Mehr Einsätze in Heidelberg: Warum die DLRG jetzt warnt
- Sind hier alle sicher unterwegs? Alexander Walter fährt mit DLRG-Kollegen mit einer Bootsstreife über den Neckar.
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Heidelberg. Wer an heißen Tagen an Flüssen oder Seen baden geht, muss in Baden-Württemberg mit erhöhten Risiken rechnen: In Heidelberg meldet die DLRG bereits acht Wasserrettungseinsätze innerhalb von zehn Tagen.
Am Neckar mussten Rettungsschwimmer zuletzt unter anderem wegen Vermisstensuchen, Ertrinkungsfällen, Brückenspringern und einer Totenbergung ausrücken. Nach Angaben der DLRG waren die Wachgänger an den warmen Tagen besonders gefordert. So wurden auch junge Männer auf dem Neckar aus dem Wasser geholt und zurück ans Ufer begleitet, nachdem sie weit in den Fluss hinausgeschwommen waren. Dort verläuft die Schifffahrtsrinne, zudem sind große Binnenschiffe unterwegs.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Heidelberg am Sonntag bis zu 33 Grad. Gerade an solchen Tagen steigt nach Einschätzung der DLRG die Zahl gefährlicher Situationen am Wasser.
Viele Badetote sind Männer
In Baden-Württemberg sind laut DLRG allein im Juni 13 Menschen ertrunken. DLRG-Präsidentin Ute Vogt sprach von einem tragischen Start in die Badesaison. Deutschlandweit seien im Juni vor allem junge Menschen betroffen gewesen. Mehr als 90 Prozent der Todesopfer waren nach ihren Angaben männlich. In Baden-Württemberg waren elf der 13 Toten Männer.
Als mögliche Erklärung nennt der Psychologe Florian Stoeck Selbstüberschätzung. Männer schätzten ihre körperlichen Fähigkeiten und ihre Kontrolle über gefährliche Situationen häufig optimistischer ein. Zudem schwämmen sie öfter allein und gingen eher Risiken ein. Einen einzelnen Grund für die Häufung gebe es aber nicht.
Diese Gefahren nennt die DLRG
Die DLRG verweist vor allem auf diese Ursachen für Badeunfälle:
- fehlendes Schwimmvermögen
- Selbstüberschätzung
- Sprünge in zu flache oder trübe Gewässer
- Strömungen in Flüssen
- starke Temperaturunterschiede
- medizinische Notfälle
Die Retter in Heidelberg achten nach eigenen Angaben besonders auf Kinder, ältere Menschen und unsichere Schwimmer. Sie beobachten das Geschehen vom Ufer aus, leisten Erste Hilfe und fahren mit Booten Streife auf dem Neckar.
Auch medizinische Probleme können zum Notfall werden
Ein Rechtsmediziner des Universitätsklinikums Heidelberg weist darauf hin, dass Ertrinken oft nicht mit einem langen sichtbaren Überlebenskampf verbunden ist. Aus Augenzeugenberichten sei bekannt, dass Betroffene häufig relativ schnell im Wasser versinken. Ertrinken ist demnach eine Form des Erstickens, bei der Wasser in die Atemwege gelangt. In manchen Fällen könne auch ein Reflex beim Eintauchen ins Wasser die Atmung plötzlich aussetzen lassen. Ebenso könnten sich Herz- oder Gefäßerkrankungen beim Gang ins Wasser stark verschlechtern und so eine Notsituation auslösen.
Mehr Personal auch in Schwimmbädern
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen zeigen die bisherigen Erfahrungen der Saison ebenfalls, dass es an besonders heißen Badetagen mehr tödliche Unfälle gibt. Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich laut DLRG im Juni in Seen, gefolgt von Flüssen. Zwei Menschen starben landesweit in Schwimmbädern. Betreiber stellen an heißen Tagen teils zusätzliches Personal bereit. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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