Schloss Kleinniedesheim
Ausstellung "Tierische Welten"
- Ausstellung Tierische Welten
- Foto: Rhein-Pfalz-Kreis
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Malerei und Grafik aus den letzten 100 Jahren
Ausstellung im Schloss Kleinniedesheim
Ob als treuester Freund und Begleiter oder als Nutztier des Menschen und dessen Nahrungsquelle -
seit Beginn der Menschheitsgeschichte ist die Beziehung zwischen Menschen und Tieren eine sehr
enge. So wird das Tier seit Urzeiten vom Menschen als von ihm geliebtes oder lebensnotwendiges
Wesen betrachtet. So verwundert es nicht, dass die Kunstgeschichte auch eine Geschichte der
Tierbilder ist, die von den altsteinzeitlichen Höhlenmalereien bis hinein in die künstlerische
Moderne reicht.
Gemalte und gezeichnete Tierbilder vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute aus verschiedenen
privaten Sammlungen in Deutschland und Österreich zeigt jetzt die Ausstellung Tierische Welten
– Malerei und Grafik aus den letzten 100 Jahren die vom 30. November bis 21. Dezember 2025
im Schloss Kleinniedesheim gezeigt wird.
Otto Dill aus Neustadt an der Haardt wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mit seinen
Bildern von Pferden beim Reitsport ebenso bekannt, wie mit seinen Zeichnungen und Malereien
von Löwen, die ihm die Bezeichnung „Löwen-Dill“ einbringen sollten. Mit Pferden in der Natur
und auf dem Rennplatz beschäftigte sich auch der Maler Max Feldbauer, der als Mitarbeiter der
Zeitschrift „Die Jugend“, Mitbegründer der Künstlergruppe „Die Scholle“ und Mitglied der
„Münchener Secession“ eine bekannte Künstlerpersönlichkeit war.
Das Zeichnen im Zoo und dessen Verarbeitung in Tierbüchern war besonders auch im ersten Drittel
des 20. Jahrhunderts en vogue. Als Beispiele dafür vertreten sind in der Ausstellung
Bleistiftzeichnungen des legendären in Wien und Berlin lebenden Zeichners Benedikt Fred Dolbin,
der mit seinen „Hunde“- und „Katzen-“-Büchern große Erfolge feiern konnte, oder des Künstlers
Kurt Meyer-Eberhardt, der als einer der einfühlsamsten Tierporträtisten seiner Zeit galt. Mit einer
Dauerfreikarte für den Berliner Zoologischen Garten betrieb August Gaul schon als junger Mann
dort intensive Zeichenstudien. Nach einem Studium an der Berliner Kunstakademie wurde er um
die Wende zum 20. Jahrhundert einer der bekanntesten Tierbildhauer
Unter anderem als hervorstechender Graphiker machte sich der Hans Meid-Schüler Hermann
Teuber vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg einen Namen. Seinen wilden „Affentanz“ radierte er
furios auf die Kupferplatte. Auf der Höhe der internationalen Nachkriegsavantgarde, zu der er trotzder Verheerungen der Nazi-Herrschaft in Deutshcland Anschluss gehalten hatte, zeigt sich Werner
Gilles mit seinem Ölbild der „Libelle“.
Germaine Richier, deren Werk zu den bedeutenden Beiträgen in der modernen Tradition der
Bildhauerei in Europa gehört und die vor einigen Jahren große Retrospektiv-Ausstellungen in
Deutschland hatte, lässt ihre radierte „Fledermaus“ bedrohlich vom Blatt blicken. Zeitlebens eine
enge Beziehung zu Katzen hatte die aus Ludwigshafen stammende Malerin Senta Geissler. Nach
dem Zweiten Weltkrieg lebte sie lange in Italien, umgeben von ihren geliebten Tieren, die sie
vielfach zeichnete.
Breite Aufmerksamkeit widmen Tieren als Bildthema auch zahlreiche Künstler der jüngeren
Vergangenheit und Gegenwart, wie etwa Linde Waber oder Thomas Duttenhoefer, die ebenfalls in
der Schau vertreten sind. So kreuzte die Wiener Malerin Linde Waber, die in diesem Jahr ihren 85.
Geburtstag feierte und zu den renommiertesten Vertreterinnen ihrer Zunft in Österreich zählt, 2023
mehrere Wochen in der Karibik mit einem Katamaran übers Meer und schuf dabei beeindruckende
Tuschezeichnungen von Meerestieren, die vom Schiff gefangen und dann sogleich als Speisen
zubereitet wurden.
Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der auf der Darmstädter Rosenhöhe lebende Künstler Thomas
Duttenhoefer in seinem bildhauerischen und grafischen Werk mit der Figur des Stieres. Er zeigt ihn
als Figur aus der Mythologie, der Antike, wo er als wertvollstes Opfertier galt, in seiner Rolle in
neuerer Zeit, in der man ihn als Objekt in der Stierkampfarena kennt oder thematisiert das Ende der
Tiere im Schlachthaus.
Die Ausstellung
Tierische Welten
Malerei und Grafik aus den letzten 100 Jahren
Schloss Kleinniedesheim
Großniedesheimer Str. 1, 67259 Kleinniedesheim
Dauer: Vom 30. November bis 21. Dezember 2025
Eröffnung 30. November um 11 Uhr
Öffnungszeiten: jeweils sonntags von 13.00 – 17.00 Uhr
Kurator: Dr. Oliver Bentz
Autor:Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim aus Lambsheim-Heßheim |
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