Wandern auf historischen Pfaden
Hohler Fels bei Deidesheim

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Von Markus Pacher

Wandertipp. Bei dieser spannenden Wanderung bei Deidesheim erleben wir hautnah Pfälzer Geschichte und gelangen an einen Ort, der fast in Vergessenheit geraten ist und daher im Wandergebiet Pfalz durchaus zu den „Lost places“ gezählt werden darf.

Magische Felsenhöhle

Die Rede ist vom sogenannten „Hohlen Fels“, jener magischen Felsenhöhle, die teils von Menschenhand gemauert, teils von der Natur gebildet, zum zeitweiligen Aufenthalt von Menschen diente und sich heute als Unterstand für in Unwetter geratene Wanderer empfiehlt. Der „Hohle Fels“ befindet sich in 347 Meter Höhe am Nordwesthang des 496 Meter hohen Stabenbergs. Über dem Eingang der Höhle ist eine Informationstafel mit folgendem Hinweis angebracht: „Hohler Fels – Versteck 1848er Deidesheimer Freischärler“. Angeblich haben sich dort während des Pfälzischen Aufstands von 1849, der auf die Deutsche Revolution 1848/1849 folgte, Revolutionäre aus der Umgebung versteckt gehalten.

Dem Esel folgend

Unsere Rundwanderung, die von Deidesheim über den Hohlen Fels ins Benjental und am Haardtrand zurück zum Ausgangspunkt führt, ist etwa 13 Kilometer lang und folgt dem Eselsymbol sowie den Markierungen weiß-blauer Balken, rotes Dreieck und Pfälzer Weinsteig. Startpunkt ist am Waldparkplatz außerhalb von Deidesheim, der am Ende der Mühltalstraße liegt. Von dort verweist uns eine Wandertafel auf den historischen Eselsweg, der uns nach einem kurzem Fußmarsch zur ersten Einkehrmöglichkeit, der beliebten Waldschenke (Deidesheimer Hütte) führt. Durch das Kupferbrunner Tal gelangen wir schließlich wie ehemals Esel und Mensch zur Passhöhe „Knoppenweth“ und von dort zum besagten „Hohlen Fels“.

Gleich vier Einkehrmöglichkeiten

Was es mit der Bezeichnung Eselsweg auf sich hat, erklärt uns der Heimatforscher Alfred Sitzmann in seinem Wanderführer „Weinbiet“: „Die ehemaligen Deidesheimer Mühlen zwischen dem Forsthaus Benjental und der Obermühle wurden auch als „Eselsmühlen“ bezeichnet. Die fürstbeschöflich-speyerischen Deidesheimer konnten ihre Mühlen mit Fuhrwerken nur erreichen, wenn sie den Weg durch das Gimmeldinger Tal über kurpfälzischen Gebiet benutzten. Die Grenze lag bei der Looganlage. Als 1715 in Gimmeldingen eine kurpfälzischen Zollschranke errichtet wurde, hielten die Deidesheimer in ihren Mühlen Esel, um das Getreide, Mehl und anderes in ihren eigenen Wald über das 450 Meter hohe Knoppenweth zu transportieren. Nachdem die Zölle 1794 von den Franzosen abgeschafft worden waren, war der Weg durch das Tal mir Pferde und Ochsenfuhrwerken wieder frei.“
Nächstes Ziel ist das Forsthaus Benjental, das wir über absteigende Pfade erreichen. Der Wegmarkierung „rotes Dreieck“ und dem Pfälzer Weinsteig folgend, gelangen wir zur nächsten Einkehrmöglichkeit, der „Looganlage. Jetzt geht es weiter in Richtung Talmühle. Durch die Ortschaften Gimmeldingen und Königsbach, am Ende der Wanderung streifen wir die Klausenkapelle und die Waldgaststätte Pfalzblick und gelangen so zurück an unseren Ausgangspunkt.

Restaurant-Tipps

Pfalzblick: geöffnet von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen ab 11 Uhr. http://www.waldgaststaette-pfalzblick.de.
Waldschenke im Mühltal/Deidesheimer Hütte: Mittwochs, donnerstags, samstags, sonntags und an Feiertagen ab 11 Uhr geöffnet. http://www.deidesheimer-huette.de.
Forsthaus Benjental: Geöffnet täglich von 11 bis 18 Uhr. Ruhetage: Donnerstag und Freitag, http://www.forsthaus-benjental.de.
Alte Looganlage: Geöffnet täglich, 10 bis 17 Uhr. Ruhetage: Montag und Dienstag. http://www.looganlage.de.

Autor:

Markus Pacher aus Neustadt/Weinstraße

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