Der Weg der Thermal-Sole
Der Weg der Thermal-Sole
"Dabei müssen wir viele Herausforderungen meistern!"
Wir spüren die Wärme des Wassers, die unserem Körper
und den Gelenken gut tut und wir spüren das Salz, das uns im wahrsten Sinne des Wortes Auftrieb verleiht. Aber was es alles braucht, damit wir uns im Thermal-Sole-Wasser so ausgedehnt entspannen und wohlfühlen können – das bleibt für die Besucher im Verborgenen.
Richard Walther, Technischer Leiter im Thermarium und
Markus Hoppe, Geschäftsführer der Thermarium GmbH &
Co. KG wissen nur zu gut, wie aufwändig es ist, ein Bad mit Thermal-Sole-Wasser zu betreiben und zu unterhalten.
Bohrloch der Thermal-Sole-Quelle
Mit dem Strohhalm die Nordsee austrinken
Wer sich im Sole-Aktiv-Park auf die Spuren der Sole begibt und dem Sole-Erlebnisweg vom Brunnenhäuschen bis zum Thermarium folgt, wird sich am ehesten folgende Frage stellen: Wird die Quelle nach über 55 Jahren Betrieb auch noch lange weiter sprudeln, damit ich noch oft wiederkommen kann? Darauf hatte Prof. Kurt
Sauer, Landesgeologe und Quellenexperte, schon 1969 eine Antwort, als er das am Bohrloch gefragt wurde: "Was hier rausgepumpt wird, ist so, als wolle man die Nordsee mit einem Strohhalm austrinken."
Das Wasserreservoir in 637 m Tiefe liegt in einem großen
unterirdischen Tal, wo sich ein enormer Salzstock befindet.
Dort sammelt sich Wasser, das vor ca. 50 000 Jahren als
Regenwasser auf die Erde gefallen war, durch die verschiedenen Gesteinsschichten nach unten gesickert ist und sich mit Mineralien angereichert hat. Im Salzstock angekommen, nimmt das Wasser weitere Mineralien auf und wird so zu der natürlichen 3 %igen Sole, die unsere Bad Schönborner St. Lambertusquelle so einzigartig macht.
Als 1969 die Quelle gebohrt wurde, war der Wasserdruck so groß, dass die Quelle von selbst aus dem Bohrloch sprudelte. Ein Jahr lang wurde beobachtet, ob sich etwas an der austretenden Wassermenge – der sog. Schüttung – ändert und ob sich die neue Quelle eventuell in anderen Badeorten mit eigener Quelle bemerkbar macht.
Nachdem die Quelle nach einem Jahr unvermindert ergiebig sprudelte, gab es aus dieser Sicht grünes Licht für den Bau eines Bades.
„Heute reicht der artesische Druck des Wassers bis fast an die Oberfläche“, erklärt Richard Walther. „Mit einer Tiefbrunnenpumpe in 15 m Tiefe bringen wir das Wasser nach oben und leiten es dann unterirdisch ins Thermarium.“
Brunnenhaus im Park mit 2 Frauen
Salz & Sole – wohltuend & herausfordernd
Bis heute sprudelt die Quelle unvermindert mit 7-8 qm3 Wasser pro Stunde. In den Becken wird das Wasser alle 2 ½ bis 3 Stunden umgewälzt, jedes Becken hat dazu eine eigene Filteranalage. Mit 30 g/l gelösten Mineralien ist die Salzkonzentration ca. zehnmal höher als in normalem Wasser.
„Und genau hier beginnen die Herausforderungen“, so Markus Hoppe. „So gut unsere Thermal-Sole für die Gesundheit ist, so aufwändig ist die Handhabung des salzhaltigen Wassers für Technik und Baumaterialien."
Brunnenhaus im Sole-Aktiv-Park
Salzwasser und damit auch salzhaltige Luft zeigen vielfältige chemische Reaktionen mit Materialen innerhalb und außerhalb der Becken. Salzhaltiges Wasser ist aggressiv und greift selbst Beton an.
„Unsere Sole enthält Eisen und Mangan – ohne besondere Filteranlage würden die Metalle sofort mit dem Luftsauerstoff reagieren und alles, was mit dem Solewasser in Berührung kommt, wäre innerhalb von einem Tag rostig braun“, berichtet Richard Walther.
„Sein spezielles Kapillarverhalten lässt Salzwasser in jede noch so kleine Ritze gelangen, wo normales Wasser nicht mehr eindringen kann. In der Bausubstanz müssen zum Beispiel ganz extrem widerstandsfähige Edelstähle verarbeitet werden.“
Höchste Qualität – jeden Tag
Das Wasser kommt mit 44 Grad Celsius aus dem Boden, im Thermarium kommt es dann mit ca. 41 Grad an. Um eine angenehm warme Wassertemperatur in den Becken zu halten, muss dennoch permanent, insbesondere im Winter nachgeheizt werden.
Selbstverständlich wird nicht nur die Temperatur, sondern auch die Wasserqualität kontinuierlich überwacht. Dreimal täglich werden Wasserproben genommen und die Messwerte werden in einem elektronischen Betriebstagebuch dokumentiert.
„Bei uns sind die Messintervalle viel kürzer als in normalen Hallenbädern. Als zertifiziertes Heilbad müssen wir zudem höchste Anforderungen an die Wasserqualität erfüllen“, so Markus Hoppe. Dazu gehören regelmäßige Untersuchungen des Mineralgehalts in der Sole. Jede Woche wird am Brunnenhaus auch die Temperatur der Quelle gemessen und dokumentiert. …die Liste der Anforderungen ist länger als auf dieser Seite Platz ist.
Schild mit dem Thermal-Sole-Kreislauf
„Da passiert jede Menge hinter den Kulissen und unser Team leistet viel – und das jeden Tag“, betont Markus Hoppe. „Dafür möchte ich mich auch an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Alle in unserem Team tun ihr Bestes, damit unsere Gäste wohlfühlen und unser Thermal-SoleWasser genießen können.
Autor:Alan Poe aus Bad Schönborn |
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