herz legte.

Alexis Scharff übernahm in seiner eigenen charmanten und lustigen Art die Moderation des Abends. Er kennt sich in der Literatur für sein Instrument hervorragend aus. Darüber hinaus gräbt er immer wieder Werke völlig vergessener Komponisten und Virtuosen aus. Begonnen wurde mit dem Stück „Beatrice di Tenda“ von Giovanni Bottesini, dann ging es weiter mit Johann Matthias Sperger die „Sonate en Mi Majeur“. Sperger (18. Jh.) gilt als erster Kontabaßvirtuose. Henry Eccles „Sonate en La Mineur“ („uralte Barockromantik“ wie mir erklärt wurde) liegt Scharff besonders am Herzen (den ersten Satz wählte er als Zugabe). Vor der Pause erklang Guiseppe Maria Marangonis „Tarantella“. Über sie wusste Scharff viel zu erzählen, so dass den Hörern das Stück lebendig wurde und sie den Choral, die Liebesarien der Pulcinella und die Tarantella heraushörten.

Nach einer Stunde großartiger Musik und Erläuterungen gab es eine kleine Erfrischungspause, um dann mit einem lyrischen „Konzertstück op. 24“ von Johann Geisel fortzufahren. Es war mucksmäuschenstill im Raum; man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Dann folgten zwei Werke von Martin Brenne, einem Studienkollegen des Pianisten Jan-Paul Reinke. Brenne komponierte für sie das Duo „Déjà entendu pour contrebasse et piano“ und dann für Scharff „4 Kapitel für Kontrabass solo“ (Prolog, Walzer, Studie II und Epilog). Mit sichtlicher Freude beschrieb Scharff diese ganz aktuelle, zeitgenössische Musik, die ebenfalls mit großer Aufmerksamkeit gehört wurde. Das Publikum gab reichlich Applaus und würdigte so diese ungewohnten Werke und das Spiel der beiden Musiker.

Das berühmteste Stück dieses Serenadenabends „Fantasia La Sonnambula“, das zu einem der schönsten Virtuosenstücke für Kontrabass zählt, kam zum Abschluss, naja, also bevor das Publikum die Künstler durch anhaltenden Applaus zu einer Zugabe „zwangen“.

Als Dankeschön gab es für die beiden herausragenden Künstler je eine gute Flasche Sekt, überreicht durch Armin Moser, Monika Werra und Markus Schlereth (Vorstand). (mel)

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