20 Jahre CJD-Kinderhäuser - Das Geheimnis hinter dem Erfolg
- Vier junge Menschen, die unter den ersten Bewohnern des ersten Kinderhauses Ruthweiler waren mit Jasmin Jacobi-Fries (Mitte), der damaligen Bezugsperson und heutigen Angebotsleitung der Kinderhäuser
- Foto: CJD
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Bedesbach. Manchmal schenkt das Zuhause Kindern nicht das, was sie benötigen zum Wachsen und Entwickeln. Wenn ein Zuhause auf Zeit gebraucht wird, kann das CJD eine Lösung bieten. Seit genau zwei Jahrzehnten bieten die Einrichtungen in den Regionen Kusel, Kaiserslautern und Alzey jungen Menschen ein neues, stabiles Fundament.
Von Anja Stemler
Am 23. Oktober wurde das Jubiläum im Kinderhaus Bedesbach gefeiert. Ein Tag voller emotionaler Rückblicke, der zeigt, wie aus verunsicherten Kindern starke Erwachsene werden.
Wer die gemütlichen Flure des CJD-Kinderhauses in Bedesbach betritt, spürt sofort, hier wird gelacht, geredet und gelebt. Aktuell haben hier zehn Kinder zwischen 4 und 11 Jahren ein liebevolles Zuhause auf Zeit gefunden. Fast jedes von ihnen hat ein eigenes Zimmer. Dies ist ein essenzieller Rückzugsort, um zur Ruhe zu kommen. „Die täglichen Mahlzeiten nehmen wir gemeinsam ein, und auch Freunde oder Klassenkameraden sind hier jederzeit willkommen“, berichtet Melissa Keller, Betreuerin im Kinderhaus Bedesbach.
Draußen wartet auf die Kinder ein wahres Spieleparadies. Ein großer Sandkasten mit Sonnensegel, ein Trampolin, eine Tischtennisplatte und ein Kicker bieten Ablenkung vom oft schweren Rucksack, den die Kleinen mitbringen.
Wenn die Herkunftsfamilie nicht mehr weiterweiß
Doch der Weg in ein Kinderhaus ist selten leicht. Die Gründe, warum Kinder ab drei Jahren hier aufgenommen werden, sind vielschichtig und oft dramatisch. Akute Kindeswohlgefährdung, familiäre Krisen und chronische Überforderung der Eltern sowie massive Erziehungsschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder gehören dazu.
In den insgesamt acht Kinderhäusern des CJD in der Region werden aktuell rund siebzig Kinder und Jugendliche betreut. Das oberste Ziel der Pädagogen ist dabei so klar wie herausfordernd. Die Rückkehr der Kinder in ihre Ursprungsfamilie steht an oberster Stelle. Wo das nicht geht, werden ältere Jugendliche intensiv auf ein eigenständiges Leben sowie auf ihre schulische und berufliche Ausbildung vorbereitet.
Die Kinder der ersten Generation kehren zurück
Wie erfolgreich diese Arbeit über Jahrzehnte hinweg sein kann, bewies der feierliche Geburtstag am 23. Oktober. Als besondere Ehrengäste reisten junge Erwachsene an, die einst als „Kinder der ersten Generation“ im Kinderhaus Ruthweiler gelebt hatten – manche von ihnen verbrachten dort 14 bis 15 Jahre ihres Lebens. Ihre Anwesenheit war der lebende Beweis dafür, dass das Konzept des CJD aufgeht.
In einem geschützten Lebens- und Handlungsraum lernen die oft traumatisierten oder verunsicherten jungen Menschen, belastende Verhaltensweisen schrittweise abzubauen. Statt Defizite zu jagen, konzentrieren sich die Mitarbeitenden darauf, vorhandene Ressourcen und Stärken der Kinder zu entdecken und gezielt weiterzuentwickeln. Die individuelle Entwicklung steht dabei immer im Mittelpunkt.
Ein starkes Netzwerk im Hintergrund
Diese hochsensible Arbeit leistet das CJD jedoch nicht im luftleeren Raum. Um die pädagogischen und gesetzlichen Aufgaben verlässlich zu erfüllen, stehen die Kinderhäuser in einem permanenten, engen Austausch mit einem riesigen Netzwerk. Dazu gehören Jugendämter, Sozialämter, Schulen, Therapeuten und die örtliche Polizei. Erst diese enge Verzahnung macht den nachhaltigen Erfolg möglich.
Das 20-jährige Bestehen ist für die Region daher weit mehr als ein reines Jubiläum. Es ist ein Moment tiefer Dankbarkeit für die geleistete Arbeit der Betreuerinnen und Betreuer – und ein Signal der Zuversicht für all die Kinder, die auch in Zukunft einen Ort der Geborgenheit brauchen werden.
Autor:Anja Stemler aus Kusel-Altenglan |
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