Pfalzakademie vor 65 Jahren erbaut - Seit 25 Jahren in Trägerschaft des Bezirksverbands Pfalz
Doppeljubiläum der Pfalzakademie

Wird stetig weiterentwickelt: die Pfalzakademie in Lambrecht.  Foto: Manfred Czerwinski
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  • Wird stetig weiterentwickelt: die Pfalzakademie in Lambrecht. Foto: Manfred Czerwinski
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Lambrecht. Lebenslanges Lernen ist in Zeiten des rasanten gesellschaftlichen und beruflichen Wandels für jeden ein Muss, der am Ball bleiben will. Das war schon das Ziel des 1920 in Neustadt gegründeten Pfälzischen Verbands für freie Volksbildung, dem kulturelle und wissenschaftliche Organisationen sowie die pfälzischen Städte und Landkreise angehörten. Gründungsidee des Vereins war, für die kulturelle und pädagogische Arbeit in der Pfalz ein überparteiliches und weltanschaulich neutrales Forum zu schaffen. Der Verband betrieb ab 1930 ein Volksbildungsheim auf der Hambacher Höhe in Neustadt, das allerdings nicht erweiterbar war. Und so baute er 1955/56 – vor 65 Jahren – die Heimvolkshochschule in Lambrecht auf einem Grundstück, das ein Förderer kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte; der Bezirksverband Pfalz und die pfälzischen Gebietskörperschaften förderten entscheidend das Bauprojekt. Mitten im Grünen in Ortsrandlage entstanden drei miteinander verbundene Gebäudeteile. Um die Heimvolkshochschule, die meist mehrtägige Veranstaltungen anbot, finanziell abzusichern, wurde 1974 der Zweckverband Heimvolkshochschule Lambrecht gegründet. Ihm gehörten neben dem Bezirksverband Pfalz der Landkreis Bad Dürkheim und die Verbandsgemeinde Lambrecht an; bereits 1972 und 1973 hatte der Regionalverband die Arbeit der Bildungsstätte unterstützt. Er übernahm nun einen Großteil der Kosten des Betriebs der Heimvolkshochschule. Ein verändertes Bildungsverständnis, das dazu führte, dass Weiterbildung eine immer größere Rolle spielte, sorgte 1976 für eine Umbenennung des Vereins in Pfälzischer Verband zur Förderung der Weiterbildung. Auch wuchs der Entschluss, das Haus in ein Bildungszentrum weiterzuentwickeln und zu erweitern. 1979 kam ein Gästehaus mit 80 Betten hinzu, das am 27. Oktober in Anwesenheit der rheinland-pfälzischen Kultusministerin Dr. Hanna-Renate Laurien seine Einweihung erfuhr. Gleichzeitig wurde die Heimvolkshochschule in Pfalzakademie umbenannt.

1996, also vor 25 Jahren, übernahm der Bezirksverband Pfalz die Trägerschaft der Pfalzakademie, um ihre Zukunft zu sichern, denn in Anbetracht der angespannten Finanzlage konnten immer mehr Städte und Landkreise ihre Beiträge nicht mehr aufbringen. Im Zuge dessen wurden der Pfälzische Verband zur Förderung der Weiterbildung und der Zweckverband Pfalzakademie Lambrecht aufgelöst. Es erfolgte 1997 der Umbau und eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes. Der Westflügel wurde aufgestockt, in den die Verwaltung der Weiterbildungsstätte sowie die Geschäftsstelle des Naturparks Pfälzerwald einzog, die vorher in Bad Dürkheim angesiedelt war. Die Gästeappartements im Ostflügel erfuhren eine Umgestaltung. Aus den Doppelzimmern entstanden 20 Einzel- und 21 Zweibettzimmer, außerdem wurden zwei Referentenappartements und ein barrierefrei ausgebautes Appartement eingerichtet. Ziel war es, die Räume großzügiger und heller zu gestalten, um den maximal 68 Gästen einen möglichst angenehmen Aufenthalt in der Pfalzakademie zu ermöglichen. Auch die Seminarräume im Mitteltrakt wurden modernisiert und der große Vortragssaal erhielt eine Dolmetschanlage, mit deren Hilfe nun Seminare in zwei Fremdsprachen abgehalten werden können. Schließlich wurden auf dem Areal der Pfalzakademie noch weitere Parkplätze angelegt. Vor 20 Jahren erhielt das Flachdach, das undicht geworden war und aus statischen Gründen nicht zu einem Schrägdach umgebaut werden konnte, eine neue hochwertige Bitumendecke mit einer Lebensdauer von vier Jahrzehnten; auch wurde die Wärmedämmung verbessert. Zwei Jahre später hat die Pfalzakademie ihre Raumkapazität erweitert und stellte dann elf Seminarräume von 36 bis 126 Quadratmetern Größe für bis zu 140 Personen zur Verfügung.

Vor zehn Jahren, 2011, holte der Bezirksverband Pfalz die Regioakademie unter sein Dach und siedelte die Fortbildungseinrichtung in Sachen Natur, Kultur und Tourismus bei der Pfalzakademie in Lambrecht an. Gestartet wurde die Regioakademie 2001 von der Volkshochschule Neustadt. Sie bietet Qualifizierungsmaßnahmen für Touristikfachleute und Freizeitdienstleister, darunter Gästeführer, Natur- und Landschaftsführer, Hotel- und Gaststättenbetreiber, Vermieter von Ferienunterkünften und Beschäftigte in Freizeitparks, an. Inzwischen stehen wieder Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an: Der Bezirksverband Pfalz baut die Pfalzakademie zur Umweltakademie aus, um vor allem Schülerinnen und Schülern das Biosphärenreservat Pfälzerwald näherzubringen. So werden zwei Seminarräume in eine Umweltwerkstatt und ein Wasserlabor um- und im Bereich des Foyers eine Kräuterküche eingebaut, um insbesondere Schülerinnen und Schülern das Biosphärenreservat Pfälzerwald näherzubringen. Außerdem wird das Foyer erneuert; das heißt, die Decke wird aus Brandschutzgründen geschlossen und mit dimmbaren LED-Lichtinseln ausgestattet. Schließlich erhält das Gebäude einen attraktiven Turm, gestaltet als filigrane Stahlkonstruktion mit Holzlamellen; er wird den zweiten Fluchtweg sichern und als Mehrwert eine Aussichtsplattform bieten. Durch eine umweltverträgliche Illumination könnte er auch die Gebäudesilhouette architektonisch akzentuieren und damit als Blickfang wirken. Der Bezirksverband Pfalz investiert 2021/22 insgesamt 2,2 Millionen Euro und entwickelt das Haus stetig weiter.

Die Pfalzakademie ist eine Plattform für Begegnungen, für gemeinsame Diskussionen und zum Gedanken- und Meinungsaustausch. Ganzheitliche Bildung umfasst dabei die berufliche und persönliche sowie energiewirtschaftliche Fort- und Weiterbildung für Stadt- und Gemeindewerke. Orientiert an den Anforderungen des Marktes offeriert sie ein kontinuierlich wachsendes Angebot an Online-Trainings. Die Pfalzakademie kann darüber hinaus für Gastveranstaltungen und -seminare gebucht werden. Schließlich ist auch das Bildungswerk des Bezirksverbands Pfalz dort angesiedelt, das seinen rund 3.500 Beschäftigten ein umfangreiches Weiterbildungsangebot macht. cd/ps

Autor:

Christiane Diehl aus Neustadt/Weinstraße

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