Ausstellung "200 Jahre Lambsheimer Kerwe"
Kerwe-Geburtstag in Lambsheim
- Der Kerwebaum ist das weithin sichtbare Zeichen für die fröhlichen Tage.
- Foto: © LHF-Lambsheimer Heimatfreunde
- hochgeladen von Jochen Glatt
Die Königliche Regierung Bayerns genehmigte 1826 den Beschluss des Lambsheimer Gemeinderates, dass die Kerwe ab diesem Jahr auf den Sonntag nach Egidi (am 1. September) gelegt werden sollte. Seit nunmehr 200 Jahren findet sie also um den ersten Sonntag im September statt. Doch gab es diesen Jahrmarkt unter anderen Namen und an anderen Orten wahrscheinlich schon seit dem Mittelalter. Denn die Verleihung der Stadtrechte 1323 erlaubte Lambsheim auch die Durchführung eines Marktes, so dass anzunehmen ist, dass er schon in der damaligen Zeit fester Bestandteil des Ortsgeschehens war. Nachweisbar ist ein "Gallusmarkt" in Lambsheim dann 1569. Er fand jährlich am 16. Oktober statt, dem Gallustag eben. Letztmals wurde der Markt wohl 1823 an diesem Datum abgehalten, denn starke Unwetterschäden bewegten den Gemeinderat im Folgejahr, diesen abzusagen und bei der Regierung um einen früheren Termin zu bitten. So konnte 1826, also vor genau 200 Jahren, der damalige "Erntemarkt" erstmals Anfang September starten. Aus diesem Event, der ursprünglich insbesondere dem Handel und Verkauf von Waren, Vieh und Handwerkserzeugnissen diente, entwickelte sich über die Jahre das der Geselligkeit und dem Vergnügen gewidmete Volksfest.
All dies wird jetzt in einer von den Lambsheimer Heimatfreunden organisierten Ausstellung gewürdigt. Gezeigt werden hierbei grundlegende historische Dokumente und Bilder zur Geschichte der Kerwe, die die Entwicklung nachzeichnen. Der traditionelle Kerweumzug nimmt als feste Größe breiten Raum ein und ist mit zahlreichen Fotos aus den vergangenen gut 50 Jahren nachvollziehbar. Denn erst 1971 wurde er auf Initiative des GMV Volkschor Lambsheim ins Leben gerufen, zuvor fand das fröhliche Kerwegeschehen vor allem in den örtlichen Gasthäusern und Vereinsheimen mit Essen und Tanz statt. Der Festplatz am Bahnhof wurde Mitte der 1950er-Jahre zunächst zur Location vor allem für die Schaustellerbuden, "Gutselstände" und die „Reitschule“ genannten Karusselle. Bis dahin hatte sich der Jahrmarkt auf dem engen Platz um das Rathaus und in der Jahnstraße abgespielt. Fast allen Aspekten des Geschehens auf dem Festplatz wird in der mit acht großen Tafeln bestückten Ausstellung ebenfalls Raum gegeben, vom Kerwebaum über die Kerwered und den Kerweborsch bzw. die Kerwemäd über das Kerwegeld, den Kerwemontag bis hin zur unweigerlichen Kerwebeerdigung.
Die Ausstellung „200 Jahre Lambsheimer Kerwe“ ist am Samstag, 5. September (17-19 Uhr), am Sonntag, 6. September (14-17 Uhr) und am Montag, 7. September (14-17 Uhr) im Historischen Rathaus Lambsheim, Hauptstraße 35, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Autor:Jochen Glatt aus Lambsheim-Heßheim |
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