Tafel Homburg
Mehr Hilfesuchende, weniger Spenden, teurer Sprit

Obwohl der SC-Union selbst in Not ist, sammelt er auch weiterhin bei den Heimspielen Hygiene-Artikel für die Tafel. Eine große Spende konnte am von SC-Union-Vorstand Jürgen Hamm an Antonius Daschner von der Tafel Homburg übergeben werden.  Foto: ver
  • Obwohl der SC-Union selbst in Not ist, sammelt er auch weiterhin bei den Heimspielen Hygiene-Artikel für die Tafel. Eine große Spende konnte am von SC-Union-Vorstand Jürgen Hamm an Antonius Daschner von der Tafel Homburg übergeben werden. Foto: ver
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Im Tafelbüro in Homburg laufen derzeit die Telefone heiß. Das ehrenamtliche Team um Stephanie Wellner und Antonius Daschner beantwortet Fragen zu Öffnungszeiten, klärt Bitten um Notpakete für Neuankömmlinge und telefoniert mit Lieferanten und Spenderinnen, um genügend Lebensmittelspenden für die drei Ausgabetage in Homburg und St. Ingbert zu organisieren.
Immer mehr Menschen suchen derzeit die Hilfe der Tafeln. Die Lebensmittelpreise steigen ebenso wie die Spritkosten. Gerade Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln können dies nicht einfach ausgleichen.
Dies wurde ebenso wie die steigenden Kosten der Tafel auch bei einem Gespräch des Tafelvorstandes mit Frau Ulrike Zawar, der Geschäftsbereichsleiterin Arbeit und Soziales des Saarpfalz-Kreises sowie der städtischen Sozialdezernentin Becker thematisiert. Sowohl der Saarpfalz-Kreis als auch die Stadt Homburg sicherten ihre Unterstützung zu.
Natürlich sind auch viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und anderen Ländern unter den Hilfesuchenden. In den letzten Wochen wurden viele Notpakete für bedürftige Menschen gepackt, die gerade erst in Homburg angekommen waren. Denn zu Beginn des Krieges in der Ukraine war die staatliche Versorgung der Flüchtlinge in Deutschland noch nicht geklärt, zudem konnte man die ukrainische Währung in Deutschland nicht umtauschen. Die Flüchtlinge waren nicht nur heimatlos, sondern auch mittellos.
Die Tafel in Homburg steht nun aber vor einem neuen Problem. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, keine staatliche Einrichtung. Wir geben gerne, was wir gespendet bekommen, an Menschen in Not weiter“ erklärt Tafel-Koordinator Antonius Daschner. Mit den steigenden Kosten für Lebensmittel werden immer weniger Waren aus dem Handel gespendet – die Ausgaberegale der Tafel bleiben zunehmend leer. Zur Ausgabestelle Homburg kommen aktuell 140 Menschen, die mit den Lebensmitteln in ihren Haushalten circa 490 Personen versorgen. In der Ausgabestelle St. Ingbert werden mittwochs derzeit in 100 Haushalten etwa 350 Menschen mit Lebensmitteln versorgt - Tendenz steigend.
Daher ist es nun notwendig, die Ausgabe zu teilen. Abholende können seit Dienstag, 12. April, nur noch einmal wöchentlich in Homburg zur Ausgabe kommen. Dabei gebe der Tafelausweis den Ausgabetag vor, teilt Stephanie Wellner vom Tafel-Büro mit. „Wer regelmäßig zur Tafel kommt, hat einen Tafel-Ausweis. Dessen letzte Zahl gibt jetzt den Abholtag vor. Die geraden Endzahlen 0,2,4,6,8 bekommen am Dienstag Ware und die ungeraden Endzahlen 1,3,5,7,9 können jeden Freitag Ware abholen. Nur so können wir sicherstellen, dass die Abholenden ausreichend Ware bekommen.“ Neukunden können sich nach wie vor an Werktagen vormittags im Tafelbüro melden (06841- 9598987, tafel-homburg@web.de).
Gleichzeitig steigen aber auch die Kosten der Tafel selbst. Mit den explodierenden Spritpreisen werden auch die Tankfüllungen der Tafel-Autos immer teurer. Dies ist für den gemeinnützigen Verein nicht einfach, die gesamte Arbeit wird über Spenden finanziert. Weitere Informationen und Möglichkeit für Geld- und Sachspenden finden Sie auf unserer Internetseite www.tafel-homburg.de. (red)

Autor:

Daniel Heintz aus Bexbach

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