BriMel unterwegs
Der Herr der Rosen
- Alois Nieser, der Herr der Rosen
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Waldsee. Am 22. Mai galt mein Besuch dem 92-jährigen Alois Nieser, der auf seine 350 Rosenstöcke, Kletterrosen und 50 Rosenbäumchen mächtig stolz ist. Er hatte auch bereits des Öfteren beim „Tag der offenen Gartentür“ mitgemacht, aber da war er einer von vielen, heute war ich nur für ihn da. Man befand sich in einem wahren Rosenparadies auf rund 800 Quadratmetern.
Auf die Frage, wieso er die Liebe zu Rosen entwickelt hat, beantwortete er damit, dass er früher als Landwirt viele Rosen verkauft hat und die, die nicht verkauft wurden, pflanzte er kurzerhand in seinen Garten. Und so wurden es über die Jahre mehr und mehr. Viele Leute kommen und sagen, dass dies kein Rosengarten, sondern ein Rosenpark sei. Alois Nieser hatte mit seiner verstorbene Frau Klara gemeinsam die Pflanzung und Pflege mit viel Liebe gemacht. Damit diese Pracht erhalten bleibt, spritzt er sie nur gegen Pilzkrankheiten vier- bis fünfmal im Jahr, das Ungeziefer eliminiert sich von alleine. So hat er sogar noch manchmal bis vor Weihnachten Freude an ihnen, wenn es nicht gerade über minus 3 Grad kalt wird.
Auch eine Palme hat in seinem Garten eine Geschichte zu erzählen. Sie wurde vor 45 Jahren bei einer Reise mit seiner Frau in Monte Carlo gekauft. Die sensible Pflanze wurde im zu kalten Winter immer von ihm eingepackt. Und schon zweimal hat sie Schreckliches überlebt von der Erfrierung bis zum Brand. Wie es scheint ist sie total resistent gegen solche Schicksalsschläge und steht heute in voller Pracht in seinem Garten. Clever wie Herr Nieser ist, hat er ein Metallgerüst über sie gebaut, damit bei einsetzenden Minusgraden einfach nur eine Folie darübergestülpt werden muss und das nervige Einpacken entfällt.
Gerne sitzt er mit seinem Kaffee auf der geschützten Gartenbank und genießt den Anblick der unterschiedlich blühenden Pracht, die durch die warme Witterung zu vollem Leben erwacht ist. Die Rosen zu hegen und zu pflegen ist eine schöne erfüllende Arbeit in seinem hohen Alter, das man ihm übrigens überhaupt nicht ansieht. Übrigens öffnet er seinen Rosenpark am 14. Juni wieder für den „Tag der offenen Gartentür“ und freut sich auf viele interessierte Gartenfreunde. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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